Krieg in Syrien und Arbeitsmarktkrise der Nachbarstaaten
Die Internationale Gemeinschaft muss den Nachbarländern Syriens bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise helfen
Im Vorfeld der Geberkonferenz für Syrien besuchte ILO-Generaldirektor Guy Ryder Jordanien und konnte sich aus nächster Nähe ein Bild über die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt machen.
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem jordanischen Arbeitsminister Nidal Katamine betonte Guy Ryder, dass die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten sowohl für geflüchtete Menschen als auch für Arbeitssuchende auf den angespannten Arbeitsmärkten der Aufnahmeländer das zentrale Thema für die internationalen Hilfsbemühungen sein muß.
„Die Herausforderung liegt in erster Linie bei der internationalen Gemeinschaft, die Hilfen, Unterstützung und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die es der Regierung Jordaniens und anderer Länder ermöglicht, die Herausforderungen am Arbeitsmarkt zu bewälitgen. Ebenso müssen Möglichkeiten für syrische Flüchtlinge geschaffen werden, ein Auskommen zu finden“, so Guy Ryder während der Pressekonferenz.
„Eine ist notwendig, die Hilfsverpflichtungen, Entwicklungshilfen und Jobs für die Flüchtlinge mit einer effektiven Arbeitsmarktpolitik in den Aufnahmeländern abzustimmen“, so Guy Ryder. „Die syrischen Flüchtlinge empfinden ihr Leben als Stillstand, es geht nichts voran und es ist menschlich und nur zu gut verständlich, dass sie einen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden möchten“, so Guy Ryder zu Journalisten nach seinem Besuch des Flüchtlingslager Zaatari im Norden Jordaniens.
Während seines Besuches traf Guy Ryder mit König Abdullah von Jordanien, Premierminister Abdullah Ensour, Parlamentariern und mit verschiedenen Vertretern der Vereinten Nationen, die Jordanien bei der Bewältigung der Krise beistehen, zusammen.
Er besuchte Flüchtlingsfamilien im Flüchtlingslager von Zaatari und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft in Mafraq, im nördlichen Teil Jordaniens, wo besonders viele geflüchtete Menschen aus Syrien leben. Minister Nidal Katamine sagte, diese Diskussionen seien für sein Land im Vorfeld der Geberkonferenz für Syrien am 4. Februar in London sehr wichtig.
Die Londoner Konferenz fordert nicht nur Mittel für die humanitäre Hilfe in Syrien, sondern auch mehr Unterstützung für die Nachbarländer Syriens, mehr Investitionen, die zu besseren Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge und einheimischer Bevölkerung führen müssen.
Die Anzahl der registrierten syrischen Flüchtlinge in Jordanien übertrifft 633.000 Menschen, die meisten von ihnen leben außerhalb von Flüchtlingslagern. Schätzungen gehen von mehr als einer Millionen Menschen aus, nichtregistrierte Flüchtlinge hinzugerechnet.
Dies hat in den Aufnahmeländern die informelle Wirtschaft vergrößert, Löhne verringert, Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen erschwert und Kinderarbeit hervorgebracht.
Integration syrischer Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt
In Jordanien sucht die ILO Schlüsselsektoren zur Integration syrischer Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt: dort wo Nachfrage besteht, den lokalen Gemeinschaften dienlich ist und zur jordanischen Wirtschaft insgesamt beiträgt.
Die Ausdehnung arbeitsintensiver Programme ist nur ein Vorschlag, dies schafft umgehend mehr Arbeitsplätze für Einheimische und Flüchtlinge. Das Ziel wäre die Verbesserung ländlicher Infrastruktur, wie Straßen und Wasserversorgung. Dies würde jordanische Unternehmen benötigte Qualifikationen zu konkurrenzfähigen Preisen bieten, Jobkonkurrenz verringern und Spannungen zwischen Flüchtlingen und der Aufnahmebevölkerung verringern, den sozialen Zusammenhalt verbessern und Flüchtlingen eine Existenzmöglichkeit eröffnen.
Diese Vorschläge ergänzen die Antwort der ILO auf die syrische Flüchtlingskrise, die bereits in Jordanien umgesetzt werden.