Bundesregierung überreicht Ratifikationsurkunde für Hausangestelltenkonvention

Als zehnter ILO-Mitgliedsstaat und zweites EU-Land ratifiziert Deutschland das Übereinkommen 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte

20. September 2013

Die Bundesregierung hat am 20. September 2013 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf die Urkunde zur Ratifikation des Übereinkommens 189 über menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte überreicht. Damit ist Deutschland der zehnte Staat – und der zweite in der EU –, der die Konvention ratifiziert. Vor der Sommerpause hatten Bundestag und Bundesrat der Ratifizierung zugestimmt. Die von der Internationalen Arbeitskonferenz 2011 verabschiedete Konvention trat Anfang dieses Monats in Kraft.

Mit dem Übereinkommen 189 will die ILO sicherstellen, dass für Hausangestellte die gleichen Arbeitsrechte gelten wie für andere Arbeitnehmer. Ungefähr 50 Millionen Menschen auf der Welt, die meisten davon Frauen, arbeiten der ILO zufolge als Hausangestellte. In Deutschland schätzt das Statistische Bundesamt ihre Zahl auf rund 700.000.

Bei der Übergabe der Urkunde erinnerte Wolfgang Scholz von der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen in Genf daran, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Internationalen Arbeitskonferenz 2011 das neue Instrument als „Meilenstein auf dem Weg zu fairer und gerechter Beschäftigung“ bezeichnet hatte. „Zwei Jahre später tritt Deutschland dieser Konvention bei und verpflichtet sich somit, für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hausangestellten entsprechend der in dem Übereinkommen genannten Prinzipien und Regeln einzutreten“, so Scholz weiter.

Die Direktorin der ILO-Abteilung für internationale Arbeitsstandards, Cleopatra Doumbia-Henry, bezeichnete die Ratifizierung durch die Bundesrepublik als „starkes Signal für die Dynamik und die wachsenden Erwartungen, die durch dieses Instrument für den Schutz der Hausangestellten in der ganzen Welt geweckt wurden.“ Das Übereinkommen setze einen Mindeststandard für den Schutz dieser Arbeitnehmergruppe.

Wir hoffen nun, dass mehr ILO-Mitgliedsstaaten dem deutschen Beispiel folgen und sich an den weltweiten Bemühungen beteiligen, menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte zu gewährleisten“, sagte Doumbia-Henry.