Young worker wearing gloves and a cap in a factory

WESO Trends: Update September 2024

Sinkender Anteil des globalen Arbeitseinkommens erhöht den Druck auf vertiefte Ungleichheit und lässt die Verwirklichung der Sustainable Development Goals in die Ferne rücken

Die wachsende Kluft zwischen Arbeits- und Kapitaleinkommen und die Herausforderungen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt sind nach Einschätzung der ILO besorgniserregend.

4. September 2024

Young employee in a ship building factory in Da Nang, Viet Nam © ILO/Maxime Fossat

GENF (ILO News) – In ihrem September-Update des World Employment and Social Outlooks Berichts stellt die International Labour Organization (ILO) einen zunehmenden Druck auf vertiefte Ungleichheit fest, da der Anteil des Arbeitseinkommens stagniert und junge Menschen nach wie vor verstärkt nicht erwerbstätig sind und über keine Schul- oder Berufsausbildung verfügen. Hinzu kommt die geringen Fortschritte bei der Verwirklichung der Sustainable Development Goals (SDGs), die im Jahr 2030 erreicht werden sollen.

Die neuen Daten zeigen, dass der globale Anteil des Arbeitseinkommens, der den Anteil des Gesamteinkommens der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darstellt, von 2019 bis 2022 um 0,6 Prozentpunkte gesunken ist und seitdem stagniert, was einen seit langem anhaltenden Abwärtstrend fortsetzt. Wäre der Anteil auf demselben Niveau wie 2004 geblieben, wäre das Arbeitseinkommen allein im Jahr 2024 um 2,4 Billionen US-Dollar höher.

Die COVID-19 Pandemie wird als die treibende Kraft für den Rückgang der Arbeitseinkommen hervorgehoben, da fast 40 Prozent in die Pandemiejahre 2020-2022 fallen. Die Krise hat bestehende Ungleichheiten verschärft, insbesondere da sich das Kapitaleinkommen weiterhin auf die Reichsten konzentriert, was die Fortschritte bei der Verwirklichung von SDG 10 – Verringerung der Ungleichheiten innerhalb und zwischen Ländern – untergräbt.

Technologischer Fortschritt, einschließlich der Automatisierungstechnik, spielen bei diesem Trend eine Rolle. Technische Innovationen haben Produktivität und Output zwar gesteigert, jedoch werden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht gleichermaßen an den daraus resultierenden Gewinnen beteiligt. Ohne umfassende politische Maßnahmen, die sicherstellen, dass die positiven Auswirkungen technologischen Fortschritts gerecht verteilt werden, verschärfen sich Ungleichheiten und die Verwirklichung der SDGs ist gefährdet.

„Länder müssen Maßnahmen ergreifen, um dem Risiko eines sinkenden Anteils des Arbeitseinkommens entgegenzuwirken. Wir brauchen eine Politik, die eine gerechte Verteilung der wirtschaftlichen Nutzens fördert, einschließlich der Vereinigungsfreiheit, der Tarifverhandlungen und einer effektiven Arbeitsverwaltung, um inklusives Wachstum zu fördern und einen Weg zu einer nachhaltigen Transformation für alle zu schaffen“, sagte Celeste Drake, stellvertretende Generaldirektorin der ILO.

Der Bericht stützt sich auf die ILO Daten aus dem Global Employment Trends for Youth 2024 (GET for Youth) Report und stellt den hohen Anteil der Jugendlichen, die keiner Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung nachgehen, als anhaltenden Problembereich heraus. Die weltweite Quote der Jugendlichen, die sich nicht in Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung befinden, ist nur geringfügig von 21,3 Prozent im Jahr 2015 auf 20,4 Prozent im Jahr 2024 gesunken und wird den Prognosen zufolge in den nächsten zwei Jahren unverändert bleiben. Die Quote der jungen Frauen, die keiner Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung nachgehen ist mit 28,2 Prozent im Jahr 2024 mehr als doppelt so hoch wie die der jungen Männer, was das SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum) gefährdet.

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