Treffen der G7-Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister
ILO-Generaldirektor begrüßt Unterstützung der G7-Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister für die Global Coalition for Social Justice
Auf dem Treffen der Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister der G7-Staaten in Italien begrüßte der Generaldirektor die G7 Unterstützung für die Global Coalition for Social Justice und für eine menschenzentrierte Einführung von KI in der Arbeitswelt.
17. September 2024
CAGLIARI, Italien (ILO News) – Die Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister der G7-Staaten (LEMM) haben ihre Unterstützung für die von der ILO geführte Global Coalition for Social Justice und deren Rolle bei der Beschleunigung des Fortschritts bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bekräftigt.
In einer am Ende ihres Treffens veröffentlichten Erklärung machten die Ministerinnen und Minister die Notwendigkeit eines integrativen und auf den Menschen ausgerichteten Ansatzes deutlich, um Chancen zu nutzen und Risiken zu bewältigen, mit denen die Arbeitswelt konfrontiert ist.
In der Erklärung wird betont, dass insbesondere bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt, der Mensch im Mittelpunkt stehen muss. Die Vorteile von KI können nur dann maximiert und gerecht verteilt werden, wenn die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit berücksichtigt werden und der Sozialdialog und Tarifverhandlungen Teil des Entwicklungs- und Einführungsprozesses sind.
In einer Sitzung über die Rolle von KI in der Arbeitswelt würdigte Gilbert F. Houngbo, Generaldirektor der ILO, die Zustimmung der Ministerinnen und Minister zum G7-Aktionsplan für eine auf den Menschen ausgerichtete Einführung sicherer und vertrauenswürdiger KI in der Arbeitswelt. Er machte deutlich, dass ein solcher Ansatz viele Vorteile biete, darunter „neue Beschäftigungsmöglichkeiten, verbesserte Arbeitsproduktivität und -prozesse sowie gestärkte Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, kurz gesagt, eine bessere Arbeitsumgebung und -qualität – und damit ‚menschenwürdige Arbeit‘.“
Er zeigte sich jedoch besorgt, weil die Vorteile des technologischen Fortschritts sich nicht automatisch in der Gesamtgesellschaft verbreiten. Um Ungleichheiten und eine digitale Spaltung zu verringern, seien „korrekte, gut durchdachte politische und regulatorische Maßnahmen“ erforderlich, die durch geeignete Absicherungen sowie einen wirksamen Sozialdialog und Tarifverhandlungen unterstützt würden.
Während des Treffens überreichten Labour 7 und Business 7 (die in der G7 vertretenen Gewerkschaften bzw. Arbeitgeberverbände) den Arbeitsministerinnen und -ministern die gemeinsame Erklärung „Shaping the advancement of Artificial Intelligence through social dialogue“.
Bezogen auf die LEMM-Sitzung zum Thema „Reaktionsfähige, flexible und integrative Fähigkeiten, Strategien und Systeme des lebenslangen Lernens“ begrüßte Houngbo das Engagement der G7 für eine stärkere Antizipation und Vermittlung von Kompetenzen und erklärte, dass dies die Grundlage für eine produktive, dynamische, gerechte und integrative Zukunft der Arbeit bilde.
„Um tatsächlich zu sozialer Gerechtigkeit beizutragen“, so Houngbo, sei es entscheidend, die Integration in den Arbeitsmarkt durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen und -systeme zu unterstützten. Dies bedeute, die Zugänge zu vereinfachen, Vorbildung anzuerkennen und berufsbezogene geschlechtsspezifische Wahrnehmungen in Frage zu stellen.
Die stellvertretende Generaldirektorin der ILO, Celeste Drake, sprach auf den LEMM-Sitzungen über die Bedeutung von menschenwürdiger Arbeit im Pflegesektor, widerstandsfähigen Arbeitsmärkten in alternden Gesellschaften und über die Notwendigkeit, das Grundrecht auf eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung zu verwirklichen.
Das G7-LEMM-Treffen fand am 12. und 13. September in Cagliari, Italien, statt. Italien hat den wechselnden Vorsitz der G7 bis zum Ende des Jahres inne, danach wird er an Kanada übergehen.