Nachhaltige Wirtschaft schafft Millionen von Arbeitsplätzen
Durch eine ökologischere Wirtschaft könnten weltweit in den kommenden zwei Jahrzehnten zwischen 15 und 60 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie im Rahmen der "Green Jobs Initiative" der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Ein solcher Beschäftigungszuwachs wird demnach allerdings davon abhängen, ob die Politik die richtigen Weichen stellt.
31. Mai 2012
Durch eine ökologischere Wirtschaft könnten weltweit in den kommenden zwei Jahrzehnten zwischen 15 und 60 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie im Rahmen der "Green Jobs Initiative" der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Ein solcher Beschäftigungszuwachs wird demnach allerdings davon abhängen, ob die Politik die richtigen Weichen stellt.
"Es hat sich gezeigt, dass das gegenwärtige Entwicklungsmodell nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft ineffizient und nicht nachhaltig ist", sagte der Generaldirektor der ILO, Juan Somavia. "Wir müssen unbedingt einen nachhaltigen Entwicklungspfad einschlagen mit einer entsprechenden Politik, die den Menschen und die Erde in den Mittelpunkt stellt." Der UN-Umweltgipfel Rio+20 vom 20. bis 22. Juni in Brasilien sei die Gelegenheit, um menschenwürdige Arbeit und sozialen Zusammenhalt zu zentralen Bestandteilen der künftigen Entwicklungsstrategie zu machen.
Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP), fügte hinzu: "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Millionen von Menschen durch eine umweltfreundlichere Wirtschaftsweise aus der Armut befreit werden können. Dies ist eine positive Nachricht in einer Welt, die vor zahlreichen Herausforderungen steht."
Die Studie untersucht die Auswirkungen einer ökologischen Wende auf Beschäftigung, Einkommen und generell auf eine nachhaltige Entwicklung. Der Übergang zu einer grüneren Wirtschaftsweise wird demnach die Hälfte aller Arbeitnehmer auf der Welt – rund 1,5 Milliarden Menschen – betreffen. Einige Branchen dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Energieerzeugung, rohstoffintensive Industrie, Recycling, Bau und Transport.
Millionen von neuen Arbeitsplätzen wurden im Zuge dieses Wandels bereits geschaffen. In den USA etwa sind bereits 3 Millionen Menschen in der Umweltbranche beschäftigt, in Spanien sind es mehr als eine halbe Million. Allein in der EU arbeiten 14,6 Millionen Menschen direkt oder indirekt im Arten- und Naturschutz und dem Erhalt natürlicher Ressourcen. Im Bereich erneuerbare Energien sind weltweit mittlerweile annähernd 5 Millionen Menschen beschäftigt, was einer Verdoppelung der Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2006 und 2010 gleichkommt. Auch durch mehr Energieeffizienz werden neue Arbeitsplätze geschaffen, vor allem in der Bauwirtschaft – der Branche die durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise mit am härtesten betroffen ist.
Insgesamt halten die Autoren der Studie Nettozuwächse bei der Beschäftigung in einer Größenordnung zwischen 0,5 und 2 Prozent für möglich. In den Entwicklungs- und Schwellenländern dürften die Beschäftigungseffekte dabei höher sein, weil diese nicht erst veraltete, ressourcenintensive Industrien erneuern oder ersetzen müssen, sondern direkt in neue, grüne Technologien investieren können. So hat Brasilien in diesem Bereich bereits knapp 3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, was 7 Prozent der Beschäftigung im formalen Sektor entspricht.
Diese positiven Beispiele haben alle eines gemeinsam: die Einsicht, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen gemeinsam in einer umfassenden und kohärenten Weise angegangen werden müssen. Erstens müssen dafür nachhaltige Produktionsprozesse vor allem in den oben genannten Schlüsselbranchen gefördert werden. Zweitens sind Investitionen in die Ausbildung, aber auch den sozialen Schutz der Arbeitnehmer nötig, damit diese in die Lage versetzt werden, die neuen Chancen auch zu nutzen. Drittens ist die Umsetzung der internationalen Arbeitsstandards entscheidend, um eine hohe Qualität der Arbeitsplätze und insbesondere Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Und schließlich sind der soziale Dialog und die Einbeziehung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die nachhaltige Entwicklung entscheidend.
"Der Schutz der Umwelt ist, anders als manchmal behauptet, keineswegs ein Jobkiller", betonte Somavia. "Im Gegenteil kann eine richtig angewandte Umweltpolitik zur Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen, der Reduzierung von Armut und sozialer Teilhabe beitragen."
Umgekehrt könne der mangelnde Schutz von Umwelt und natürlichen Ressourcen zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Mehr als eine Million Forstarbeiter, vor allem in Asien, haben so zum Beispiel ihre Arbeitsplätze aufgrund von nicht nachhaltiger Forstwirtschaft verloren. Auch in der Fischerei sind durch Überfischung Probleme entstanden.
"Es hat sich gezeigt, dass das gegenwärtige Entwicklungsmodell nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft ineffizient und nicht nachhaltig ist", sagte der Generaldirektor der ILO, Juan Somavia. "Wir müssen unbedingt einen nachhaltigen Entwicklungspfad einschlagen mit einer entsprechenden Politik, die den Menschen und die Erde in den Mittelpunkt stellt." Der UN-Umweltgipfel Rio+20 vom 20. bis 22. Juni in Brasilien sei die Gelegenheit, um menschenwürdige Arbeit und sozialen Zusammenhalt zu zentralen Bestandteilen der künftigen Entwicklungsstrategie zu machen.
Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP), fügte hinzu: "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Millionen von Menschen durch eine umweltfreundlichere Wirtschaftsweise aus der Armut befreit werden können. Dies ist eine positive Nachricht in einer Welt, die vor zahlreichen Herausforderungen steht."
Die Studie untersucht die Auswirkungen einer ökologischen Wende auf Beschäftigung, Einkommen und generell auf eine nachhaltige Entwicklung. Der Übergang zu einer grüneren Wirtschaftsweise wird demnach die Hälfte aller Arbeitnehmer auf der Welt – rund 1,5 Milliarden Menschen – betreffen. Einige Branchen dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Energieerzeugung, rohstoffintensive Industrie, Recycling, Bau und Transport.
Millionen von neuen Arbeitsplätzen wurden im Zuge dieses Wandels bereits geschaffen. In den USA etwa sind bereits 3 Millionen Menschen in der Umweltbranche beschäftigt, in Spanien sind es mehr als eine halbe Million. Allein in der EU arbeiten 14,6 Millionen Menschen direkt oder indirekt im Arten- und Naturschutz und dem Erhalt natürlicher Ressourcen. Im Bereich erneuerbare Energien sind weltweit mittlerweile annähernd 5 Millionen Menschen beschäftigt, was einer Verdoppelung der Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2006 und 2010 gleichkommt. Auch durch mehr Energieeffizienz werden neue Arbeitsplätze geschaffen, vor allem in der Bauwirtschaft – der Branche die durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise mit am härtesten betroffen ist.
Insgesamt halten die Autoren der Studie Nettozuwächse bei der Beschäftigung in einer Größenordnung zwischen 0,5 und 2 Prozent für möglich. In den Entwicklungs- und Schwellenländern dürften die Beschäftigungseffekte dabei höher sein, weil diese nicht erst veraltete, ressourcenintensive Industrien erneuern oder ersetzen müssen, sondern direkt in neue, grüne Technologien investieren können. So hat Brasilien in diesem Bereich bereits knapp 3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, was 7 Prozent der Beschäftigung im formalen Sektor entspricht.
Diese positiven Beispiele haben alle eines gemeinsam: die Einsicht, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen gemeinsam in einer umfassenden und kohärenten Weise angegangen werden müssen. Erstens müssen dafür nachhaltige Produktionsprozesse vor allem in den oben genannten Schlüsselbranchen gefördert werden. Zweitens sind Investitionen in die Ausbildung, aber auch den sozialen Schutz der Arbeitnehmer nötig, damit diese in die Lage versetzt werden, die neuen Chancen auch zu nutzen. Drittens ist die Umsetzung der internationalen Arbeitsstandards entscheidend, um eine hohe Qualität der Arbeitsplätze und insbesondere Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Und schließlich sind der soziale Dialog und die Einbeziehung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die nachhaltige Entwicklung entscheidend.
"Der Schutz der Umwelt ist, anders als manchmal behauptet, keineswegs ein Jobkiller", betonte Somavia. "Im Gegenteil kann eine richtig angewandte Umweltpolitik zur Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen, der Reduzierung von Armut und sozialer Teilhabe beitragen."
Umgekehrt könne der mangelnde Schutz von Umwelt und natürlichen Ressourcen zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Mehr als eine Million Forstarbeiter, vor allem in Asien, haben so zum Beispiel ihre Arbeitsplätze aufgrund von nicht nachhaltiger Forstwirtschaft verloren. Auch in der Fischerei sind durch Überfischung Probleme entstanden.