Arbeitsschutz lohnt sich
19. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Istanbul endet mit Aufruf zu einer Sicherheitskultur, die auf neue Herausforderungen reagiert
15. September 2011
Die Zahl der Arbeitnehmer, die durch Unfälle oder Erkrankungen am Arbeitsplatz ums Leben gekommen sind, ist zwischen 2003 und 2008 deutlich gestiegen. Dies zeigt der ILO-Bericht "Global Trends and Challenges on Occupational Safety and Health", der auf dem 19. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in Istanbul vorgestellt wurde.Zwar sank demnachdie Zahl tödlicher Arbeitsunfälle in diesem Zeitraum weltweit um zehn Prozent auf 321.000, doch zugleich stieg die Zahl von Todesfällen aufgrund von Erkrankungen am Arbeitsplatz von 1,95 auf 2,02 Millionen. Das sind im Durchschnitt mehr als 6300 arbeitsbedingte Todesfälle an jedem Tag des Jahres.
Die Autoren des Berichts warnen, dass "die weltweite Rezession signifikante Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer und auf ihre Arbeitsbedingungen hat" – etwa aufgrund höherer Arbeitsintensität, geringerer Investitionen in Prävention und Arbeitsschutzmaßnahmen oder auch Einsparungen bei Wartung oder Neuanschaffungen von Maschinen. Hinzu kämen psychologische Faktoren wie Stress, Schikanen und sogar Gewalt am Arbeitsplatz.
Dass sich Investitionen in Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit jedoch lohnen, darauf verwies auf der Konferenz dieInternationaleVereinigung für soziale Sicherheit (ISSA) in einer vorläufigen Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Kosten für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz betragen demnach nur einen Bruchteil der durch Abwesenheit vom Arbeitsplatz oder Rehabilitationsmaßnahmen entstehenden Kosten. Diese stellen in vielen Ländern eine immer höhere Belastung nicht nur für die jeweiligen Unternehmen, sondern auch für die Sozialsysteme dar. Der Untersuchung zufolge kommen auf jeden für Arbeitsschutz ausgegebenen Dollar Einsparungen in Höhe von 2,20 Dollar oder mehr.
Zum Abschluss des Weltkongresses riefen der Direktor des ILO-Arbeitsschutzprogramms, SeijiMachida, und der ISSA- Generalsekretär, Hans-Horst Konkolewsky,zur Schaffung einer Sicherheitskultur auf, die auf die sich wandelnden Anforderungen auf den Arbeitsmärkten eingeht. Zu den Herausforderungen für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gehören den Konferenzteilnehmern zufolge neben den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auch der demografische Wandel, Migration, das Wachstum der informellen Wirtschaft sowie neue Technologien wie die Nanotechnologie.
Die Delegierten bekräftigten überdies die auf dem Weltkongress 2008 verabschiedete Erklärung von Seoul über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Diese stellt eine Selbstverpflichtung für die Schaffung einer vorbeugenden Sicherheitskultur dar.
An dem fünftägigen Kongress, der gemeinsam von ILO, ISSA und dem türkischen Arbeitsministerium ausgerichtet wurde, nahmen 5400 Arbeitsschutzexperten, Politiker sowie Unternehmens- und Gewerkschaftsvertreter aus 100 Ländern teil. Auf Einladung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wird der nächste Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit von 24. bis 27. August 2014 in Frankfurt/Main stattfinden.
Die Autoren des Berichts warnen, dass "die weltweite Rezession signifikante Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer und auf ihre Arbeitsbedingungen hat" – etwa aufgrund höherer Arbeitsintensität, geringerer Investitionen in Prävention und Arbeitsschutzmaßnahmen oder auch Einsparungen bei Wartung oder Neuanschaffungen von Maschinen. Hinzu kämen psychologische Faktoren wie Stress, Schikanen und sogar Gewalt am Arbeitsplatz.
Dass sich Investitionen in Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit jedoch lohnen, darauf verwies auf der Konferenz dieInternationaleVereinigung für soziale Sicherheit (ISSA) in einer vorläufigen Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Kosten für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz betragen demnach nur einen Bruchteil der durch Abwesenheit vom Arbeitsplatz oder Rehabilitationsmaßnahmen entstehenden Kosten. Diese stellen in vielen Ländern eine immer höhere Belastung nicht nur für die jeweiligen Unternehmen, sondern auch für die Sozialsysteme dar. Der Untersuchung zufolge kommen auf jeden für Arbeitsschutz ausgegebenen Dollar Einsparungen in Höhe von 2,20 Dollar oder mehr.
Zum Abschluss des Weltkongresses riefen der Direktor des ILO-Arbeitsschutzprogramms, SeijiMachida, und der ISSA- Generalsekretär, Hans-Horst Konkolewsky,zur Schaffung einer Sicherheitskultur auf, die auf die sich wandelnden Anforderungen auf den Arbeitsmärkten eingeht. Zu den Herausforderungen für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gehören den Konferenzteilnehmern zufolge neben den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auch der demografische Wandel, Migration, das Wachstum der informellen Wirtschaft sowie neue Technologien wie die Nanotechnologie.
Die Delegierten bekräftigten überdies die auf dem Weltkongress 2008 verabschiedete Erklärung von Seoul über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Diese stellt eine Selbstverpflichtung für die Schaffung einer vorbeugenden Sicherheitskultur dar.
An dem fünftägigen Kongress, der gemeinsam von ILO, ISSA und dem türkischen Arbeitsministerium ausgerichtet wurde, nahmen 5400 Arbeitsschutzexperten, Politiker sowie Unternehmens- und Gewerkschaftsvertreter aus 100 Ländern teil. Auf Einladung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wird der nächste Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit von 24. bis 27. August 2014 in Frankfurt/Main stattfinden.