Arbeitsministertreffen in Paris
ILO und OECD warnen G20 vor erheblichem Arbeitsplatzrückgang bis 2015
26. September 2011
Die Abkühlung der globalen Wirtschaft könnte im nächsten Jahr massive Arbeitsplatzverluste in den Ländern der G20-Staaten verursachen. Davor warnt die LO in einer gemeinsamen Studie mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anlässlich des G20-Treffens der Arbeitsminister in Paris am 26.-27. September.
Die vorgelegten Daten der ILO und der OECD belegen, dass es bei einem derzeitigen Beschäftigungszuwachs von nur einem Prozent unmöglich sein wird, die seit Anfang der Krise 2008 verlorengegangen 20 Millionen Arbeitsplätze zurückzugewinnen.
"Wir müssen jetzt handeln, um den schwachen Beschäftigungszuwachs umzukehren und den Verlust von Arbeitsplätzen auszugleichen. Um das zu erreichen, brauchen wir eine entschlossene weltweite Zusammenarbeit. Die Schaffung von "Menschenwürdiger Arbeit" und Investitionen in die Realwirtschaft sind hierfür entscheidend.", sagte ILO Generaldirektor Juan Somavia. "Wir müssen zu den Versprechen von Pittsburgh und Seoul zurückkehren und Beschäftigung in den Mittelpunkt der Krisenbekämpfung stellen."
Der Beschäftigungszuwachs müsse jährlich mindestens 1,3 Prozent betragen, um bis zum Jahr 2015 das Vorkrisen-Beschäftigungsniveau zu erreichen. Eine solche Wachstumrate würde 21 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze pro Jahr schaffen - die in der Krise verlorengegangenen und zusätzliche für die wachsende Erwerbsbevölkerung.
Die Studie drückt auch Befürchtungen aus, dass der Beschäftigungszuwachs von knapp unter einem Prozent (0,8%) bis Ende 2012 liegen könnte. Dies hätte in den G20 Staaten den Verlust von 40 Millionen Arbeitsplätzen im nächsten Jahr zur Folge sowie weitere Ausfällen bis zum Jahr 2015.
Das Pariser Treffen der G20-Arbeitsminister wird auch die Empfehlungen zur sozialen Sicherheit berücksichtigen, die in einer neuen Studie zum sozialen Basisschutz, unter Führung der ehemaligen chilenischen Präsidentin und Leiterin der VN Organisation für Frauen, Michelle Bachelet, vorgelegt wurden. Gerade in Krisenzeiten spielt die soziale Sicherheit eine wichtige Rolle, da sie als "unersetzlicher ökonomischer, sozialer und politischer Stabilisator" wirkt, so der Bericht. Die Sicherungssysteme könnten einen Ausgleich für Einkommensausfälle bieten und so zur Stützung der Nachfrage beitragen, ohne das Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen.
Weitere Schlüsselbefunde des ILO-OECD Berichtes:
Die vorgelegten Daten der ILO und der OECD belegen, dass es bei einem derzeitigen Beschäftigungszuwachs von nur einem Prozent unmöglich sein wird, die seit Anfang der Krise 2008 verlorengegangen 20 Millionen Arbeitsplätze zurückzugewinnen.
"Wir müssen jetzt handeln, um den schwachen Beschäftigungszuwachs umzukehren und den Verlust von Arbeitsplätzen auszugleichen. Um das zu erreichen, brauchen wir eine entschlossene weltweite Zusammenarbeit. Die Schaffung von "Menschenwürdiger Arbeit" und Investitionen in die Realwirtschaft sind hierfür entscheidend.", sagte ILO Generaldirektor Juan Somavia. "Wir müssen zu den Versprechen von Pittsburgh und Seoul zurückkehren und Beschäftigung in den Mittelpunkt der Krisenbekämpfung stellen."
Der Beschäftigungszuwachs müsse jährlich mindestens 1,3 Prozent betragen, um bis zum Jahr 2015 das Vorkrisen-Beschäftigungsniveau zu erreichen. Eine solche Wachstumrate würde 21 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze pro Jahr schaffen - die in der Krise verlorengegangenen und zusätzliche für die wachsende Erwerbsbevölkerung.
Die Studie drückt auch Befürchtungen aus, dass der Beschäftigungszuwachs von knapp unter einem Prozent (0,8%) bis Ende 2012 liegen könnte. Dies hätte in den G20 Staaten den Verlust von 40 Millionen Arbeitsplätzen im nächsten Jahr zur Folge sowie weitere Ausfällen bis zum Jahr 2015.
Das Pariser Treffen der G20-Arbeitsminister wird auch die Empfehlungen zur sozialen Sicherheit berücksichtigen, die in einer neuen Studie zum sozialen Basisschutz, unter Führung der ehemaligen chilenischen Präsidentin und Leiterin der VN Organisation für Frauen, Michelle Bachelet, vorgelegt wurden. Gerade in Krisenzeiten spielt die soziale Sicherheit eine wichtige Rolle, da sie als "unersetzlicher ökonomischer, sozialer und politischer Stabilisator" wirkt, so der Bericht. Die Sicherungssysteme könnten einen Ausgleich für Einkommensausfälle bieten und so zur Stützung der Nachfrage beitragen, ohne das Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen.
Weitere Schlüsselbefunde des ILO-OECD Berichtes:
- Mehrheitlich war der Rückgang der Arbeitslosenzahlen der G20 Staaten in den letzten Jahren eher moderat. Demzufolge liegt die Zahl der Arbeitslosen weltweit noch immer bei 200 Millionen, sehr nah an dem Höchststand, der auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre registriert wurde.
- In nationaler Hinsicht waren die Arbeitsmarktdaten höchst unterschiedlich. Während einige Staaten (Brasilien, Deutschland, Indonesien) starkes Wachstum der Beschäftigungszahlen erlebt haben, gab es in manchen (Argentinien, Australien, Russland) sehr wenig oder so gut wie kein Wachstum der Beschäftigung . In anderen Ländern (Europäische Union, Südafrika, Spanien, Vereinigtes Königreich, Vereinigten Staaten) gabe es konstant hohe Arbeitslosenzahlen.
- Die schleichende Beschäftigungskrise verschärft strukturelle Probleme wie steigende Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit. So schwächt die Beschäftigungskrise auch die Konsumentennachfrage und setzt dadurch einen zusätzlichen Druck auf die allgemein schwache Wirtschaftslage.
- Die Kluft zwischen Arbeitnehmern in geregelter und prekärer Beschäftigung wächst weiter. Beispielsweise ist selbst in entwickelten G20 Länder ein signifikanter und oft steigender Anteil der Arbeitskräfte in informellen und unsicheren Zeitarbeitsverhältnissen tätig.