ILO-Generaldirektor Guy Ryder zum Internationalen Weltaidstag

Der Weltaidstag fordert uns erneut auf, die Ausbreitung von AIDS in der Welt zu beenden. Das kann durch Fortschritte in der Vermeidung neuer Infektionen und durch die bessere Verfügbarkeit an AIDS-Medikamenten, Unterstützung und Hilfe gelingen.

1. Dezember 2012

Der Weltaidstag fordert uns erneut auf, die Ausbreitung von AIDS in der Welt zu beenden. Das kann durch Fortschritte in der Vermeidung neuer Infektionen und durch die bessere Verfügbarkeit an AIDS-Medikamenten, Unterstützung und Hilfe gelingen.

Die ILO trägt zur Erreichung dieses Ziels bei: Sie hat Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften dabei unterstützt nachhaltige Programme zum Thema AIDS aufzulegen und das Wissen und das Verständnis über AIDS am Arbeitsplatz vergrößert.

Es wurde schon viel erreicht – aber es bleibt noch viel zu tun. Das Leben vieler Arbeitnehmer und ihrer Familien wird immer noch zu sehr von mit AIDS verbundenen Krankheiten beeinträchtigt. Dies betrifft auch die Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt.

Die derzeitige Wirtschaftskrise in den Industrieländern und die damit verbundene Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern hat Auswirkungen auf die zur Verfügung stehenden Mittel, um dem Ziel unserer Kampagne näherzukommen. Es lautet: "Null neue HIV-Infektionen, Null Diskriminierung, Null Todesfälle durch Aids" Wir müssen das Erreichte verteidigen und gleichzeitig die begrenzten Mittel in Regionen mit dem größten Bedarf konzentrieren.

Der soziale Dialog der Sozialpartner kann einen bedeutenden Beitrag leisten um das Ziel zu erreichen. Die ILO-Empfehlung 200 zu HIV und AIDS und die Welt der Arbeit und der ILO Code of Practice (ILO-Leitfaden) stellen eine gute Orientierung für die zu treffenden Maßnahmen am Arbeitsplatz dar.

Zusammen sind wir verpflichtet die Menschenrechte derer, die mit HIV leben müssen zu schützen, dies betrifft auch das Recht zu arbeiten. Das ist nicht nur ein Recht, sondern ein wichtiger Baustein zur Bewältigung der Krankheit. Eine frühe Diagnose und der Zugang zu Medikamenten erlaubt es heute Millionen Menschen weltweit, ihre Arbeit fortzusetzen und ein produktives Leben zu führen. "Null neue HIV-Infektionen" hat besondere Bedeutung für Jugendliche: mehr als 40 Prozent der weltweiten Neuinfizierten sind junge Menschen. Menschenwürdige Arbeit bedeutet auch eine starke Fürsprache für HIV-Positive Menschen am Arbeitsmarkt. Stigmatisierung und Diskriminierung darf es nicht länger geben.

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