ILO begrüßt die Ausrichtung der G20 auf Beschäftigung, Wachstum und Sozialschutz

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, G20 legten in ihrer Abschlusserklärung einen deutlichen Schwerpunkt auf Beschäftigung und Wachstum zur Bewältigung der Krise.

4. November 2011

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, G20 legten in ihrer Abschlusserklärung einen deutlichen Schwerpunkt auf Beschäftigung und Wachstum zur Bewältigung der Krise. ILO-Generalsekretär Juan Somavia begrüßte diesen Fortschritt der im Zusammenhang mit der weltweiten Unzufriedenheit der Arbeitnehmer mit den Arbeitsbedingungen und unzureichenden sozialen Schutz zu sehen sei.

Die G20 bekräftigten ihre Bemühungen, vor allem die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen zu bekämpfen und menschenwürdige Arbeit insgesamt zu befördern. Die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen fällt zwei- bis dreimal höher aus als die der erwachsenen Erwerbsbevölkerung. Daher wurde ein spezieller Arbeitsstab zum Thema Jugendbeschäftigung ins Leben gerufen. Ergebnisse werden auf dem nächsten G20 Arbeitsministertreffen unter mexikanischer Präsidentschaft 2012 erwartet.

Aufbauend auf dem soeben von der früheren chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet veröffentlichten Bericht zum sozialen Basisschutz "Social Protection Floor for a Fair and inclusive Globalization" unterstrichen die G20 Teilnehmer die Bedeutung von Investitionen in nationalen sozialen Basisschutz.

Die G20 beauftragte die beteiligten internationalen Organisationen, einschließlich der ILO, den Internationalen Währungsfond, IWF, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD sowie die Weltbank auf dem nächsten Finanzministertreffen über die globale Beschäftigungsentwicklung zu berichten. Die Organisationen mögen untersuchen, wie das "Rahmenwerk für starkes nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum", zur Schaffung von Beschäftigung beigetragen kann.

Die internationalen Organisationen wurden aufgerufen, ihre jeweilige Politik besser aufeinander abzustimmen. So müssen wirtschaftliche und fiskalische Belange auf der einen Seite mit Beschäftigung und sozialen Belangen auf der anderen Seite in Übereinstimmung gebracht werden. Insbesondere riefen die G20 für eine Zusammenarbeit bei der Überprüfung der sozialen Auswirkungen der Wirtschaftspolitik auf.

"G20 Teilnehmer verbinden ihre makroökonomische Agenda mit Politiken für menschenwürdige Arbeit, einem besseren Start ins Arbeitsleben für junge Frauen und Männer und sozialem Schutz, zur Vermeidung extremer Armut", sagte ILO Generalsekretär Juan Somavia. "Wenn dies mit Entschlossenheit verfolgt und umgesetzt wird, kann die arbeitende Bevölkerung wieder Vertrauen in ihre Regierungen setzen".

Die G20 Teilnehmer bekannten sich zur Förderung und Respektierung der Grundlegenden Prinzipien und Rechte beider Arbeit. Sie ermutigten die ILO, die Ratifzierung und Umsetzung der ILO-Normen voranzubringen.

Die Gruppe der G20 wurde 1999 in Berlin als Forum für Finanzminister und Notenbankchefs gegründet. Im Herbst 2007 kamen erstmals die Staats-und Regierungschefs zu einem Gipfeltreffen zusammen. Die G20 vertreten knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung, rund 90 Prozent des weltweiten Brutooinlandsprodukts (BIP) und etwa 80 Prozent des Welthandels.