ILO at work: Digitale Arbeitsplattformen und die Zukunft der Arbeit
In der Digitalisierung der Arbeitswelt stecken Chancen und Risiken gleichermaßen: Flexible Arbeitsweisen und somit die Möglichkeit, Privatleben und Beruf besser zu vereinbaren, stehen dem Anspruch an sozialer Absicherung und Kontinuität gegenüber. Doch was bedeutet Crowdwork? Wer sind die Crowdworker? Und handelt es sich um gute Arbeit? Antworten liefert eine umfassende Studie, weltweit eine der ersten ihrer Art.
17. Oktober 2018
Die Studie „Digital labour platforms and the future of work“ analysiert die Arbeitsbedingungen auf fünf weltweit operierenden Microtask-Plattformen (Amazon Mechanical Turk, CrowdFlower, Clickworker, Microworkers und Prolific). Dazu wurden insgesamt 3.500 Crowdworker in 75 Ländern befragt. Die Studie erfasst unter anderem die soziodemografischen Merkmale, die Art der Arbeit, die Motivationen zum Crowdworking, Arbeitsintensität, Einkommen und Nicht-Bezahlung von Arbeit, soziale Sicherung und Zukunftsperspektiven. Auf Basis der Analyse werden Empfehlungen zur Gewährleistung von menschenwürdiger Arbeit auf digitalen Arbeitsplattformen gegeben.
Crowdwork selbst ist somit ein Produkt technologischen Fortschritts, beinhaltet jedoch auch die Gefahr zu prekären Gelegenheitsarbeiten, wie man sie aus der Vergangenheit kennt: Oft kleinteilige Aufgaben werden ausgelagert (Outsourcing an die Crowd), wobei digitale Plattformen auch als zentrale Vermittler der Tätigkeiten via Websites oder Apps agieren und sich an eine große, flexible Belegschaft richten. Im Austausch für die durchgeführten Dienstleistungen werden die Crowdworker von den Plattformen entlohnt.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter können unabhängig von Zeitzonen, Tages- und Nachtzeiten oder ihrem Aufenthaltsort unterschiedlichste Aufgaben annehmen und ausführen. Voraussetzungen sind ein internetfähiges Endgerät und eine zuverlässige Internetverbindung. Crowdwork im weiteren Sinne umfasst auch Arbeiten, die lokal über Apps organisiert werden, etwa in Lieferdiensten oder bei Transportanbietern. Die Studie beschäftigt sich im Kontext von Crowdwork jedoch speziell mit webbasierter Arbeit auf Mikrotask-Plattformen.
Berg et al. (2018), „Digital labour platforms and the future of work – Towards decent work in the online world“, ILO, Genf.
Geschlechterverteilung: Frauen stellen weltweit ein Drittel der Crowdworking-Beschäftigten. In Entwicklungsländern ist jeder fünfte Crowdworker eine Frau.
Bildungsniveau: Crowdworker sind gut ausgebildet. 25 Prozent besitzen ein technisches Zertifikat oder haben eine (teilweise) Universitätsausbildung. 37 Prozent bringen einen Bachelor-Abschluss mit, 20 Prozent einen postgradualen Abschluss. Besonders hoch ist das Bildungsniveau in Asien: Hier haben 80 Prozent der Crowdworker mindestens einen Bachelor-Abschluss.
Beschäftigungsdauer: Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) hat Crowdwork mehr als ein Jahr durchgeführt. Rund 29 Prozent waren mehr als drei Jahre tätig. Crowdwork stellt somit für viele eine Langzeittätigkeit dar.
Motivation: Der Hauptgrund für Crowdworking liegt darin, die Bezahlung aus anderen Tätigkeiten zu ergänzen (32 Prozent), gefolgt von der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten (22 Prozent). Viele der Befragten können dabei nur von zu Hause arbeiten (13 Prozent der weiblichen Befragten, 5 Prozent der männlichen), beispielsweise weil sie Betreuungsaufgaben haben oder gesundheitlich eingeschränkt sind. Für diese Arbeiterinnen und Arbeiter bietet Crowdwork eine Möglichkeit, weiterhin ein Einkommen zu erzielen. .
Was ist Crowdwork?
Die Arbeit auf digitalen Arbeitsplattformen ist historisch neu, Crowdwork entstand in den frühen 2000er Jahren im Zuge des Ausbaus des Internets und der Notwendigkeit, technologische Prozesse von zunehmend digital agierenden Industrien reibungslos zu unterstützen. Jobs auf digitalen Arbeitsplattformen variieren von anspruchsvollen Programmierungen, Datenanalysen über Grafikdesign bis hin zu einfachen und monotonen „Microtasks“.Crowdwork selbst ist somit ein Produkt technologischen Fortschritts, beinhaltet jedoch auch die Gefahr zu prekären Gelegenheitsarbeiten, wie man sie aus der Vergangenheit kennt: Oft kleinteilige Aufgaben werden ausgelagert (Outsourcing an die Crowd), wobei digitale Plattformen auch als zentrale Vermittler der Tätigkeiten via Websites oder Apps agieren und sich an eine große, flexible Belegschaft richten. Im Austausch für die durchgeführten Dienstleistungen werden die Crowdworker von den Plattformen entlohnt.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter können unabhängig von Zeitzonen, Tages- und Nachtzeiten oder ihrem Aufenthaltsort unterschiedlichste Aufgaben annehmen und ausführen. Voraussetzungen sind ein internetfähiges Endgerät und eine zuverlässige Internetverbindung. Crowdwork im weiteren Sinne umfasst auch Arbeiten, die lokal über Apps organisiert werden, etwa in Lieferdiensten oder bei Transportanbietern. Die Studie beschäftigt sich im Kontext von Crowdwork jedoch speziell mit webbasierter Arbeit auf Mikrotask-Plattformen.
Berg et al. (2018), „Digital labour platforms and the future of work – Towards decent work in the online world“, ILO, Genf.
Wer sind die Crowdworker?
Altersverteilung: Arbeiter jeden Alters sind mit Crowdwork beschäftigt, das Durchschnittsalter liegt bei 33,2 Jahren. Dabei sind die Crowdworker in Entwicklungsländern im Schnitt deutlich jünger (28 Jahre) als in Industrieländern (35 Jahre).Geschlechterverteilung: Frauen stellen weltweit ein Drittel der Crowdworking-Beschäftigten. In Entwicklungsländern ist jeder fünfte Crowdworker eine Frau.
Bildungsniveau: Crowdworker sind gut ausgebildet. 25 Prozent besitzen ein technisches Zertifikat oder haben eine (teilweise) Universitätsausbildung. 37 Prozent bringen einen Bachelor-Abschluss mit, 20 Prozent einen postgradualen Abschluss. Besonders hoch ist das Bildungsniveau in Asien: Hier haben 80 Prozent der Crowdworker mindestens einen Bachelor-Abschluss.
Beschäftigungsdauer: Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) hat Crowdwork mehr als ein Jahr durchgeführt. Rund 29 Prozent waren mehr als drei Jahre tätig. Crowdwork stellt somit für viele eine Langzeittätigkeit dar.
Motivation: Der Hauptgrund für Crowdworking liegt darin, die Bezahlung aus anderen Tätigkeiten zu ergänzen (32 Prozent), gefolgt von der Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten (22 Prozent). Viele der Befragten können dabei nur von zu Hause arbeiten (13 Prozent der weiblichen Befragten, 5 Prozent der männlichen), beispielsweise weil sie Betreuungsaufgaben haben oder gesundheitlich eingeschränkt sind. Für diese Arbeiterinnen und Arbeiter bietet Crowdwork eine Möglichkeit, weiterhin ein Einkommen zu erzielen. .