ILO auf dem Women20 Summit
Im Kontext der G20-Präsidentschaft war der Women20 Summit aufgrund seiner prominenten Besetzung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagarde, Königin Máxima der Niederlande und Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für finanzielle Inklusion und Entwicklung, der Vorsitzenden der Bank of America Anne Finucane, der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland, der „First Daughter“ und Beraterin des Präsidenten der Vereinigten Staaten Ivanka Trump, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der TRUMPF GmbH Nicola Leibinger-Kammüller und Mitbegründerin BRCK Juliana Rotich von großer öffentlicher Bedeutung.
Vom 24. bis 26. April 2017 kamen mehrere hundert zumeist weibliche Delegierte aus den G20-Mitgliedsstaaten zusammen, Expertinnen und hochrangige Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, aus Internationalen Organisationen und aus der Zivilgesellschaft. Ziel war es, die Verankerung des Women‘s Economic Empowerment in der G20-Agenda zu erreichen.
Der Women20 Summit ist noch relativ jung, erstmalig 2015 im Zuge der türkischen G20-Präsidentschaft durchgeführt. Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 wurden der Deutsche Frauenrat und der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) beauftragt, den Dialogprozess zu organisieren. Der Fokus des diesjährigen Treffens lag auf der Förderung des Zugangs zum Arbeitsmarkt und zu finanziellen Ressourcen, digitaler Inklusion und der nachhaltigen Verankerung im G20 Prozess.
Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO-Vertretung in Deutschland, referierte in ihrem Statement über Möglichkeiten zur Inklusion von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Die amtlichen Zahlen bestätigen, dass sich im Zeitraum von 1995 bis 2015 in den G20 die Frauenerwerbstätigkeit nur langsam erhöht hat. Nach wie vor sehen wir ein großes Lohngefälle zwischen Frauen und Männern, Frauen in Führungspositionen sind weltweit unterrepräsentiert und arbeiten signifikant häufiger in Teilzeit als Männer mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Rente. Lediglich fünf Prozent der großen globalen Unternehmen werden von Frauen geführt. Je größer ein Unternehmen ist, desto seltener steht eine Frau an der Spitze. Der Frauenanteil in STEM-Berufen (Science, Technology, Engineering and Mathematics) ist nach wie vor gering. Das Phänomen ist vor allem deswegen relevant, weil in Zukunft viele Jobs in diesen Bereichen entstehen werden. Zudem finden wir weltweit einen hohen Anteil von Frauen im Niedriglohnsektor sowie in informellen Arbeitskontexten. Viele Frauen sind selbständig, haben jedoch nicht die gleichen Zugänge zu Krediten wie Männer.
Dr. Annette Niederfranke machte deutlich, dass Verbesserungen im Bereich der Frauenerwerbstätigkeit nicht "automatisch" erfolgen. Es kommt vielmehr darauf an, Strukturen zu verbessern und Frauen den Zugang zu Ressourcen zu geben.