Bangladesch

Rana-Plaza-Opferentschädigungsfond gefüllt, letzte Auszahlungen an die Opfer jetzt möglich

ILO-Generaldirektor: Ein Meilenstein wurde erreicht, aber wir haben noch einiges zu tun.

Nachricht | 8. Juni 2015
Genf/Dhaka (ILO News) – Das Rana-Plaza-Koordinationskomitee hat heute bekannt gegeben, dass alle notwendigen Gelder für die volle Entschädigung der Opfer des Unglücks innerhalb der nächsten Wochen bereitstehen und ausgezahlt werden.

Nach Schätzungen des Komitees, dass die Industrievertreter repräsentiert, wurden 30 Millionen US-Dollar benötigt um sicherzustellen, dass allen Opfern eine faire und angemessene Entschädigung gemäß ILO-Übereinkommen gezahlt werden kann.

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Rana-Plaza Unglücks im April 2015 standen bereits 27 Millionen Dollar zur Verfügung. Das Komitee zahlte 70 Prozent an zugesagten Entschädigungen an mehr als 2.800 Antragsteller aus. Weitere Mittel - vor allem eine bedeutende Summe, die letzte Woche einging – ermöglichten es, das 30 Millionen Dollar-Ziel zu erreichen. Nun können auch die letzten Entschädigungen ausgezahlt werden.

ILO-Generaldirektor Guy Ryder hob das Engagement der Regierung von Bangladesch, der Repräsentanten von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, der internationalen Hersteller, Gewerkschaften und NGOs im Komitee hervor, das eine faire Entschädigung für alle Opfer der schrecklichen Tragödie schließlich ermöglicht.

„Ein Meilenstein wurde erreicht, aber wir haben noch einiges zu tun. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass derartige Unglücke zukünftig verhindert werden. Eine stabile nationale Unfallversicherung muss zügig aufgebaut werden, so dass Opfer etwaiger zukünftiger Unglücke schnell und angemessen entschädigt werden und ihnen geholfen werden kann“, so Guy Ryder.

Die Internationale Arbeitsorganisation hat seit der Gründung des Rana-Plaza Koordinationskomitees im Oktober 2013 dessen Vorsitz inne und half dem Komitee bei der Schaffung einer zentralen und koordinierten Einrichtung für die Entschädigung der Opfer auf der Grundlage einschlägiger ILO-Übereinkommen.

Im Januar 2014 rief die ILO den Rana Plaza Donor Trust Fund ins Leben, um die Bemühungen des Kommitees zur Finanzierung des Fonds zu unterstützen. Bangladesch besitzt bisher noch keine nationale Unfallversicherung zum Schutz der Opfer von Arbeitsunfällen. Die ILO arbeitet mit Regierung, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, Stiftern und Partnern aus der Industrie am Aufbau einer solchen Unfallversicherung. In diesem Zusammenhang ist die volle Umsetzung der Rana Plaza Vereinbarung innerhalb von zwei Jahren ein sehr wichtiger Schritt.