Menschenhandel und Arbeitsausbeutung in Deutschland

Deutschland ist ein wichtiges Zielland für Migranten aus der ganzen Welt. Sie reisen über illegale Wege oder als Asylbewerber, Saisonarbeiter, Touristen oder Studenten ein. Obwohl der Zugang zum Arbeitsmarkt beschränkt ist, schätzen Experten, dass in Deutschland zurzeit knapp eine Million Migranten beschäftigt sind. Viele von ihnen arbeiten zu Bedingungen unterhalb der Norm basierend auf der Grundannahme eines beiderseitig vorteilhaften Vertrags mit ihren Arbeitgebern. Wie diese Studie jedoch zeigen möchte, werden Täuschung, Drohungen, Missbrauch, Betrug und Nötigung im großen Stil angewandt, um die Wanderarbeitnehmer zur Unterordnung zu zwingen und somit die Gewinnmargen zu erhöhen. Dies ist meistens in arbeitsintensiven Wirtschaftssektoren der Fall, die einem immer stärkeren Wettbewerb auf den Weltmärkten ausgesetzt sind.

Dieser Bericht setzt an bei der Erläuterung des deutschen rechtlichen
und politischen Rahmens und erhellt so einige aktuelle Entwicklungen bei
der Bekämpfung und Verhütung von Menschenhandel. Kapitel 3 legt
Erkenntnisse für das Vorhandensein von Zwangsarbeitspraktiken in
verschiedenen Wirtschaftszweigen vor, die überwiegend irreguläre Migranten
betreffen. Kapitel 4 analysiert die Untersuchungsergebnisse vor dem
Hintergrund der illegalen Migration und illegalen Beschäftigung. Im
anschließenden Kapitel 5 werden Fragen der Rechtsdurchsetzung und ihrer
Wechselwirkung mit effektiven Opferschutzmechanismen erörtert. Die Studie
endet mit einem Ausblick auf die Umsetzung der Rechtsvorschriften zur
Beseitigung des Menschenhandels.