Arbeitsstandards in globalen Lieferketten: Ein Handlungsprogramm für Asiens Textilindustrie

In Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ nimmt die ILO die Herausforderungen an, die Arbeitsstandards und Arbeitsbedingungen der globalisierten Textilindustrie in Kambodscha, Indonesien und Pakistan zu verbessern. Das ILO-Büro in Pakistan verfolgt dabei den dreigliedrigen Ansatz und arbeitet mit Regierungsvertretern, dem pakistanischen Dachverband der Gewerkschaften und der Arbeitgebervereinigung zusammen, um die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und Arbeitsbedingungen innerhalb globaler Lieferketten zu verbessern.

Überblick


Globale, regionale und nationale Maßnahmen in Pakistan, Indonesien und Kambodscha zur Stärkung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen innerhalb der Textilindustrie in Südasien. In diesem Raum schafft der Textilsektor Arbeitsplätze für Millionen Menschen.
In Pakistan ist die Textilindustrie der größte Arbeitgeber im produzierenden Gewerbe und schafft Arbeitsplätze für 15 Millionen Menschen. Der Sektor trägt mit 9.5 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei.

Im Jahr 2014 wurde Pakistan der GSP plus status der Europäischen Union zuerkannt, ein Status der an die Ratifikation und Umsetzung von 27 Übereinkommen geknüpft ist, einschließlich der ILO-Kernarbeitsnormen. Schritte zur wirksamen Umsetzung dieser Konventionen sind Voraussetzung zur Beibehaltung des GSP Plus Status Pakistans.

Partner in Pakistan

  • Federal Ministry of Overseas Pakistanis and Human Resource
  • Provincial Labour Department
  • Employers’ Federation of Pakistan
  • Pakistan Workers’ Federation
  • Sector-wide Industry Associations

Zielgruppen


Textilarbeiterinnen- und –arbeiter, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, Textilproduzierende Unternehmen, Bundes- und Landesbehörden

Projektziele


Derzeit kämpft Pakistan für die Umsetzung von Arbeitsregulationen; Arbeitnehmer erzielen geringe Löhne, arbeiten unter schlechte Arbeitsbedingungen und unzureichender Arbeitssicherheit. Die 18. Änderung der Verfassung aus dem Jahr 2010 überträgt Arbeitsregulierungen den Provinzen. Dies bedeutet eine erhebliche Belastung für Provinzbehörden und Personal.

Arbeitsstandards in globalen Lieferketten: Ein Handlungsprogramm in Asien und dem Textilsektor unterstützt Pakistan darin, den GS P Plus Status beizubehalten und engagiert sich mit den Sozialpartnern um folgendes zu erreichen:
  • Stärkung der Mechanismen zur Festsetzung von Mindestlöhnen und Kollektivverhandlungen
  • Besserer Zugang zu Informationen über Löhne, Arbeitsbedingungen, Arbeitsbeziehungen zur Verbesserung von Arbeitsstandards und sozialem Dialog;
  • Verbesserte Mechanismen zur Beachtung von Arbeitsstandards in Fabriken und
  • Stärkung der Kapazitäten
  • Ziel des Projekts ist es, Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb der globalen Zulieferkette zu verbessern, den sozialen Dialog zu stärken und die Möglichkeiten Pakistan dabei zu helfen, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.

Hauptaktivitäten


Projektaktivitäten in Pakistan umfassen: Durchführung einer detaillierten Überprüfung der Festlegung von Mindestlöhnen in Pakistans größter textilproduzierender Provinz, Punjab, zusammen mit Sindh Khyber Pakhtunkhwa (Provinzregierung von Sindh) im Hinblick auf die Arbeit seines Mindestlohngremiums. Länderdaten der genutzten Kriterien zur Festsetzung des Mindestlohns und periodische Überprüfung des Niveaus des Mindestlohns werden analysiert.

Durchführung einer detaillierten Länderuntersuchung zur Realität von Löhnen und Arbeitsbedingungen der Arbeiter des formalen als auch des informellen Textilsektors innerhalb Pakistans. Die gewonnen Informationen werden zur Unterstützung von Interessenvertretern für ihre strategische Planung eines Reformprozesses genutzt.
Durchführung eines technischen Assessments des Einsatzes von Mechanismen der Arbeitsinspektionen innerhalb pakistanischer Provinzen mit Textilindustrie und Nutzung dieser Informationen zur Erarbeitung einer Reformagenda.

Unterstützung und Entwicklung der Kapazitäten des ländlichen Arbeitsbehörde für Reformen des Arbeitsrechts und der Mechanismen der Arbeitsinspektion, mit besonderer Berücksichtigung in der informellen Industrie, einschließlich Zuliefererkette des Textilsektors.
Einführung eines selbstorganisierten dreigliedrigen Gremiums zum Informationsaustausch über Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsstandards im öffentlichen und privaten Textilsektor.

Förderung des sozialen Dialogs durch dreigliedrige Beratungen mit Schwerpunkt auf den Ergebnissen des technischen Assessments mit
Berücksichtigung einer strategischen Planung für verbesserte Arbeitsinspektion auf nationalen wie regionalem Niveau.

Projektergebnisse


Durch bessere Daten und Informationen zur Erwerbsbevölkerung werden die ILO Partner in Pakistan ein klareres Verständnis von gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und deren Umsetzung am Arbeitsplatz erlangen. Dieses Verständnis erlaubt es Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern Schwächen innerhalb der Regulationsmechanismen besser zu erkennen. Zusammen mit der Regierung können dadurch besser Lösungen erarbeitet werden. Der dreigliedrige Ansatz ermöglicht es Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen gemeinsam Lücken in der derzeitigen Form der Arbeitsregulation, der Arbeitsinspektion und in der Umsetzung von Löhnen, Arbeitsbedingungen und Arbeitsstandards zu erkennen und zu beseitigen.

Der verbesserte soziale Dialog wird Arbeitnehmerorganisationen stärken und sie in die Lage versetzen, Möglichkeiten für den Wandel zu erkennen und den sozialen Dialog zu nutzen, um für eine Reformagenda einzutreten, von der Arbeitnehmer und Unternehmer profitieren. Stärkung von Arbeitsmarktverwaltung und verbesserte Arbeitsbeziehungen werden gleichwertige Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer in Pakistan fördern. Verbesserte Arbeitsstandards und –bedingungen werden die schwächsten Gruppen, insbesondere im informellen Sektor, besser absichern.

Die Regierung Pakistans wird auf Bundes- wie auf Landesebene ihre Kapazitäten zur Umsetzung der ILO-Kernarbeitsnormen stärken und ihren Berichtspflichten nachkommen. Dies wird Pakistan dabei helfen, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen und die Absicherung des GSP Plus status verstetigen. Dies wird in Verbindung mit anderen ILO-Programmen „Menschenwürdiger Arbeit in Pakistan“ voranbringen.

Für weitere Information:
Tel. +92 51 22 76 456