Menschenwürdige Arbeit in Lieferketten

Regierungen und Sozialpartner einigen sich auf ein weiteres Vorgehen für die Arbeit der ILO in Lieferketten

Die ILO wird eine führende Rolle bei Initiativen zur Verwirklichung menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten übernehmen, indem sie den Mitgliedstaaten und den dreigliedrigen Mitgliedsgruppen von Regierungen und Sozialpartnern Orientierung und Unterstützung bietet.

Pressemitteilung | 5. Juli 2022
© ILO
GENF (ILO-News) — Eine dreigliedrige Arbeitsgruppe der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), in der Regierungen, Arbeitgeber*Innen und Arbeitnehmer*Innen vertreten sind, hat sich auf die Kernelemente einer ehrgeizigen und umfassenden Strategie für menschenwürdige Arbeit in Lieferketten geeinigt.

Die Bausteine einer Strategie, auf die man sich nach einer Sitzung in Genf vom 27. Juni bis 1. Juli 2022 geeinigt hat, umfassen eine Mischung aus nationalen, internationalen, obligatorischen und freiwilligen Maßnahmen, um menschenwürdige Arbeit zu gewährleisten und die Arbeitsbedingungen in den Lieferketten zu verbessern, die während und nach der Covid-19-Pandemie vor großen Herausforderungen stehen.

Die Arbeitsgruppe bekräftigte das Mandat der ILO zu menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten und die Notwendigkeit, die ILO in die Lage zu versetzen, eine führende Rolle bei der Beratung und Unterstützung der Mitgliedstaaten und dreigliedrigen Mitgliedsgruppen zu übernehmen.

Zu den Bausteinen für eine umfassende Strategie zur Verwirklichung menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten gehören:
  • Förderung der Verbindungen zwischen der Arbeit und dem Informationsfluss der Aufsichtsmechanismen der ILO, soweit sie sich auf Lieferketten beziehen, und der fachlichen und Forschungsarbeit der ILO.
  • Entwicklung weiterer Initiativen, die bestehende internationale Arbeitsnormen ergänzen und den Herausforderungen grenzüberschreitender Lieferketten Rechnung tragen, u. a. durch neue normative und nicht-normative Maßnahmen, die Überarbeitung bestehender Maßnahmen sowie zusätzliche Leitlinien und Instrumente.
  • Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Generierung von mehr und besseren Daten zur Unterstützung einer faktenbasierten Entscheidungsfindung, insbesondere durch Kartierung aller Ebenen der Lieferkette und der Beziehungen zwischen Käufer*innen und Lieferant*innen in den nationalen Zielsektoren, um die Ursachen für Defizite menschenwürdiger Arbeit besser zu verstehen und Entwicklungsprioritäten zu unterstützen.
  • Förderung der in den UN-Leitprinzipien und der Dreigliedrigen Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik (MNE-Erklärung) verankerten Grundsätze in Anerkennung der Tatsache, dass Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen Grundrechte sind und dass der soziale Dialog im Mittelpunkt des Mandats der ILO steht.
  • Zusammenarbeit mit multilateralen, internationalen Finanzinstitutionen und anderen relevanten Organisationen und Erlangung einer führenden Rolle bei der Implementierung menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten, einschließlich der Zusammenarbeit innerhalb der internationalen Handelsarchitektur.