COVID-19: G20 Treffen der Arbeitsminister

Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Arbeitswelt können nur global bekämpft werden

Insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen muss mehr getan werden, um Arbeitnehmer zu schützen und Unternehmen zu unterstützen, forderte ILO-Generaldirektor Guy Ryder

Nachricht | 23. April 2020
Volunteers delivering humanitarian aid to poor and large families in Kyrgyzstan
© Vyacheslav Oseledko / AFP
Genf (ILO News) – Generaldirektor Guy Ryder (ILO), begrüßt die Selbstverpflichtung der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister zur "vollen globalen Zusammenarbeit" als notwendige Voraussetzung, um Arbeitsplätze und Einkommen der Menschen zu sichern. Er warnte jedoch davor, dass die derzeitigen Unterstützungsmaßnahmen nicht ausreichen.

"Wenn sich die Krise auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ausweitet, werden wir viel mehr tun müssen, um die Arbeitnehmer zu schützen und die Unternehmen zu unterstützen. Diese Länder weniger auf eine lang anhaltende Krise vorbereitet. Andernfalls wird die Koexistenz von weitestgehend informeller Wirtschaft und niedrigem Sozialschutz für Menschen und Volkswirtschaften zu einer Katastrophe führen", sagte Ryder.

Wenn sich die Krise auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ausweitet, werden wir viel mehr tun müssen, um die Arbeitnehmer zu schützen und die Unternehmen zu unterstützen. "

Guy Ryder
"Unser Ziel sollte es sein, diesen Ländern zu helfen, ihre Bevölkerung zu unterstützen, die Krise zu überstehen und danach Arbeitsmärkte wiederaufzubauen. Wir brauchen globale Solidarität, wir brauchen Investitionen in diese Volkswirtschaften, in ihre soziale und ökologische Erneuerung, in ihre Menschen und in die Institutionen der Arbeit, um die Arbeitnehmer und ihre Familien wirksam zu schützen. Wenn dies nicht geschieht, werden sich die ohnehin schonvorhandenen gravierenden Ungleichheiten noch vergrößern, die Armut wird sich vertiefen, der soziale Fortschritt wird gestoppt und der Weg zur Erholung wird gefährdet sein", fügte er hinzu.

In ihrer Erklärung, verpflichteten sich die G20-Minister am 23. April dazu, "in umfassender globaler Zusammenarbeit ... einen menschenzentrierten Ansatz zur Förderung der Beschäftigung, zur Stärkung des Sozialschutzes, zur Stabilisierung der Arbeitsbeziehungen und zur Förderung der grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit" zu verfolgen.

Die Achtung der Grundrechte der Arbeitnehmer und ein wirksamer Dialog mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen ist der einzige Weg, um eine solide, gerechte, globale Erholung zu schaffen und die öffentliche Unterstützung sicherzustellen, die für die Durchführung der Maßnahmen erforderlich ist."

Guy Ryder
Ryder begrüßte, dass die Minister die Bedeutung des sozialen Dialogs bei der Schaffung angemessener, reaktionsfähiger und dauerhafter Lösungen für die Pandemie anerkennen.

"Die Achtung der Grundrechte der Arbeitnehmer und ein wirksamer Dialog mit Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen ist der einzige Weg, um eine solide, gerechte, globale Erholung zu schaffen und die öffentliche Unterstützung sicherzustellen, die für die Durchführung der Maßnahmen erforderlich ist", resümierte Ryder.

Die ILO hat eine integrierte, auf vier Säulen basierende strategische Reaktion auf die COVID-19 Pandemie vorgelegt mit den Eckpfeilern
  • Unterstützung von Wirtschaft und Beschäftigung
  • Unterstützung von Unternehmen, Arbeitsplätzen und Einkommen
  • Schutz der Beschäftigten aktuell und bei der Wiederbelebung von Arbeitsmärkten und Wirtschaft“ sowie
  • Einsatz des sozialen Dialogs.