107. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz

Neuer Geist der Dreigliedrigkeit für die Herausforderungen in der Welt der Arbeit

Gewalt am Arbeitsplatz, Frauenerwerbstätigkeit, der soziale Dialog, die Anwendung von Internationalen Arbeitsstandards und die Entwicklungszusammenarbeit stehen im Zentrum der Internationalen Arbeitskonferenz.

Nachricht | 29. Mai 2018

Genf (ILO-News) – In seiner Eröffnungsrede zur 107. Internationalen Arbeitskonferenz warnte ILO-Generaldirektor Guy Ryder vor „steigenden Spannungen in der Welt“. Er forderte die Delegierten auf, im „Geist von Dreigliedrigkeit, Kompromiss und Konsens“ zu arbeiten, „eine Voraussetzung für den Erfolg der Arbeitskonferenz und der ILO“.

In seiner Rede bezog sich ILO-Generaldirektor Guy Ryder auf „einen neuen Brutalismus“ in der Welt und drückte seine feste Überzeugung aus, „dass unsere Organisation und die Internationale Arbeitskonferenz durch eigenes Beispiel und mit guten Ergebnissen diesem Irrweg entgegentritt. “ Er nannte den Multilateralismus eine wachsende Herausforderung für die internationale Gemeinschaft.

Die Diskussion der Arbeitskonferenz zum sozialen Dialog kommt daher rechtzeitig und bietet Gelegenheit, dieses Instrument zu schärfen, um die zukünftigen Transformationen in der Welt der Arbeit zu gestalten.
Zum Thema Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz rief der Generaldirektor die Delegierten auf, „Wege zu eröffnen, die Arbeitsplätze frei von Gewalt und Belästigung garantieren“.

Der Ausschuss von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Regierungsdelegierten wird sich mit der ersten Diskussion über einen neuen ILO-Standard im Kampf gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt befassen.
Guy Ryder betonte den Handlungsbedarf gegen alle Formen von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz, einschließlich sexueller Belästigung  - die durch die „Me-Too“ Kampagne in den Mittelpunkt gerückt ist. Er ermutigte die Delegierten gemeinsam Ergebnisse zu erzielen, die wirklich Verbesserungen darstellen.

Der Generaldirektor kündigte die Veröffentlichung des Berichts der Globalen Kommission zur Zukunft der Arbeit Anfang des nächsten Jahres an. „Denn die Zukunft der Arbeit heißt auch die Zukunft der ILO“.

Er stellte den Bericht „Die Initiative für erwerbstätige Frauen: Ein Vorstoß für Gleichstellung“ vor, der innovative Maßnahmen zur Überwindung der Geschlechterkluft vorschlägt. Der Bericht über „Die Lage der Arbeitnehmer der besetzten arabischen Gebiete“, konnte wenig Positives über den Arbeitsmarkt berichten. Der Generaldirektor hob das Potential der ILO hervor, um Verbesserungen für die arbeitenden Menschen zu erreichen

Die Internationalen Arbeitskonferenz wird  die Entwicklungszusammenarbeit der ILO  im Kontext der UN-Reform diskutieren. Der Sachverständigenausschuss für die Durchführung der Übereinkommen behandelt die Lage der Arbeitsrechte weltweit mit Schwerpunkt auf Normen zur Arbeitszeit und den Erfahrungen der Mitgliedsstaaten.

Am 1. Juni wird Juan Manuel Santos, Präsident Kolumbiens und Friedensnobelpreisträger eine Rede an die Delegierten der Internationalen Arbeitskonferenz halten.

Am 7. Juni diskutiert ein hochrangiger „Gipfel zur Welt der Arbeit“ über die Bedeutung von Arbeitsplätzen und menschenwürdiger Arbeit zur Sicherung von Frieden und Stabilität in Krisen- und Konfliktländern.

Samir Murad, Arbeitsminister aus Jordanien wurde zum Präsidenten der Arbeitskonferenz gewählt, die vom 28. Mai bis zum 8 Juni 2018 stattfindet.
Als Vizepräsidenten amtieren Jean-Jacques Elmiger (Regierungsvertreter) aus der Schweiz, Khalifa Khamis Mattar (Arbeitgebervertreter) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Akiko Gono (Arbeitnehmervertreterin) aus Japan.

Der irakische Premierminister Haider al-Abadi und der Präsident der Zentralafrikanischen Republik Faustin-Archange Touadéra sowie der Präsident Irlands, Michael D. Higgins werden vor dem Parlament der Arbeit sprechen.

Die Internationale Arbeitskonferenz berät über die Politik der Internationalen Arbeitsorganisation und findet jährlich in Genf statt. Das Parlament der Arbeit vereinigt mehr als 5.000 Delegierte von Regierungs-, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern aus 187 ILO-Mitgliedsstaaten.