The impact of HIV and AIDS on the world of work: global estimates

Auswirkungen von HIV/Aids auf die Arbeitskraft führt zu Verlusten in Milliardenhöhe

Der aktuelle ILO-Bericht stellt die hohe Anzahl an HIV- und Aids-Opfern unter den weltweit Erwerbstätigen und die hiermit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen ins Zentrum.

Nachricht | 24. Mai 2018
© Abbie Trayler-Smith / H6
Genf (ILO News) - Es müssen dringend Anstrengungen unternommen werden, um Behandlungslücken zu schließen, Tests und Präventionsmaßnahmen auszuweiten und sicherzustellen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein gesundes und würdiges Leben genießen können.

Abgesehen vom menschlichen Leid, sind die monetären Verluste, die aufgrund von Todesfällen oder Arbeitsunfähigkeit durch Aids-Erkrankung entstanden sind, sind gegenüber 2005, als sie sich auf fast 17 Milliarden Dollar beliefen, deutlich rückläufig. Gleichwohl belaufen sich die Schätzungen für das Jahr 2020 immer noch auf 7,2 Milliarden Dollar. Bei rechtzeitiger Behandlung könnte viel Leid vermieden werden und die Kosten wären geringer.

Der aktuelle ILO-Bericht „The impact of HIV and AIDS on the world of work: global estimates“, der in Zusammenarbeit mit UNAIDS erstellt wurde, untersucht, wie die Entwicklung der HIV-Epidemie und die Ausweitung der antiretroviralen Therapie die globalen Arbeitskräfte heute und in Zukunft beeinflussen.. Der Bericht bewertet ebenso die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von HIV auf die Arbeitnehmerschaft und ihre Haushalte.

Die Analysen zeigen, dass die auf HIV und Aids zurückzuführenden Todesfälle von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von 1,3 Millionen im Jahr 2005 auf 425.000 im Jahr 2020 sinken werden. Die höchste Sterblichkeitsrate liegt bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in ihren späten 30ern sind. „Dies ist das Alter, an dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer normalerweise auf dem Höhepunkt ihres produktiven Lebens sind. Diese Todesfälle sind absolut vermeidbar, wenn die entsprechende Behandlung frühzeitig eingesetzt und beschleunigt würde“, so ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

Diese Todesfälle sind absolut vermeidbar, wenn die entsprechende Behandlung frühzeitig eingesetzt und beschleunigt würde.“

Guy Ryder, ILO Director-General

Die gute Nachricht ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter durch antiretrovirale Therapien arbeits- und leistungsfähig bleiben. Die Zahl der mit HIV lebenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die entweder voll oder teilweise arbeitsunfähig sind, ist seit 2005 dramatisch zurückgegangen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Die Gesamtzahl der Personen, bei denen davon auszugehen ist, dass sie voll arbeitsunfähig bleiben, wird sich innerhalb von 15 Jahren (2005 bis 2020) von 350.000 auf etwa 40.000 reduzieren - ein Rückgang um 85 Prozent bei Männern und 93 Prozent bei Frauen.

Der Bericht betrachtet auch die "versteckten Kosten" ― die Last der Pflege oder zusätzliche Hausarbeiten für Mitglieder des Haushalts. Für das Jahr 2020 gehen mittelfristige Prognosen davon aus, dass etwa 140.000 Kinder zusätzliche  Haushaltspflichten übernehmen müssen, die der Kinderarbeit sehr nahe kommen. Gleichzeitig wird in den Familien unbezahlte Pflegearbeit geleistet, die der Arbeit von etwa 50.000 Vollzeitbeschäftigten entspricht. 
Die Zahl der HIV-infizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist von 22,5 Millionen 2005 auf 26,6 Millionen im Jahr 2015 gestiegen.

Für das Jahr 2020 ist ein weiterer Anstieg auf fast 30 Millionen Menschen zu erwarten, selbst bei einer geplanten Aufstockung der antiretroviralen Therapie. “Eine schlichte Ausweitung der Behandlung allein reicht nicht aus. Tests und HIV-Präventionsmaßnahmen müssen auch intensiviert werden, wenn wir Aids vollständig eliminieren wollen. Das sagt nicht nur der gesunde, sondern auch der ökonomische Menschenverstand“, so das Resümee von ILO-Generaldirektor Guy Ryder.