Welttag für Soziale Gerechtigkeit 2018

Soziale Gerechtigkeit für Migranten geht alle an

„Eine effektiv gestaltete Arbeitsmigration ist die Grundlage für Fairness im Umgang mit 150 Millionen Migrantinnen und Migranten weltweit“, so ILO-Generaldirektor Guy Ryder anlässlich des Welttags für Soziale Gerechtigkeit

Nachricht | 20. Februar 2018
©Huang jiexian / Imaginechina

Soziale Gerechtigkeit ist ein Grundpfeiler für dauerhaften Frieden und gedeihliche Koexistenz.

150 Millionen Migrantinnen und Migranten weltweit stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Welttages für Soziale Gerechtigkeit. Viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten werden ausgebeutet, sehen sich Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt und grundlegender sozialer Schutz wird ihnen oft vorenthalten. Dies betrifft vor allem Frauen, die 44 Prozent der weltweiten Migranten stellen.

Migration ist zu einem hohen Prozentsatzdirekt oder indirekt mit der Suche nach menschenwürdiger Arbeit verbunden. Die Arbeit viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten  ist zugleich durch eine Verletzung der Arbeits- und Menschenrechte gekennzeichnet. Die Arbeit wird  im Niedriglohnsektor verrichtet und die Menschen leisten Arbeit unter gefährlichen und unsicheren Bedingungen, häufig in der informellen Wirtschaft.

Hohe Anwerbungskosten - im Durchschnitt betragen diese mehr als ein Jahresgehalt – erhöhen die Anfälligkeit für Zwangs- und Kinderarbeit.

Wie alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Arbeitsmigrantinnen und -migranten Anspruch auf faire Behandlung. Dies ist ein Schlüsselelement für den sozialen Zusammenhalt und für nachhaltige Entwicklung von Gesellschaften.
Fair und effektiv gestaltete Arbeitsmigration beinhaltet Chancen  für die betroffenen Menschen, ihre Familien und für aufnehmende Länder. Sie trägt zum Ausgleich von Arbeitsangebot und –nachfrage bei, erfordert allerdings Qualifizierung, so dass insgesamt das Qualifikationsniveau gehoben wird. Arbeitsmigrantinnen und -migranten zahlen in die sozialen Sicherungssysteme ein und tragen zur kulturellen und sozialen Bereicherung von Gesellschaften bei.

Gute gestaltete Arbeitsmigration soll Kooperationen zwischen Migrationskorridoren und Regionen ermöglichen. Grundlage sind internationale Arbeitsstandards, besonders die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, die relevanten ILO-Übereinkommen und UN-Konventionen.  „Multilateral Framework on Labour Migration“ der ILO und „General Principles and Operational guidelines for Fair Recruitment“ sind wegweisende Rahmenempfehlungen.

Die ILO befürwortet die Verabschiedung der Richtlinien über faire Gestaltung von Arbeitsmigration auf allen Ebenen – global, regional und national. Dieser Ansatz bezieht jene Institutionen ein, die vorrangig mit der Gestaltung des Arbeitsmarktes befasst sind -  Arbeitsministerien, Unternehmen und Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen.

2016 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen, die Herausforderungen der Migration anzunehmen und den „Global Compact on Safe Orderly and Regular Migration“ zu entwickeln, um Migrationsregelungen zu verbessern und den Beitrag von Migrantinnen und Migranten für nachhaltige Entwicklung zu stärken.

Wir haben die Wahl und können Arbeitsmigration zu einer win-win-Situation entwickeln, für Migrantinnen und Migranten, wie für Aufnahmeländer. In welcher Weise die internationale Gemeinschaft ihren Mitgliedsstaaten dabei hilft, diese Vereinbarungen umzusetzen, wird entscheidend für die zukünftige Gestaltung der Arbeitsmigration sein.