Textilindustrie in Bangladesch

ILO, Deutschland und Bangladesch unterzeichnen Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung einer Arbeitsunfallversicherung

Die Internationale Arbeitsorganisation, ILO, Deutschland und die Regierung von Bangladesch arbeiten bei der Entwicklung einer Arbeitsunfallversicherung zusammen.

Nachricht | 6. Oktober 2015
Dhaka – Eine entsprechende Absichtserklärung wurde Anfang Oktober vom deutschen Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, dem Staatssekretär im Arbeitsministerium von Bangladesch Mikail Shipar und ILO Länderdirektor Bangladesch Srinivas Reddy unterzeichnet.

Die drei Parteien arbeiten in der Anfangsphase bei der Gestaltung eines Arbeitsunfallversicherungssystems für den Textilsektor zusammen. Dabei werden die Gesetzgebung und nationale institutionelle Kapazitäten zur Umsetzung behandelt. In einer späteren Phase wird ein Pilotsystem eingeführt, bevor das Projekt national und auf andere Industriesektoren ausgeweitet wird.

Mikal Shipar, sagte dazu: „Die Regierung von Bangladesch verpflichtet sich zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer in Bangladesch. Durch die Zusammenarbeit mit der ILO und Deutschland kommen wir der Entwicklung einer Arbeitsunfallversicherung näher. Dies dient dem Leben von Millionen Menschen, unterstützt die Wirtschaft und verbessert die Reputation der Textilindustrie in Bangladesch.“

Srinivas Reddy, ILO Direktor im Länderbüro für Bangladesch fügte hinzu: „Eine allgemein gültige Arbeitsunfallversicherung wird Arbeitnehmern wie Unternehmen gleichermaßen nützen. Die Unterstützung Deutschland spiegelt die Bedeutung wider, die die Internationalen Gemeinschaft auf die Entwicklung von sozialem Schutz für Arbeitnehmer legt. Wir ermutigen weitere Partner uns bei diesem Projekt zu unterstützen.“

Die ILO fördert aktiv diese Strategie und stellt ihre Expertise für Länder bereit, damit sozialer Schutz allen Gesellschaftsmitgliedern zugute kommt. Die Erfahrung zur Bereitstellung von Kompensationsmechanismen für Betroffene nach der Katastrophe von Rana Plaza belegt einmal mehr die Notwendigkeit zur Entwicklung einer Arbeitsunfallversicherung. Arbeitnehmer erhalten im Falle eines Unfalls eine Entschädigung während Unternehmen von der kostengünstigen und verschuldungsunabhängigen Versicherung und profitieren.

Im Januar 2015 fand in Dhaka ein erster Workshop statt, auf dem allen Interessengruppen Konzepte und Prinzipien einer Arbeitsunfallversicherung vorgestellt wurden. Im Mai und Juni schloss sich eine ILO Expertenreise nach Dhaka an, um eine Machbarkeitsstudie auf den Weg zu bringen. Im July 2015 fragte die Regierung von Bangladesch formal beim ILO Länderbüro in Bangladesch an und bat um direkte Koordination der Geberinitiativen zur Gestaltung einer Arbeitsunfallversicherung. Im Ergebnis kooperiert die ILO eng mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Gesellschaft für Internationalen Zusammenarbeit (GIZ).