104. Internationale Arbeitskonferenz in Genf

ILO-Generaldirektor Guy Ryder ruft zu einer globalen Initiative zur Zukunft der Arbeit auf

„Wir müssen die langfristigen, globalen Treibkräfte des Wandels in der Arbeitswelt und die weltweiten Megatrends klar identifizieren und definieren, was sie für die Ziele der ILO in zweiten Jahrhundert ihres Bestehens bedeuten," so ILO-Generaldirektor Guy Ryder vor 4.000 Delegierten in Genf.

Nachricht | 1. Juni 2015
Genf (ILO News) - Zur Eröffnung der 104. Internationalen Arbeitskonferenz forderte ILO-Generaldirektor Guy Ryder vor den Delegierten von Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen eine globale Debatte zur Zukunft der Arbeit.

„Die Themen Arbeit, Gleichheit, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Arbeitsmobilität und sozialer Dialog werden wir im Rahmen unserer Initiative zur Zukunft der Arbeit diskutieren. Sie sind bereits per Definition politische Schlüsselthemen unserer Zeit“, so Guy Ryder.



Die neue Initiative zur Zukunft der Arbeit wird in vier Segmenten strukturiert und diskutiert werden: Arbeit und Gesellschaft, die Gestaltung von Arbeit und Produktion, menschenwürdige Arbeitsplätze für alle und schließlich rechtliche und administrative Rahmenbedingungen für Arbeit.

Eine hochrangige Kommission zur Zukunft der Arbeit wird einen Ergebnisbericht für die Jahrhundertkonferenz der ILO im Jahr 2019 erstellen.

Ryder rief die Delegierten in seinem Bericht für die Arbeitskonferenz: „Die Jahrhundertinitiative zur Zukunft der Arbeit“ dazu auf, „die langfristigen, globalen Treibkräfte des Wandels in der Arbeitswelt und die weltweiten Megatrends klar zu identifizieren und zu definieren, was sie für die Ziele der ILO in zweiten Jahrhundert ihres Bestehens bedeuten."

Im Jahr 2014 waren nach dem jüngsten ILO-Bericht „World Employment and Social Outlook 2015”  201 Millionen Menschen ohne Arbeit, über 30 Millionen mehr als vor der globalen Krise im Jahr 2008. Die außerdem nötige Bereitstellung von Arbeitsplätzen für mehr als 40 Millionen Menschen, die jedes Jahr in den globalen Arbeitsmarkt eintreten, zeigt die ganze Dimension der gewaltigen Herausforderung, vor der die Welt steht. Neben der verbreiteten Arbeitslosigkeit sind die globalen Veränderungen in Beschäftigungsverhältnissen ins Blickfeld zu nehmen.

Weitere Schwerpunktthemen auf der Tagesordnung der Internationalen Arbeitskonferenz sind: Klimawandel, erstmals eine internationale Norm zum Übergang von der informellen zur formellen Wirtschaft, die Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen zur Schaffung menschenwürdiger und produktiver Arbeitsplätze sowie Arbeitnehmerschutz (Löhne, Arbeitszeiten, Mutterschutz, Arbeitsschutz, Prävention und Arbeitsgesundheit).

Prävention und der Arbeitsschutz stehen auch angesichts globalisierter Produktionsketten im Zentrum des ILO-Mandats. Am 11. und 12. Juli finden hochrangige Diskussionen zum Klimawandel in der Welt der Arbeit und zur Kinderarbeit statt. Von der Konferenz soll nicht zuletzt ein starkes Signal an die Mitgliedsstaaten zur Ratifizierung des Protokolls von 2014 zum ILO-Übereinkommen 29 zur Abschaffung der Zwangsarbeit ausgehen.

Die lettische Staatssekretärin des Ministerium für Wohlfahrt, Ieva Jaunzeme wurde zur Präsidentin der Internationalen Arbeitskonferenz (1. bis 13 Juni 2015) gewählt.