G20 Gipfel in Brisbane

G20: Schaffung von Arbeitsplätzen weltweit gehört zu den Prioritäten

Der Gipfel wurde durch die Sorge gekennzeichnet, dass sich das geringe weltweite Wirtschaftswachstum fortsetzt. Weitere gemeinsame Anstrengungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen sind notwendig.

Nachricht | 17. November 2014
© G20 Australia
Brisbane (ILO-News) – Zum Abschluss des G20 Gipfels in Brisbane sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder, dass die Steigerung des weltweiten Wachstums für besseren Lebensstandard und gute Arbeitsbedingungen für Menschen rund um den Globus, höchste Priorität für die G20 besitzen. Dies sei für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die ILO-Konstituenten sehr zu begrüßen.

Das Ziel eines zweiprozentigen Anstiegs des Bruttoinlandprodukts der G20 Länder bis 2018 ist eine bedeutende Verpflichtung. „Wenn wir dies erreichen, können mehr Arbeitsplätze geschaffen werden. Wir benötigen Wachstum, um den Schaden, der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht wurde, zu reparieren“, so Ryder.

Die G20 hatten sich im Februar geeinigt, dass jedes Mitgliedsland nationale Wachstumsstrategien entwickelt, mit dem Ziel, dass gemeinsame Bruttoinlandprodukt aller G20-Länder um zwei Prozent über dem, vom IWF für 2018 vorausgesagten Trend, zu steigern. Seitdem hat sich das Wachstum für 2014 für alle G20-Länder abgeschwächt. Die Teilnehmer des Gipfels beteuerten ihre Bereitschaft, alle politischen Optionen zu nutzen, um Vertrauen und Aufschwung zu stärken.

Die globale Gesamtnachfrage geht derzeit zurück und potentielles Wachstum könnte vor allem auch durch Investitionen in die Infrastruktur angeregt werden. „Der angemessene Ausgleich der Maßnahmen zur Steigerung der Konsumnachfrage und von Investitionen ist entscheidend“, so ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

In nationalen Beschäftigungsplänen, vorgelegt von den G20-Arbeitsministern der größten Volkswirtschaften, - USA, China, Deutschland und Japan - heißt es, dass durch Anhebung der unteren Lohngruppen Fortschritte erreicht wurden.

Wir benötigen Wachstum, um den Schaden, der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht wurde, zu reparieren"

Guy Ryder, ILO-Generaldirektor
„Das könnte einen Anstieg der Haushaltseinkommen im Jahr 2015 bewirken, zu höhren Investitionen in Produktionskapazitäten führen und die Nachfrage vor allem für Einsteiger auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Der besorgniserregende Anstieg der Ungleichheit wäre gestoppt, könnte sich umkehren und einen entscheidenden Beitrag für die Realisierung des zwei Prozent Wachstumsziels der G20 darstellen“, so Ryder.

Eine weitere wichtige Verpflichtung liegt in der Reduzierung der Kluft zwischen der Erwerbsquote von Männern und Frauen um 25 Prozent bis 2025, nationale Verschiedenheiten berücksichtigend. „25 Prozent im Jahr 2025 zu erreichen wäre ein Durchbruch im Kampf gegen Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz“, so Ryder. Es ist nicht einfach, dies zu erreichen. Bezahlter Elternurlaub, hohe Investitionen in Kinder- und Seniorenbetreuung, Stärkung von Anti-Diskriminierungsmaßnahmen und natürlich gleiche Bezahlung, sind die politischen Strategien, um gute Arbeit für mehr als 100 Millionen Frauen zu schaffen, die die G20 in den nächsten 10 Jahren in Arbeit bringen will.

Ryder ging auch auf die gesonderte G20-Erklärung zu Ebola ein: „Ich begrüße es sehr, dass die Staatschefs nicht nur den Mut der Frauen und Männer ehren, die die notwendigen Hilfs- und Gesundheitsleistungen in Guinea, Liberia, Sierra Leone und anderswo leisten, sondern sich auch verpflichten, Sicherheitsbedingungen und Weiterbildung für die wichtige Arbeit der Gesundheitsarbeiter zu fördern.

Für 2015 verabschiedete der Gipfel den Brisbane Aktionsplan, der einen ausführlichen Teil zur Schaffung von Beschäftigung und Partizipation enthält. „In diesem Jahr wurde ein wichtiger Fortschritt bei der Integration von Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik erzielt. Die ILO steht dafür, dass die G20 inklusives Wachstum fördert und mehr und bessere Arbeitsplätze schafft und umgekehrt“, so Ryder. „Mit der Einführung einer Arbeitsgruppe für Beschäftigung und der Aufforderung an die Arbeitsminister, über die Folgemaßnahmen der Beschäftigungspläne an die G20 zu berichten, ist die grundlegende Beziehung innerhalb des G20 Prozesses gelegt“.