Welttag der Lehrerin und des Lehrers am 5. Oktober

"In Lehrerinnen und Lehrer zu investieren heißt in die Zukunft zu investieren"

Am diesjährigen 5. Oktober feiern wir den 20. Geburtstag des Welttags der Lehrerin und des Lehrers und erinnern an die Verabschiedung der gemeinsamen ILO/UNESCO Empfehlung zum Status von Lehrerinnen und Lehrer aus dem Jahr 1966.

Nachricht | 5. Oktober 2014
Ein Bildungssystem ist nur so gut wie seine Lehrerinnen und Lehrer. Sie sind unverzichtbar für eine universelle und qualitätsvolle Bildung für Alle: Sie sind zentral für die Herausbildung des Denkens und der Einstellungen der kommenden Generationen zu den neuen globalen Herausforderungen und Möglichkeiten. Innovative, inklusive und ergebnisorientierte Lehre ist äußerst wichtig für die kommenden Jahre, wenn wir für Millionen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen weltweit die bestmöglichen Chancen bieten wollen.

In vielen Ländern wird die Qualität der Bildung durch Lehrermangel unterlaufen. Es werden weltweit zusätzlich 1,4 Millionen Lehrerinnen und Lehrer benötigt, um universelle Primarbildung bis 2015 zu erreichen und 3,4 Millionen zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer sind es nach den Statistiken der UNESCO bis 2030.

Zusätzlich zu den fehlenden Lehrkräften muss die Frage der Qualität der Bildung im Mittelpunkt stehen. Häufig arbeitet das Lehrpersonal ohne Material und angemessene Ausbildung. Die Einsätze sind hoch: Wir sehen uns heute einer weltweiten Krise der Bildung gegenüber: 250 Millionen Kinder lernen nicht die grundlegenden Inhalte, obwohl mehr als die Hälfte von ihnen vier Jahr in der Schule verbracht haben.

Lehrerinnen und Lehrer gut aus-und weiterzubilden hat daher Priorität. Das heißt gründliche Ausbildung, bessere Bedingungen für ihre Beschäftigung, qualitätsbasierte Personalauswahl und bessere Anreize, damit mehr Menschen den Lehrerberuf, besonders junge Menschen und Frauen unterrepräsentierter Gruppen, ergreifen.

Die Entwicklungsagenda nach 2015 summiert die angemessenen Grundlagen, um die Effektivität der Lehrkräfte zu unterstützen:
  1. Gute Beschäftigungsbedingungen, einschließlich angemessener Verträge und Gehälter sowie Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
  2. Gute Bedingungen des Arbeitsumfeldes, basierend auf einem Schulumfeld das für die Lehre förderlich ist
  3. Hohe Qualitätsstandards für Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer, auf der Grundlage des Respekts der Menschenrechte und den Prinzipien der inklusiven Bildung
  4. Effektives Management, einschließlich Einstellung und Weiterbildung
Vor allem hängt qualitätsvolle Lehre davon ab, dass Lehrerinnen und Lehrer grundlegende Rechte genießen, wie Schutz vor Gewalt, akademische Freiheit und die Freiheit unabhängigen Gewerkschaften beizutreten. Rechte von Lehrerinnen und Lehrer zu schützen hilft ihnen, Schutz und Sicherheit der Mädchen und Jungen in ihrer Verantwortung zu gewährleisten: Wir müssen darauf bestehen, dass Schule ein geschützter Raum für Kinder und Lehrkräfte bleibt.
Kinder und junge Menschen sind die Zukunft der Gesellschaft. Eine gute Bildung ermöglicht es, als globale Bürgerinnen und Bürger Antworten auf die Herausforderungen einer komplexen Welt zu finden und für eine friedvolle und nachhaltige Gemeinschaft einzutreten. Lehrerinnen und Lehrer von heute und morgen benötigen die Fähigkeiten, das Wissen und die Unterstützung, um auf die verschiedenen Lernbedürfnisse eines jeden Mädchen und Jungen einzugehen. Erinnern wir und daran: Lehrerinnen und Lehrer sind eine Investition in die Zukunft.

Die internationale Gemeinschaft und Regierungen stehen zusammen, um qualitätsvolle Bildung weltweit zu unterstützen, besonders in den Ländern, wo die höchsten Zahlen von Kindern, die keine Schule besuchen, bestehen. Wir laden dazu ein, die Botschaft des 5. Oktobers, den Welttag der Lehrerin und Lehrers und das Motto des diesjährigen Welttags zu verbreiten: In Lehrerinnen und Lehrer zu investieren heißt in die Zukunft zu investieren.

Irina Bokova, Generaldirektor UNESCO
Guy Ryder, Generaldirektor ILO
Anthony Lake, Exekutivdirektor UNICEF
Helen Clark, Administrator UNDP
Fred van Leeuwen, Generalsekretär Education International