von ILO-Generaldirektor Guy Ryder

Die Tragödie von Lampedusa zeigt das Versagen der Migrationspolitik

Nachricht | 6. Oktober 2013
Die Tragödie vor der Küste Lampedusas, die hunderten von Menschen das Leben kostete, erinnert uns einmal mehr und schmerzlich daran, dass die Suche nach einem besseren und sicheren Leben und nach menschenwürdiger Arbeit verzweifelte Formen angenommen hat.

Es ist eine bittere Ironie, dass sich dieses Trauerspiel zeitgleich mit der Generalversammlung der Vereinten Nationen und seinem Dialog auf hoher Ebene über internationale Migration und Entwicklung ereignete.


Die Tragödie von Lampedusa ist ein eindringlicher Aufruf an die internationale Gemeinschaft, gemeinsam so zu handeln, dass sichere Migration möglich ist, und die Menschenrechte der Migranten voll gewährleistet sind.

Zusammen mit den wichtigen Akteuren am Arbeitsmarkt, Arbeitsministerien, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, müssen wir neue, legale Möglichkeiten der Migration schaffen, um Lösungen zu finden. Dies bedeutet einen grundlegen Politikwandel in vielen Ländern: eine besser ausbalancierte Arbeitsmigrationspolitik, inklusive Politikentscheidungen über Migration, Beteiligung aller administrativen Instanzen, eine enorme Anstrengung der Regierungen, Sozialpartner und der Zivilgesellschaft, um die negative öffentliche Wahrnehmung zur Migration zu wandeln.

Wenn wir dies nicht schaffen, wäre der Dialog über internationale Migration und Entwicklung umsonst.