Bericht der Globalen Kommission zur Zukunft der Arbeit

Hintergrund: Für eine bessere Zukunft arbeiten

"Für eine bessere Zukunft arbeiten“ – unter diesem Leitbild steht der Report der Globalen Kommission zur Zukunft der Arbeit. Welche Herausforderungen die Kommission benennt und welche Handlungsempfehlungen der Report gibt, erfahren Sie hier.

Artikel | 22. Januar 2019
Der Report entwickelt eine am Menschen orientierte Agenda. Die Arbeit von morgen muss im Einklang mit der Agenda 2030 stehen, wirtschaftliche und soziale Sicherheit bieten und gleiche Rahmenbedingungen für alle ermöglichen. Erwerbsarmut, Risiken und soziale Unsicherheit müssen aktiv verringert werden. Drei konkrete Handlungsschwerpunkte stehen im Zentrum:

1.    Verstärkt in die Fähigkeiten der Menschen investieren durch:

  • Universellen Anspruch auf lebenslanges Lernen
  • Investitionen in Institutionen, Politikkonzepte und Strategien, um Menschen bei Arbeitsmarktübergängen und Umbrüchen zu begleiten
  • Transformative und messbare Agenda für Geschlechtergleichstellung
  • Universellen Sozialschutz von der Geburt bis ins hohe Alter

2.    Verstärkt in die Institutionen der Arbeit investieren durch:

  • Allgemeine Garantien für Arbeitende – insbesondere grundlegende Rechte bei der Arbeit, Anspruch auf lebenssichernden Lohn – ungeachtet ihrer vertraglichen Vereinbarung oder ihres Erwerbsstatus
  • Ausweitung der Zeitsouveränität und Wahlmöglichkeiten, um flexible und selbstbestimmte Arbeitszeiten zusammen mit Arbeitgebern zu ermöglichen
  • Kollektive Vertretung von Beschäftigten durch sozialen Dialog und auf Basis von Vereinigungsfreiheit und dem Recht zu Kollektivverhandlungen
  • Technologie im Dienste menschenwürdiger Arbeit nutzen. Digitale Arbeitsplattformen sollten einem internationalen Basis-Regelwerk unterliegen, um Mindestrechte und -schutzvorkehrungen zu ermöglichen

3.    Verstärkt in menschenwürdige und nachhaltige Arbeit investieren durch:

  • Anreize zur Förderung von Investitionen in den für menschenwürdige und nachhaltige Arbeit relevanten Bereichen. Dies beinhaltet Investitionen in ländliche Wirtschaft, digitale Infrastruktur und Förderung der Geschlechtergleichstellung
  • Anreizstrukturen für Unternehmen, um längerfristige und nachhaltige Investitionskonzepte umzusetzen. Dies kann eine faire Steuerpolitik, überarbeitete Rechnungslegungsstandards, eine gestärkte Interessenvertretung sowie Änderungen der Berichtspraxis umfassen
Um diese Handlungsschwerpunkte umzusetzen, müssen alle Akteure verstärkt Verantwortung übernehmen und diese durch nachhaltige nationale Strategien ergänzen. Der soziale Dialog zwischen Regierungen, Arbeitnehmern- und Arbeitgeberverbänden ist zentral. Ein starkes multilaterales System ist essentiell. Dazu sind systematische und lebendige inhaltlich ausgerichtete Arbeitsbeziehungen zwischen internationalen Organisationen und eine stärkere Kohärenz unerlässlich. Der ILO kommt hierbei eine zentrale Rolle zu, basierend auf Ihrem Normsetzungsmandat und ihrer Dreigliedrigkeit.