Better work program der ILO

Nutzung bestehender Kanäle der Entwicklungszusammenarbeit

Um besonders schnell auf Arbeitsplatz- und Einkommensverluste reagieren zu können, strukturiert die ILO bestehende Projekte um, damit Arbeitsplätze erhalten werden können, Arbeitsschutz zu gewährleisten wird und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finanziell Unterstützung erhalten. Ein Beispiel: Better Work

Artikel | 30. April 2020
Better Work ist ein weltweit agierendes Programm der ILO in Zusammenarbeit mit der International Finance Cooperation (Weltbank). Es bringt verschieden Akteure der Bekleidungsindustrie zusammen, um in globalen Lieferketten Arbeitsstandards und Arbeitssicherheit zu verbessern. Zum jetzigen Zeitpunkt nehmen 1700 produzierende Unternehmen teil, die gemeinsam 2.4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in sieben Ländern beschäftigen.

Momentan sind viele der Partnerunternehmen von Arbeitsplatzschließungen betroffen. Weiterbildungsprojekte des Better Work Programmes mussten unterbrochen werden. Auch Inspektionen und damit verbundene Bewertungen und Kontrollen von Arbeitsplätzen sind ausgesetzt.

Das Better Work Team begegnet dem mit einer Ausweitung der digitalen Dienstleistungen: So werden virtuelle Seminare für Industriepartner verstärkte genutzt. In den Firmen, die weiterhin produzieren können, werden virtuelle Begehungen der Werkstätten eingeführt. So werden Arbeitgeber gezielt angelernt, Sicherheitsmaßnahmen aufzubauen, um das Beschäftigen vor dem Virus zu schützen.

In Bangladesch hat Better Work zusammen mit anderen UN Organisationen, Kaufenden und der Bangladesch Garment Manufacturers and Exporters Association zudem eine Task Force ins Leben gerufen, um die Produktion von Persönlicher Schutzausrüstung der Stufe 1 anzustoßen. Dies ist nicht nur ein Standbein für produzierende Unternehmen in Zeiten der Pandemie weiter zu produzieren und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Umstellung der Produktion auf neue Produkte ist auch eine Investition in die Zukunft, um langfristig hochwertige Schutzausrüstung zu fertigen und zu verkaufen.

Im Zuge der Pandemie führen viele der Länderprojekte Online Befragungen mit den produzierenden Unternehmen durch, um ein besseres Bild von dem Ausmaß der Pandemie auf die Produzierenden zu erhalten. Diese können Aufschluss darüber geben, in wieweit Maßnahmen ausgeweitet oder verändert werden müssen, um den lokalen Anforderungen zu entsprechen.

Die Sozialpartner rufen in einem „Call for Action“ dazu auf, die Einkommen der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie weltweit zu sichern, ihre Gesundheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und Unternehmen zu unterstützen. Für die Ausarbeitung nachhaltiger Basisschutz-Systeme braucht es die Unterstützung aller Akteure vereint: Regierungen, Finanzinstitutionen, Internationale Organisationen, Einzelhändler, die Bekleidungsindustrie aber auch Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter sowie weiterer Partner. Der Text wurde von der Internationalen Arbeitgeberorganisation (IOE), des Internationalen Gewerkschaftsbundes (ITUC) and IndustriALL Global Union aufgesetzt. Die ILO hat den Prozess technisch unterstützt. Im nächsten Schritt kommt eine Internationale Arbeitsgruppe aller Akteure zusammen, um gemeinsame Schritte zu beschließen. Eine Unterstützung des „Call for Action“ ist für Unternehmen und andere Partner ist möglich

Regelmäßige updates zu der aktuellen Situation sowie der Länder-Programme vor Ort finden Sie hier.