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International Training Centre, ITC in Turin

ILO helpdesk to implement decent work principles in companies

Unterstuetzung von Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der Prinzipien menschenwuerdiger Arbeit

ACTRAV Helpdesk on Financial and Economic Crisis

Bureau for Workers' Activities - ACTRAV Helpdesk on Financial and Economic Crisis

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Berliner Bündnis gegen Menschenhandel

ILO Verfassung

Die Gründung der ILO im Jahre 1919 steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem traumatischen Erlebnis des gerade beendeten Ersten Weltkrieges. Die Verfassung der Organisation wurde im Rahmen der Pariser Friedenskonferenz von dem "Ausschuß für internationale Gesetzgebung" erarbeitet und ist Bestandteil (Teil XIII) des Friedensvertrags von Versailles. Die Gründung und die Aufgaben der ILO beruhen auf folgender Erkenntnis:

"Der Weltfriede kann auf die Dauer nur auf sozialer Gerechtigkeit aufgebaut werden."
(Präambel der Verfassung von 1919)

Die Verfassung definiert die grundlegenden Ziele und Aufgaben der ILO. Als Hauptaufgabe legt sie die Erarbeitung internationaler Arbeits- und Sozialnormen fest. In der Präambel heißt es dazu:

"Nun bestehen aber Arbeitsbedingungen, die für eine große Anzahl von Menschen mit so viel Ungerechtigkeit, Elend und Entbehrungen verbunden sind, dass eine Unzufriedenheit entsteht, die den Weltfrieden und die Welteintracht gefährdet.

Eine Verbesserung dieser Bedingungen ist dringend erforderlich, zum Beispiel durch Regelung der Arbeitszeit, einschließlich der Festsetzung einer Höchstdauer des Arbeitstages und der Arbeitswoche, Regelung des Arbeitsmarktes, Verhütung der Arbeitslosigkeit, Gewährleistung eines zur Bestreitung des Lebensunterhaltes angemessenen Lohnes, Schutz der Arbeitnehmer gegen allgemeine und Berufskrankheiten sowie gegen Arbeitsunfälle, Schutz der Kinder, Jugendlichen und Frauen, Vorsorge für Alter und Invalidität, Schutz der Interessen der im Auslande beschäftigten Arbeitnehmer, Anerkennung des Grundsatzes "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit", Anerkennung des Grundsatzes der Vereinigungsfreiheit, Regelung des beruflichen und technischen Unterrichtes und ähnliche Maßnahmen."

Mit Gründung der ILO wurden zum ersten Mal die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft und die Zuständigkeit einer internationalen Organisation anerkannt, wie ein Gesetzgeber Fragen anzugehen und zu regeln, die vorher ausschließlich innere Angelegenheit eines jeden Staates waren (die im 19. Jahrhundert abgeschlossenen multinationalen Abkommen, z. B. auf dem Gebiet des Postwesens, befassten sich ausschließlich mit Fragen der zwischenstaatlichen Beziehungen). Diese Entwicklung hat die traditionellen Auffassungen über internationale Beziehungen und nationale Souveränität grundlegend verändert und durchdringt heute die gesamte Organisationsstruktur der Welt.

Als die ILO 1944 ihr 25jähriges Bestehen feierte, trat die Internationale Arbeitskonferenz wegen der Kriegswirren nicht in Genf, sondern in Philadelphia (USA) zusammen und verabschiedete die inzwischen zum Bestandteil der Verfassung gewordene Erklärung von Philadelphia. Die Erklärung bestätigt zunächst die tragenden Grundprinzipien der ILO:

  • Arbeit ist keine Ware
  • Freiheit der Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit sind wesentliche Voraussetzungen beständigen Fortschritts
  • Armut gefährdet den Wohlstand aller
  • Voraussetzung für Verbesserungen ist der Dialog zwischen Regierung, Arbeitgebern und Arbeitnehmern

und entwickelt sie fort:

"Alle Menschen, ungeachtet ihrer Rasse, ihres Glaubens und ihres Geschlechts haben das Recht, materiellen Wohlstand und geistige Freiheit in Würde, in wirtschaftlicher Sicherheit und unter gleich günstigen Bedingungen zu erstreben".

Nie zuvor hatte das Prinzip der Gleichheit in einer Weltorganisation ein derartiges Gewicht. Bemerkenswert ist, dass diese Erklärung mitten im Zweiten Weltkrieg verabschiedet wurde.

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Last update:11.08.2011 ^ top