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12. Juni ist Welttag gegen Kinderarbeit

ILO-Projekte zeigen: Die Beseitigung der Kinderarbeit in Minen und Steinbrüchen ist möglich

Mehr als eine Million Kinder auf der Welt arbeiten in Bergwerken oder Steinbrüchen. Zum diesjährigen Welttag gegen Kinderarbeit, der am kommenden Sonntag zum vierten Mal begangen wird, will die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Aufmerksamkeit speziell auf das Schicksal der minderjährigen Minenarbeiter lenken.

"Es ist möglich, die Kinder aus den Bergwerken und Steinbrüchen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen", betonte ILO-Generalsekretär Juan Somavia. "Diese Kinder tragen eine schwere Last, und es ist an uns, ihnen diese Last von den Schultern zu nehmen." Das Verbot der Kinderarbeit gehört zu den Kernarbeitsnormen der ILO.

Insgesamt müssen fast 250 Millionen Kinder auf der Welt arbeiten gehen. Alle Formen der Kinderarbeit sind schädlich, doch die Ausbeutung von Kindern in Minen und Steinbrüchen ist die schlimmste von allen. In Asien bauen Kinder Steine oder Edelsteine ab, in Afrika schürfen sie vor allem nach Diamanten, Gold und anderen Edelmetallen und in Südamerika nach Gold, Kohle, Smaragden und Zinn.

Schon die Kleinsten tragen schwere Lasten, atmen gesundheitsschädlichen Staub ein, kriechen durch enge, unbelüftete und dunkle Gänge, teilweise in kaltem Wasser und teilweise toxischen Substanzen wie Blei oder Quecksilber ausgesetzt. Sie erleiden zahlreiche Unfälle, oftmals mit Todesfolge, und viele tragen bleibende Gesundheitsschäden davon. Zumeist arbeiten sie bei kleinen und unregistrierten Firmen, die sich jeglicher Überwachung und Regulierung entziehen.

Das Geld, das die Kinder auf diese Weise verdienen, ist meist ein entscheidender Beitrag für das Überleben der ganzen Familie. Ein bloßes Verbot der Kinderarbeit ist daher kein gangbarer Weg. Dreh- und Angelpunkt jeglicher Lösungsansätze ist vielmehr die Armutsbekämpfung, so dass Kinder nicht mehr gezwungen sind, zum Familieneinkommen beizutragen. Den Kindern muss der Schulbesuch ermöglicht werden, doch zugleich müssen auch für die Schulabgänger Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und um die Schule zu einer attraktiven Alternative zur Lohnarbeit zu machen.

Die ILO hat in mehreren Pilotprojekten in der Mongolei, in Tansania, Niger und den Andenländern gezeigt, dass die Abschaffung der Kinderarbeit durch eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen möglich ist. Im Rahmen der Projekte erhielten die Menschen in den Bergwergsgemeinden Unterstützung zum Aufbau von Kooperativen und zur Erhöhung der Produktivität, etwa durch die Anschaffung von besseren Geräten. Die daraus resultierenden höheren Einnahmen machen eine Mitarbeit der Kinder überflüssig. Hinzu kommen Beihilfen zur Einrichtung von Schulen und zur Verbesserung des Arbeitsschutzes für die erwachsenen Bergwerksarbeiter.

Um die Ausbeutung von Kindern in Bergwerken und Steinbrüchen jedoch nicht nur in einigen Gemeinden, sondern weltweit zu beenden, sind verstärkte Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft nötig. Diese Notwendigkeit will die ILO mit ihrem Welttag gegen Kinderarbeit unterstreichen.

Kurze Fallstudien (auf Englisch) über Kinder in Bergwerken oder Steinbrüchen, ein Hintergrundpapier, Fact-Sheets und Statistiken aufgeschlüsselt nach Ländern zur Kinderarbeit, die Aktivitäten des ILO-Programms zur Abschaffung von Kinderarbeit (IPEC) und das ILO-Photo-Archiv zu Kinderarbeit finden Sie mit einem Doppelklick auf die Links in diesem Absatz.



 

 

Welttag gegen Kinderarbeit
Poster zum Welttag gegen Kinderarbeit
Digging for Survival - The Child Miners

Aktualisiert von MM. Genehmigt von WH.  Stand: 28.07.2005

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