HIV/AIDS hindert rund zwei Millionen Menschen auf der Welt, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Und diese Zahl könnte sich bis zum Jahr 2015 noch verdoppeln. Darauf weist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) anlässlich des weltweiten "Tages der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz" hin, der jedes Jahr am 28. April begangen wird.
"Die weltweite AIDS-Epidemie betrifft vor allem Menschen im arbeitsfähigen Alter und all die, die von ihnen abhängig sind", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Oft genug werden dadurch auch die Rechte dieser Menschen am Arbeitsplatz beeinträchtig. AIDS ist überdies eine Bedrohung für die Wirtschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es ist daher in unser allem Interesse, dafür zu sorgen, dass Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz vor einer Infektion geschützt werden und dass die Betroffenen ausreichende Unterstützung erhalten."
In den mehr als 40 Ländern, in denen von einer HIV-Epidemie gesprochen werden muss, ist das Wirtschaftswachstum auf Grund der Krankheit um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte geringer ausgefallen, als es sonst der Fall gewesen wäre. Dies entspricht einem jährlichen Verlust für die betroffenen Volkswirtschaften von 25 Milliarden US-Dollar. Regierungen ebenso wie Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen haben ein großes Interesse an der Bekämpfung der Epidemie und der Linderung ihrer Folgen, da sie nicht nur Menschenleben bedroht, sondern auch Produktivität und Wirtschaftsleistung beeinträchtigt.
Speziell zur Prävention von HIV-Infektionen am Arbeitsplatz und zum Umgang mit infizierten Mitarbeitern hat die ILO einen Leitfaden herausgegeben, dessen deutsche Fassung im September veröffentlicht wird.
In einem Bericht mit dem Titel "Decent Work - Safe Work - HIV/AIDS" betont die ILO außerdem den engen Zusammenhang zwischen menschenwürdiger Arbeit, dem Arbeitsschwerpunkt der Organisation, auf der einen Seite und Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz auf der anderen Seite. 2,2 Millionen Menschen sterben nach ILO-Schätzungen jedes Jahr durch Unfälle oder Erkrankungen am Arbeitsplatz - Todesfälle die oftmals durch bessere Arbeitsschutzmaßnahmen und Arbeitsinspektionen zu verhindern wären.
Weitere Informationen unter http://www.ilo.org/public/english/protection/safework/worldday/index.htm
Die ILO hat eine CD-ROM entwickelt, die sich speziell an Arbeitgeberorganisationen richtet, um ihnen Hilfestellungen bei der Bewältigung von Problemen in Zusammenhang mit HIV/AIDS am Arbeitsplatz zu geben. Die CD-ROM mit dem Titel "Employers Organizations & HIV/AIDS: Information tools and good practice for workplace action against HIV/AIDS" ist auf Anfrage auf Englisch, Französisch und Spanisch erhältlich.
Weitere Materialien wie "Occupational safety and Health: country profiles" und die CIS-Bibliographie zu "Decent work and HIV/AIDS" finden Sie nebenstehend oder auf o.g. Website.
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