Berlin - Die Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und die Universität Kassel starten im kommenden Wintersemester gemeinsam den englischsprachigen internationalen Masterstudiengang "Labour Policies and Globalisation". Der Studiengang ist auf Initiative und mit Unterstützung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von den beteiligten Hochschulen in Kooperation mit der internationalen Gewerkschaftsbewegung und ausländischen Partneruniversitäten entwickelt worden. Der Studiengang befasst sich mit Fragen von internationalen Sozial- und Arbeitsstandards sowie gewerkschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Kontext der gegenwärtigen Globalisierungsprozesse und ist damit weltweit einzigartig.
Für die Finanzierung der dreijährigen Pilotphase konnte wegen der besonderen entwicklungspolitischen Bedeutung das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gewonnen werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hans-Böckler-Stiftung und der DGB sind in Deutschland Programmpartner. Die ILO und die Hans-Böckler-Stiftung vergeben Stipendien an qualifizierte Studierende.
Bei der Eröffnungsveranstaltung Anfang Oktober wurden die Studierenden nicht nur von den beteiligten Universitäten begrüßt, auch die Ministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie-Wieczorek-Zeul, die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer und Sir Leroy Trotman, Sprecher der Arbeitnehmergruppe im Verwaltungsrat der ILO hießen die Teilnehmer willkommen.
Der Masterstudiengang wird im ersten Semester in Kassel und im zweiten Semester in Berlin angeboten. Zum Wintersemester 2004/2005 nehmen 25 Studierende von Arbeitnehmerorganisationen aus aller Welt das Studium an der Universität Kassel auf. In dem Studiengang setzen sich die Teilnehmenden kritisch mit den Herausforderungen der Globalisierung auseinander, um sozial gerechte Entwicklungsperspektiven für die gewerkschaftliche Praxis zu entwickeln. Dabei richtet das Studienprogramm den Blick auf globale Veränderungen und Akteure, ohne jedoch die lokalen Besonderheiten in den einzelnen Ländern außer acht zu lassen. Praktika, Exkursionen sowie Forschungsworkshops sind wesentliche studienbegleitende Elemente des Programms, die den Studierenden ermöglichen, die Arbeit deutscher und internationaler Gewerkschaften und der Internationalen Arbeitsorganisation kennen zu lernen.
Neben den Studierenden kommen zahlreiche Dozentinnen und Dozenten aus dem außereuropäischen Ausland, beispielsweise aus Südafrika oder Brasilien. Zukünftig soll der Masterstudiengang nach erfolgreicher Erprobung und Evaluation des Pilotprojektes auch an Partnerhochschulen in Südafrika, Asien, Lateinamerika und Nordamerika angeboten werden. Der Studiengang in Kassel und Berlin wird somit zum europäischen Standbein des weltweiten Projektes.
Weitere Informationen unter: www.ilo.org/lpg
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