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In den letzten Jahren konnten zwar bedeutende Fortschritte zur Verbesserung der Lebenswelt behinderter Menschen erzielt werden, dennoch sind nach einem neuen Bericht der ILO weitere Bemühungen notwendig, damit behinderten Menschen am wirtschaftlichen Aufschwung ihrer Gesellschaften teilzunehmen können.
Der Bericht "The right to decent work of persons with disabilities" (1) wurde zum Internationalen Tag für behinderte Menschen am 3. Dezember in Genf vorgestellt. Die ILO schätzt, dass ungefähr 650 Millionen, oder einer von zehn Menschen weltweit, mit einer Behinderung lebt, davon sind schätzungsweise 470 Millionen im erwerbsfähigen Alter. Während viele in die Gesellschaft integriert sind und einer erfolgreichen Beschäftigung nachgehen sind behinderte Menschen als Gruppe unverhältnissmässig häufig von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen. "Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Behinderung und Armut", so der Bericht. Geschätzte achtzig Prozent aller behinderten Menschen in Entwicklungsländern, 426 Millionen Menschen, leben unterhalb der Armutsgrenze.
In den industrialisierten Ländern hängt die Arbeitslosenrate oftmals von der Art der Behinderung ab. In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit am höchsten bei Menschen mit mentalen Erkrankungen, wo sie geschätzte 75 Prozent beträgt. In der Schweiz ist diese Behinderung der häufigste Grund für die Beantragung von Behindertenbeihilfe und macht mehr als 40 Prozent des Gesamtvolumens aus.
"Menschenwürdige Arbeit für alle ist ein vorrangiges Ziel der ILO, insbesondere auch für Menschen mit Behinderung", so ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Indem wir die Rechte und die Würde behinderter Menschen fördern, befähigen wir Individuen, bereichern Gesellschaften und stärken die Wirtschaft".
Der neue ILO Bericht beleuchtet viele Herausforderungen, denen behinderte Menschen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind: Schlechte Bezahlung, Fehlen einer angemessenen Vertretung, Zugangsproblem zum Arbeitsplatz bei Beförderung und Unterbringung, Verlust von Unterstützungsleistungen bei Arbeitsaufnahme, Vorurteile unter Kollegen, bei Arbeitgebern und in der Öffentlichkeit.
Die neue UN-Konvention über Rechte behinderter Menschen, die im letzten Dezember aufgelegt wurde, steht in Übereinstimmung mit dem ILO-Übereinkommen 159 über die berufliche Rehabilitation und die Beschäftigung der Behinderten von 1983 und soll der Integration behinderter Menschen neuen Auftrieb geben. Das ILO-Übereinkommen wurde von 80 Ländern ratifiziert (darunter auch Deutschland), darin heisst es: "Ziel der genannten Politik muss es sein sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation allen Gruppen von Behinderten offenstehen und Beschäftigungsmöglichkeiten für Behinderte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern".
The right to decent work of persons with disabilities, by Arthur O'Reilly, ISBN 9778-92-2-120144-1, International Labour Office, Geneva 2007.
Am 3. Dezember wird von den Vereinten Nationen der "Internationaler Tag der Behinderten" begangen (seit 1992). Er bietet Regierungen, Organisationen für behinderte Menschen und der Gesellschaft Gelegenheit, die Integration von behinderten Menschen in allen Aspekten des politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens zu bilanzieren.
Wichtige ILO-Dokumente:
Übereinkommen 159 über die berufliche Rehabilitation und die Beschäftigung der Behinderten, 1983
Empfehlung 168 betreffend die berufliche Rehabilitation und die Beschäftigung der Behinderten
Empfehlung 195 betreffend die Entwicklung der Humanressourcen: Bildung, Ausbildung und lebenslanges Lernen
Empfehlung 99 betreffend die berufliche Eingliederung und Wiedereingliederung der Behinderten
Umgang mit Behinderungen am Arbeitsplatz, Richtliniensammlung des IAA
Die ILO Empfehlung 22 wurde bereits im Jahr 1922 formuliert:
Empfehlung betreffend die Mindestsätze der Entschädigung bei Betriebsunfällen
ILO Resource Guide on Disability
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