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Internationale Arbeitskonferenz endet mit einer Preisverleihung an Nelson Mandela und Carmelo Mesa-Lago

ILO-Verwaltungsrat wählt den Botschafter Sri Lankas, Dayan Jayatilleka, zu seinem neuen Vorsitzenden

Die 96. Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) endete in Genf mit der Verleihung des ILO-Forschungspreis für Menschenwürdige Arbeit an Nelson Mandela, den früheren Präsidenten Südafrikas, und Carmelo Mesa-Lago, Professor Emeritus für Wirtschaft und Lateinamerikastudien an der Universität Pittsburgh.

Nelson Mandela erhielt einen Sonderpreis für seine Beiträge zur Verbreitung und Umsetzung der zentralen Anliegen der ILO. "Wenn irgendjemand die Werte der menschenwürdigen Arbeit verkörpert, dann ist es Präsident Mandela", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia in seiner Laudatio. "Als Anwalt, Aktivist, als Gefangener und als Staatsmann hat er die Ideale der ILO gelebt – durch sein lebenslanges Streben nach Dialog, Verständigung, Fairness, sozialer Gerechtigkeit und vor allem Würde."

Nelson Mandela dankte der ILO in seiner per Video an die Vollversammlung der Internationalen Arbeitskonferenz übertragenen Rede für ihre Unterstützung in der Zeit, in der er Gefangener des Apartheid-Regimes in Südafrika war, und danach: "Wir danken Ihnen in der ILO für ihre Unterstützung und für Ihre Weigerung, uns zu vergessen. Bis heute setzt sich die ILO dafür ein, unseren gemeinsamen Werten zum Durchbruch zu verhelfen, den Rechten, die wir alle respektieren müssen, und dem Ideal, dass Fortschritt nur möglich ist durch wahren Dialog."

Carmelo Mesa-Lago wurde geehrt für seine Forschungsarbeiten über Instrumente zur Durchsetzung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und insbesondere über Sozialversicherungssysteme. Damit habe er einen herausragenden Einfluss auf die Reformen der Sozialversicherung und besonders der Rentensysteme in Lateinamerika gehabt. In seinem Vortrag vor der Internationalen Arbeitskonferenz sprach er von "Millionen von Arbeitern und Kleinbauern in Lateinamerika, die unter mangelnder Absicherung gegen soziale Risiken leiden". Er verlieh zugleich seiner Hoffnung Ausdruck, "dass der Versicherungsschutz durch die vereinten Anstrengungen der ILO, der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA) und anderer internationaler Organisationen ebenso wie aller auf dieser Konferenz vertretenen Staaten im kommenden Jahrzehnt deutlich ausgeweitet werden kann".

Der Forschungspreis für Menschenwürdige Arbeit wurde vom Internationalen Institut für Arbeitsfragen der ILO gestiftet. Er speist sich aus dem Preisgeld, das die ILO bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1969 erhielt.

Ebenfalls am Freitag wählte der ILO-Verwaltungsrat auf seiner 299. Sitzung den Botschafter und ständigen Vertreter Sri Lankas bei den Vereinten Nationen in Genf, Dayan Jayatilleka, zu seinem neuen Vorsitzenden.

Der Verwaltungsrat befasste sich außerdem mit dem Bericht des ILO-Ausschusses für Vereinigungsfreiheit. Besondere Aufmerksamkeit richtete er auf die Lage in Kambodscha wegen der Ermordung dreier Gewerkschaftsführer und Vorwürfen über die fortgesetzte Unterdrückung von Gewerkschaftern, in Kolumbien wegen der Diskriminierung und Bedrohung von Gewerkschaftern an der Universität von Córdoba und auf den Philippinen wegen Beschuldigungen über Morde und sonstige Gewalttaten, Drohungen und Schikanen, die Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen im informellen Sektor betreffen. Darüber hinaus wurden zwei Fälle im Iran und einer in der Republik Korea behandelt.

Das Problem der Zwangsarbeit in Myanmar wurde auf einer Sondersitzung des Normenanwendungsausschusses der ILO behandelt. Der Ausschuss zeigte sich besorgt über die Lage und beklagte, dass keine einzige der Empfehlungen der Untersuchungskommission umgesetzt worden ist. Immerhin stellte er fest, dass der Beschwerdemechanismus weiter in Kraft sei. Die Behörden seien den vom ILO-Verbindungsoffizier gemeldeten Fällen nachgegangen, doch statt zu Strafen gegen Funktionäre, die Zwangsarbeit verhängt hatten, sei es nur zu administrativen Maßnahmen gekommen.

Auf der Internationale Arbeitskonferenz wurde außerdem der Haushalt der ILO für 2008 und 2009 in Höhe von 641,7 Millionen US-Dollar verabschiedet. Dies entspricht den Empfehlungen des Verwaltungsrats und stellt real keine Veränderung gegenüber dem vorherigen Zweijahreszeitraum dar. Die rund 3000 Delegierten aus 180 Ländern befassten sich überdies mit Vorschlägen zur Stärkung der Organisation und zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit gegenüber ihren Mitgliedern. Sie kamen überein, auf der Arbeitskonferenz 2008 ein entsprechendes Dokument zu behandeln, das beispielsweise die Form eines Übereinkommens erhalten könnte.

Zuvor waren auf der Arbeitskonferenz bereits ein Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarbeit in der Landwirtschaft geschlossen und ein neues Übereinkommen zu Arbeit in der Fischerei verabschiedet worden.


 

ILO Vertretung Deutschland - Collage

 


Aktualisiert von MM. Genehmigt von WH.  Stand: 18.06.2007

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