Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und von Zwangsarbeit steht im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung
Rund 3000 Vertreter von Regierungen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen kommen Ende Mai 2005 zur 93. Internationalen Arbeitskonferenz in Genf zusammen. Die Delegierten aus 178 Mitgliedsstaaten der International Labour Organization (ILO) haben sich in diesem Jahr folgende inhaltliche Schwerpunkte gesetzt:
Strategien zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit: Weltweit hatte im Jahr 2004 weniger als die Hälfte aller erwerbsfähigen Jugendlichen einen Arbeitsplatz - ein Negativrekord. Die ILO setzt sich für die Durchsetzung einer eigenen Jugendbeschäftigungsagenda ein. Im Rahmen der Internationalen Arbeitskonferenz sollen die Möglichkeit zur Schaffung von menschenwürdiger und gesicherter Beschäftigung für Jugendliche und die Rolle der internationalen Gemeinschaft dabei besprochen werden.
Eine globale Allianz gegen Zwangsarbeit: Die Konferenz wird sich mit den Erkenntnissen über das Ausmaß von Zwangsarbeit und den Möglichkeiten ihrer Bekämpfung befassen. In diesem Zusammenhang soll auch über das Problem der Zwangsarbeit in Myanmar und eventuelle Gegenmaßnahmen gesprochen werden.
Regelung der Arbeitszeiten im Industrie- und Dienstleistungssektor: International anerkannte Standards über Arbeitszeiten sind einer aktuellen ILO-Studie zufolge notwendig, um in einer globalisierten Wirtschaft unfairen Wettbewerb zu Lasten der Arbeitnehmer zu verhindern. Neue internationale Regeln sollen sowohl den Schutz der Arbeitnehmer gewährleisten als auch flexiblere Arbeitszeitregelungen ermöglichen.
Ausarbeitung einer neuen Fischereikonvention: Eine neue Konvention soll Arbeitssicherheit und adäquate Arbeitsbedingungen im Fischereisektor gewährleisten. In diesem Sektor, der zu den gefährlichsten in der Welt gehört, arbeiten weltweit rund 30 Millionen Menschen, viele davon auf kleinen Booten in Entwicklungsländern. Die bisherigen ILO-Konventionen decken nur etwa zehn Prozent der Beschäftigten in diesem Sektor ab.
Am Rande der Internationalen Arbeitskonferenz werden die EU-Arbeitsminister am 9. Juni zu einem informellen Treffen zum Thema Internationalisierung der Beschäftigung - eine Herausforderung für eine faire Globalisierung zusammentreten.