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Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Welt der Arbeit

ILO-Verwaltungsrat legte einen Schwerpunkt auf die Schaffung "grüner Jobs" sowie auf die arbeitsrechtliche Lage in Myanmar, Weißrussland und anderen Ländern

Der Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat auf seiner 300. Tagung vom 1. bis 15. November in Genf einen Schwerpunkt auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Welt der Arbeit gelegt. "Der Klimawandel und die Anpassung daran haben weit reichende Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung, auf Produktion und Verbrauch und damit auch auf Beschäftigung, Einkommen und Armut", erklärte dazu der ILO-Experte für nachhaltige Entwicklung, Peter Poschen.

"Diese Entwicklungen bergen zahlreiche Risiken, aber auch Chancen für die Schaffung menschenwürdiger Arbeit" - beispielsweise in Sektoren wie erneuerbare Energien, im Bau oder in der Wasserwirtschaft.

Noch liegen wenige Untersuchungen über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Arbeitsmarkt vor, doch gibt es bereits Hinweise, dass eine emissionsarme Wirtschaft keine Arbeitsplätze vernichtet, sondern vielmehr neue schafft. Nach Schätzungen des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel (IPCC) würden durch eine 20prozentige Energieeinsparung in Europa bis zu eine Million neue Jobs entstehen.

ILO-Generaldirektor Juan Somavia hatte die 181 ILO-Mitgliedsstaaten auf der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO im Juni zu einer Initiative für "grüne Jobs" aufgerufen. Die Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sollten wirtschaftspolitische Strategien und Instrumente entwickeln, um den Entwicklungsprozess in eine ökologisch nachhaltige Richtung zu lenken.

In Genf befasste sich jetzt die Arbeitsgruppe über die soziale Dimension der Globalisierung mit der Frage, wie die notwendige Umstellung auf "grüne Jobs" sozial gerecht gestaltet werden kann. Sie bestärkte die ILO darin, diesen Umstellungsprozess zu begleiten und zu fördern. Teilnehmer der Gruppe waren die Leiter des UN-Umweltprogramms (UNEP), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) sowie der Leiter der Umweltabteilung des britischen Industrieverbandes und der Leiter Arbeitsschutz des spanischen Gewerkschaftsverbandes Comisiones Obreras.

Darüber hinaus traf die Arbeitsgruppe Vorbereitungen für eine gemeinsame Studie von ILO und Welthandelsorganisation (WTO) über die Zusammenhänge zwischen Globalisierung, Handel und informellen Beschäftigungsverhältnissen. Diesem Vorhaben war bereits eine gemeinsame ILO- und Weltbank-Studie über Handel und Beschäftigung vorausgegangen, die im März 2006 veröffentlicht wurde.

Der Verwaltungsrat beschloss zudem, die Auswirkungen der Globalisierung als Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Internationalen Arbeitskonferenz im Juni 2008 zu setzen. Es solle dabei um die Stärkung der Kapazitäten der ILO gehen, ihre Mitgliedsstaaten bei der Erreichung ihrer wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Ziele im Kontext der Globalisierung zu unterstützen.

Die Lage in Myanmar und anderen Ländern

Ein weiteres zentrales Thema auf der Verwaltungsratssitzung war die aktuelle Lage in Myanmar. Im Februar dieses Jahres hatten die ILO und die Regierung in Rangun eine Übereinkunft erzielt über die Einrichtung eines Beschwerdemechanismus für Opfer von Zwangsarbeit. Bis zu den Demonstrationen und deren gewaltsamer Niederschlagung Ende September habe der Prozess Fortschritte gemacht. Der Verwaltungsrat bedauerte zutiefst die Verhaftung von Personen, die von ihrem Recht auf Vereinigungsfreiheit und freier Meinungsäußerung Gebraucht gemacht hatten, und erinnerte die Regierung von Myanmar an ihre Verantwortung in Zusammenhang mit dem von ihr unterzeichneten ILO-Übereinkommen Nr. 87 über Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechts. Die langen Haftstrafen, die am 7. September gegen sechs Aktivisten verhängt wurden, sollten revidiert und die Gefangenen freigelassen werden.

Mit Sorge nahm der Verwaltungsrat auch Kenntnis von der Verhaftung mehrerer Personen, die sich für die Erleichterung von Beschwerden gegen Zwangsarbeit im Rahmen der Übereinkunft mit der ILO engagiert hatten. Er rief die Regierung zu einer offiziellen Verlautbarung auf höchster Ebene auf, dass alle Arten von Zwangsarbeit verboten sind und die Verantwortlichen bestraft werden. Besonderes Augenmerk solle darauf gelegt werden, dass keine Kindersoldaten rekrutiert werden. Das Internationale Arbeitsamt, die Verwaltung der ILO, solle die Übereinkunft überprüfen und die Ergebnisse zusammen mit Empfehlungen über deren Zukunft und über die Rolle der ILO in Myanmar auf der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats im März 2008 vorlegen.

Überdies befasste sich der Verwaltungsrat mit Fragen der Vereinigungsfreiheit in Weißrussland sowie Äthiopien, Dschibuti, Guatemala, Indonesien, Kolumbien und Venezuela.

Der Verwaltungsrat dient als Exekutive der ILO. Er setzt sich aus 28 Regierungsvertretern, 14 Arbeitgebervertretern und 14 Arbeitnehmervertretern zusammen.

Weitere Informationen zur Tagesordnung des ILO-Verwaltungsrates und seiner Ausschüsse.



 

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World of Work 60, Aug. 2007 - Green jobs: Climate change in the world of work

 


Aktualisiert von MM. Genehmigt von WH.  Stand: 19.11.2007

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