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Berliner Bündnis gegen Menschenhandel

Die ILO auf dem 10. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger

"Neue Mauern zu Fall bringen und Brücken zur Sicherung einer Welt der Menschenrechte und einer Welt ohne Gewalt bauen"

Berlin, 9. November 2009 - Zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer kommen unter dem Vorsitz von Nobelpreisträger Michail Gorbatschow zahlreiche Träger des Friedensnobelpreises in Berlin zusammen. Unter dem Veranstaltungsmotto "Neue Mauern zu Fall bringen und Brücken zur Sicherung einer Welt der Menschenrechte und einer Welt ohne Gewalt bauen" diskutieren sie über die politische, wirtschaftliche und ökologische Situation in der Welt und neue mögliche Wege aus der Krise.

Nach Berlin gekommen sind unter anderem der frühere polnische Gewerkschaftsführer und Präsident Lech Walesa, der ehemalige Präsident Südafrikas F.W. de Klerk, der Erfinder des Mikrokredits Muhammad Yunus und die Mitbegründerin der nordirischen Friedensbewegung Mairead Maguire Corrigan.

Unter den Preisträgern ist auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die 1969, im 50. Jahr ihres Bestehens, für ihren Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in aller Welt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Als Vertreter der ILO wies Morten Hovda vom Büro des Generaldirektors in seinem Vortrag auf den in Stein gemeißelten Spruch auf dem alten ILO-Gebäude in Genf hin. In Abwandlung des alten lateinischen Sprichworts "Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor" heißt es dort: "Wenn du Frieden willst, fördere die soziale Gerechtigkeit." Diese Idee war und ist die Leitlinie der ILO-Arbeit seit ihrer Gründung vor genau 90 Jahren.

Indem sie sich von dieser Idee leiten ließ, konnte die ILO an zahlreichen historischen Entwicklungen mitwirken, erläuterte Hovda. So habe die ILO in den 1980er-Jahren mit der Gewerkschaft Solidarnosc in Polen zusammengearbeitet und eine wichtige Rolle bei der Beendigung der Apartheid in Südafrika gespielt.

"Wir konnten mithelfen, Kriege zu beenden, Unterdrückung zu bekämpfen und Demokratie zu fördern - und all das durch sozialen Dialog, durch Arbeitsnormen und rechtsstaatliche Grundsätze", sagte Hovda. "Heute ist unser Mandat sogar noch breiter. Wir sind daran beteiligt, einen ethischen und produktiven Rahmen für eine faire Globalisierung zu schaffen, wir kämpfen gegen Kinder- und Zwangsarbeit, wir arbeiten an einer Verbesserung der Situation von Migranten, und wir setzen uns generell für bessere, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Menschen ein."

Hovda ging auch auf die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise ein, die er als das Scheitern eines Globalisierungsmodells bezeichnete, das zu wenigen Menschen genutzt und zu vielen geschadet habe. Am Ende der Krise werde die Welt anders aussehen - "und mit anders meinen wir: eine fairere Globalisierung, eine grünere Wirtschaft sowie ein Entwicklungsmodell, das menschenwürdige Arbeitsplätze und nachhaltige Unternehmen schafft, Arbeitsrechte und Gleichberechtigung fördert, sozialen Schutz bietet und die Länder in die Lage versetzt, die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen".

Der Gipfel der Friedensnobelpreisträger findet am 10. und 11. November im Berliner Rathaus statt. Interviewanfragen können gestellt werden an Julia Heise, jheise@apcoworldwide.com, 030/ 592 010, und g.monaco@nobelforpeace-summits.org

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Last update:09.11.2009 ^ top