Die ILO ruft am Welttag gegen Kinderarbeit zu verstärkten Anstrengungen auf, das Ziel der Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 zu erreichen
12. Juni 2010 - "Go for the goal - end child labour", so lautet das Motto des diesjährigen Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni, der mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika zusammenfällt. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) will an diesem Tag besondere Aufmerksamkeit auf ihr Ziel richten, bis 2016 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen.
"Während sich Milliarden von Menschen für die Weltmeisterschaft begeistern, müssen rund 215 Millionen Kinder arbeiten, statt zu lernen und zu spielen. Die Weltmeisterschaft ist für sie Welten entfernt", sagte der ILO-Generaldirektors Juan Somavia in einer Rede in Genf. "Die Fortschritte bei der Bekämpfung der Kinderarbeit haben sich in den letzten Jahren verlangsamt. Wir laufen daher Gefahr, das Ziel der Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 nicht zu erreichen", warnte er. Zu den so genannten schlimmsten Formen gehören beispielsweise Kinderprostitution, gefährliche und gesundheitsschädigende Arbeit.
In mehr als 60 Ländern in aller Welt finden am 12. Juni Aktionen statt. Viele von ihnen nehmen Bezug auf die Kampagne der ILO "Rote Karte gegen Kinderarbeit", die von der ILO in Partnerschaft mit der FIFA beim Africa Cup of Nations 2002 in Mali ins Leben gerufen wurde, um auf diese Weise Millionen von Menschen auf das Problem der Kinderarbeit aufmerksam zu machen.
Der Welttag gegen Kinderarbeit wird nur einen Monat nach einer von der niederländischen Regierung einberufenen Konferenz in Den Haag begangen, auf der Delegierte aus 80 Ländern einen an Regierungen, Sozialpartner, zivilgesellschaftliche und internationale Organisationen gerichteten Aktionsplan verabschiedeten, um die Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 noch zu erreichen.
Somavia verwies in seinem Statement auch auf den dritten globalen Bericht über Kinderarbeit, den die ILO im Mai veröffentlicht hatte. Immerhin ist demnach die Zahl der arbeitenden Kinder zwischen fünf und 14 Jahren um zehn Prozent zurückgegangen und die der Kinder dieser Altersgruppe, die gefährlicher Arbeit nachgehen, sogar um 31 Prozent. Doch hat sich das Tempo des Rückgangs im Vergleich mit dem vorangegangenen Vierjahreszeitraum deutlich verlangsamt, und die Zahl der Kinder in gefährlicher Arbeit bleibt mit 115 Millionen erschütternd hoch. Überdies warnten die Autoren des Berichts, dass die 2007 ausgebrochene Finanz- und Wirtschaftskrise die Fortschritte noch weiter bremsen könnte. Die Aufgabe, bis 2016 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beseitigen, hatte sich die ILO 2006 gestellt, als die positiven Entwicklungen dieses Ziel in greifbare Nähe zu rücken schienen.
"Wir müssen unsere Maßnahmen verstärken, um unser Ziel zu erreichen", so Somavia weiter. "Ist das unrealistisch angesichts der Wirtschaftskrise? Im Gegenteil - die Abschaffung der Kinderarbeit kann nicht auf eine konjunkturelle Erholung warten. Sie ist vielmehr ein Beitrag zur Erholung und zu einer nachhaltigen Entwicklung."
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