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The ILO and the Quest for Social Justice 1919-2009

The ILO and the Quest for Social Justice 1919-2009 - (Bestellfax)

ILO helpdesk to implement decent work principles in companies

Unterstuetzung von Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der Prinzipien menschenwuerdiger Arbeit

ILO-Generaldirektor fordert globalen Beschäftigungspakt

ILO-Studie: Konjunkturpakete sind zu wenig am arbeitsmarktpolitischen Bedarf

25. März 2009, Genf - Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) forderte im Vorfeld des Finanzgipfels der G20 Anfang April in London einen globalen Beschäftigungspakt, um eine ernste und lang anhaltende Krise auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise seien bisher zu wenig koordiniert.

"Die Krise steht in einem finanziellen, wirtschaftlichen, sozialen sowie handels- und arbeitsmarktpolitischen Kontext, und entsprechend kohärent müssen auch die Reaktionen der Politik sein", sagte der Generaldirektor nach einem Treffen am Rande der ILO-Verwaltungsratssitzung in Genf. Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, betonte auf dem Treffen, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen entscheidend sei im Kampf gegen die Wirtschaftskrise.

Laut der neusten ILO-Studie über die Maßnahmen gegen die Finanzkrise* müssten angesichts der demographischen Trends in den Jahren 2009 und 2010 weltweit 90 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um die Neuzugänge zum Arbeitsmarkt aufzunehmen. Jedoch hätte sich bei den Finanzkrisen in der Vergangenheit gezeigt, dass sich die Arbeitsmärkte erst vier bis fünf Jahre nach Einsetzen eines Wirtschaftsaufschwungs wieder erholen.

"Eine zu zögerliche Konjunkturankurbelung wird die Krise auf dem Arbeitsmarkt noch verlängern", warnte Somavia. Der ILO-Studie zufolge, die die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung in 32 Ländern analysiert, wurden im Schnitt Konjunkturpakete im Umfang von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgelegt statt 2 Prozent, wie vom IWF für nötig erachtet. In den Industrieländern machen die Programme sogar nur durchschnittlich 1,3 Prozent des BIP aus.

Die meisten der untersuchten Konjunkturpakete zielten zudem hauptsächlich auf die Stützung der Banken und Steuersenkungen statt unmittelbar auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und den sozialen Schutz. Im Schnitt machten die sozialpolitischen Maßnahmen nur 9,2 Prozent und die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen 1,8 Prozent des Volumens der Konjunkturpakete aus.

Die Autoren der Studie halten auch fest, dass Protektionismus die globale Nachfrage schwächen würde. Aber auch Lohnkürzungen und ein Abbau von Arbeitnehmerrechten drohten nicht nur die Wirtschaftskrise zu verschlimmern, sondern auch eine soziale Krise heraufzubeschwören.

"Was wir brauchen, ist eine kohärente, koordinierte Strategie zur Bekämpfung der Krise, die sich am arbeitsmarktpolitischen Bedarf orientieren muss", sagte Somavia. "Die ILO-Agenda für menschenwürdige Arbeit ist ein entscheidender Beitrag für die wirtschaftliche Erholung, zur Abwendung von Krisen auf dem Arbeitsmarkt und zur Förderung des sozialen Zusammenhalts." Durch einen globalen Beschäftigungspakt könnten die ILO-Mitglieder überdies zu einer verbesserten internationalen Politikkohärenz auf diesem Gebiet beitragen.

* International Labour Organization, International Institute for Labour Studies: The Financial and Economic Crisis - A Decent Work Response, Genf 2009

Weitere Information

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The Financial and Economic Crisis - A Decent Work Response - (pdf, 789 Kb)

 
Last update:18.05.2009 ^ top