Schwerpunkt seiner dritten Amtszeit ist der Einsatz für soziale Gerechtigkeit
18. November 2008 - Der Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat heute zum dritten Mal Juan Somavia zum Generaldirektor der ILO gewählt. Der Verwaltungsrat, die Exekutive der Organisation, setzt sich aus 28 Regierungsvertretern, und je 14 Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammen. Somavia wurde mit 43 Stimmen bei 13 Enthaltungen gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Offiziell beginnt seine dritte Amtszeit im März kommenden Jahres.
Somavia ist der neunte Generaldirektor der ILO seit ihrer Gründung vor 89 Jahren. Als der Chilene vor zehn Jahren erstmals an die Spitze der Organisation gewählt wurde, war es das erste Mal, dass ein Vertreter der Südhalbkugel der ILO vorstand.
Somavia hat die "Agenda für menschenwürdige Arbeit" zum Kernstück der ILO-Arbeit gemacht. Die Agenda erfährt mittlerweile Unterstützung von Regierungen in aller Welt sowie sämtlichen internationalen Organisationen. Im Sommer dieses Jahres wurde durch die Verabschiedung der Erklärung über soziale Gerechtigkeit für eine faire Globalisierung die Agenda gewissermaßen institutionalisiert, um so auf die Herausforderungen durch die Globalisierung antworten zu können.
In der vergangenen Dekade war Somavia bereits für die Umsetzung der 1998 verabschiedeten Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit verantwortlich, die die Umsetzung der Kernarbeitsnormen in den Mittelpunkt der ILO-Arbeit stellte. Ganz besonders engagierte sich Somavia für die Abschaffung Kinder- und Zwangsarbeit, für ein Ende der Diskriminierung am Arbeitsplatz und für die Schaffung von Beschäftigung. In seiner bisherigen Amtszeit stieg die Zahl der Ratifizierungen von ILO-Arbeitsnormen stark an.
"Wir stehen heute an einem schwierigen Punkt in der Geschichte der Organisation", sagte Somavia in einer Ansprache nach der Wahl. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die Finanzkrise erschüttert ganze Volkswirtschaften, die Anzahl der arbeitenden Armen wächst ebenfalls. Und es werden immer mehr Sorgen laut über die Ausgewogenheit, die Fairness und die Nachhaltigkeit des gegenwärtigen Globalisierungsmodells."
Gerade in einer solchen Situation zeige sich jedoch die Stärke der ILO. "Wir stehen in der Pflicht, uns weiter für soziale Gerechtigkeit und sozialen Schutz einzusetzen. Wir müssen einen tief greifenden sozialen Dialog in Gang setzen, um gemeinsam an eine langfristigen Erholung und einer nachhaltigen Entwicklung zu arbeiten." Der Einsatz für soziale Gerechtigkeit sei nicht nur das Motto der ILO für ihren 90. Jahrestag im kommenden Jahr, "er ist unser Verständnis von der Vergangenheit und unser Mandat für die Zukunft."
Somavia ist am 21. April 1941 geboren. Der studierte Anwalt hat unter anderem als Präsident des Sicherheitsrats und des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen gedient. Er leitete darüber hinaus das Komitee zur Vorbereitung des UN-Weltsozialgipfels 1995.
|