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Berliner Bündnis gegen Menschenhandel

Seoul-Erklärung über Sicherheit und
Gesundheitbei der Arbeit verabschiedet

ILO stellt auf dem 18. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitplatz neue Studie zu Arbeitsschutz vor

30 Juni 2008 - Die ILO begrüßt die Verabschiedung der Erklärung über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, die der Arbeitsschutz-Gipfel in Seoul am Sonntag, den 29. Juni, verabschiedet hat. "Die Erklärung stellt einen großen Schritt zur Schaffung einer globalen Kultur des Arbeitsschutzes und der Prävention dar", sagte der ILO-Exekutivdirektor für Sozialschutz, Assane Diop.

Rund 50 Vertreter aus Ministerien, Firmenvorständen, Sozialkassen und Arbeitsschutzbehörden sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen waren im Vorfeld des 18. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in der koreanischen Hauptstadt Seoul erstmals zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen.

Die Erklärung betont, dass das Recht auf ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld als ein Menschenrecht anerkannt werden sollte, das auf allen politischen Ebenen respektiert werden müsse. Der Globalisierungsprozess müsse mit Vorbeugemaßnahmen einhergehen, um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Den Regierungen geben die Gipfelteilnehmer auf, das ILO-Übereinkommen Nr. 187 von 2006 zum Arbeitsschutz zu ratifizieren und durch Arbeitsinspektionen und andere Mechanismen für die Durchsetzung der Schutzstandards zu sorgen. Die Arbeitgeber werden zu Präventionsmaßnahmen und zur Einrichtung von Managementsystemen für Arbeitsschutz aufgefordert. Hinzu kommen die Konsultation der Arbeitnehmervertreter und geeignete Trainingsmaßnahmen. Arbeitnehmer wiederum sollten die Arbeitsschutzvorschriften befolgen, an Fortbildungen teilnehmen und generell mit den Arbeitgebern zur Verbesserung des Arbeitsschutzes kooperieren.

Einer neuen Studie die ILO zufolge scheinen die Erfolge beim Arbeitsschutz allerdings ins Stocken zu kommen. Demnach ist die Zahl der Arbeitsunfälle, die mehr als vier Tage Arbeitsausfall zur Folge hatten zwischen 2001 und 2003 sogar gestiegen von 268 auf 337 Millionen, nicht zuletzt auch bedingt durch die größere Anzahl Arbeiter weltweit. Auch die Zahl der tödlichen Unfälle hat in diesem Zeitraum von 351.000 auf 358.000 zugenommen.

Die Todesfälle durch Erkrankungen am Arbeitsplatz sind hingegen von 2,03 auf 1,95 Millionen zurückgegangen. Leicht rückläufig ist daher auch die Gesamtzahl der Todesfälle durch Unfälle oder Erkrankungen am Arbeitsplatz. Sie fiel von 2,38 auf 2,31 Millionen.

Eine deutliche Verminderung der Unfall- und Krankheitszahlen scheitert der ILO zufolge daran, dass Bemühungen um einen besseren Arbeitsschutz allzu oft nur bruchstückhaft und vereinzelt stattfinden. Umso wichtiger sei die Integration der Arbeitsschutzprinzipien in die nationale und internationale Politik, um so auf die neuen Herausforderungen in einer sich in schnellem Wandel befindlichen Arbeitswelt zu reagieren.

Die Studie mit dem Titel "Beyond Deaths and Injuries: The ILO's Role in Promoting Safe and Healthy Jobs" wurde erstmals auf dem von ILO und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA) veranstalteten Weltkongress vorgestellt, auf dem 4000 Arbeitsschutzexperten aus mehr als 100 Ländern zusammenkommen.

 
Last update:29.01.2009 ^ top