Zum 18. Dezember
18. Dezember 2008 - Wir zählen heute 200 Millionen internationale Migranten, die ihre Herkunftsländer auf der Suche nach besseren Arbeitsmöglichkeiten irgendwo in der Welt verlassen haben um ihre Familien und Gemeinschaften unterstützen zu können. Sie leisten damit einen erheblichen Beitrag zu Wachstum und Entwicklung sowohl in den Zielländern als auch in ihren Herkunftsländern.
Die Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte finden sich in zwei ILO-Übereinkommen zu Wanderarbeitnehmern wieder: im Übereinkommen 97 über Wanderarbeiter von 1949 und im Übereinkommen 143 über Missbräuche bei Wanderungen und die Förderung der Chancengleichheit und der Gleichbehandlung der Wanderarbeitnehmer von 1975 sowie in der Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen von 1990. Dies sind wichtige Meilensteine zum Internationalen Schutz von Arbeitsmigranten. Diese Instrumente legen Gleichheit der Behandlung und Nicht-Diskriminierung als universelle Prinzipien fest und bilden die Grundlagen für eine rechtstaatliche Vorgehensweise in Fragen der Arbeitsmigration in einer globalisierten Welt. Es ist ermutigend, dass 80 Staaten eine oder mehrere dieser Instrumente ratifiziert haben.
Die derzeitige globale ökonomische Krise hat ernsthafte Auswirkungen für Arbeitsmigranten weltweit. Die Erfahrung macht uns schmerzlich bewusst, dass Migranten, besonders weibliche Arbeitnehmer und solche in irregulären Arbeitsverhältnissen, am härtesten von Krisen betroffen sind. Die Folgen zeigen sich noch nicht in vollem Umfang, aber es gibt bereits Berichte von Entlassungen, sich verschlechternden Arbeitsbedingungen einschließlich Lohnkürzungen, vermehrter Rückkehr und einer verminderten Überweisungstätigkeit. Noch mögen nicht alle Sektoren gleichermaßen betroffen sein, und die Zielländer können ihre Arbeitsmarktbedürfnisse regeln ohne den Migranten zu kündigen, denn: Arbeitsmigranten dürfen nicht zum Prügelknaben der derzeitigen ökonomischen Krise werden.
Die Herkunftsländer ringen bereits mit den Herausforderungen der Schaffung von mehr Beschäftigung für ihre Bürger, einer steigenden Zahl von rückkehrenden Migranten und den daraus resultierenden verminderten Geldüberweisungen. Die integrierte Strategie für Menschenwürdige Arbeit, die sich in der im Jahr 2008 verabschiedeten „Erklärung der IAO über soziale Gerechtigkeit für eine faire Globalisierung“ findet, stellt eine solide Grundlage dar, um der derzeitigen Krise zu begegnen. Ein menschenwürdiger Arbeitsplatz im Herkunftsland könnte den Weg für eine Migration nach freier Wahl und nicht aus Notwendigkeit ermöglichen.
Wachsende globale Mobilisation beinhaltet auch, dass globale und regionale Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und nationale Vereinigungen sich für die Belange von Arbeitsmigranten einsetzen.
Zum Internationalen Tag der Migranten erneuert die ILO ihre Verpflichtung, menschenwürdige Arbeit für alle Frauen und Männer weltweit in enger Zusammenarbeit mit der Familie der Vereinten Nationen zu befördern.
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