ILO is a specialized agency of the United Nations
ILO-en-strap
Go to the home page
Sitemap | Kontakt
> Home

International Training Centre, ITC in Turin

ILO helpdesk to implement decent work principles in companies

Unterstuetzung von Unternehmen bei der praktischen Umsetzung der Prinzipien menschenwuerdiger Arbeit

ACTRAV Helpdesk on Financial and Economic Crisis

Bureau for Workers' Activities - ACTRAV Helpdesk on Financial and Economic Crisis

Select to magnify the image

Berliner Bündnis gegen Menschenhandel

Durch Klimaschutz entstehen Millionen von "grünen Arbeitsplätzen"

ILO, UNEP, Arbeitgeber und Gewerkschaften stellen grundlegende Studie über "grüne Ökonomie" vor

25. September 2008 - Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz könnten zur Schaffung von Millionen von Arbeitsplätzen sowohl in Industrie- als auch Entwicklungsländern führen. Zu diesem Schluss kommt eine grundlegende Studie* über die derzeit neu entstehende "grüne Ökonomie", die die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Internationalen Gewerkschaftsbund und der Internationalen Arbeitgeberorganisation am Rande der UN-Generalversammlung in New York vorgestellt hat.

Durch Investitionen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und zur Abmilderung der Folgen sind demnach bereits viele neue Arbeitsplätze in den unterschiedlichsten Branchen entstanden. Allerdings stellt der Bericht fest, dass der bereits stattfindende Klimawandel auch negative Auswirkungen auf Beschäftigte und ihre Familien hat, insbesondere in der Landwirtschaft und im Tourismus.

Umso wichtiger sind Maßnahmen gegen den Klimawandel, die so gestaltet werden sollten, dass sie das Entstehen menschenwürdiger Beschäftigung fördern. Die ILO ist zwar grundsätzlich zuversichtlich hinsichtlich der Qualität der neu zu schaffenden Arbeitsplätze, weist jedoch auch auf Probleme hin. Anlass zur Sorge geben beispielsweise Branchen wie der Anbau von Biokraftstoff und die Recyclingwirtschaft, die oft von mageren Löhnen, unsicheren Arbeitsverträgen und der Belastung durch gesundheitsschädliche Substanzen charakterisiert sind.

Überdies stellt der Report fest, dass bislang noch zu wenige der neuen "grünen Jobs" für die bedürftigsten und verwundbarsten Arbeitnehmer geschaffen werden: die 1,3 Milliarden so genannten arbeitenden Armen (working poor) mit Einkommen unter zwei Dollar pro Tag und die schätzungsweise 500 Millionen Jugendlichen, die in den nächsten zehn Jahren auf den Arbeitsmarkt drängen.

Als ein positives Beispiel führte ILO-Generaldirektor Juan Somavia Deutschland an, wo die Beschäftigtenzahl in der Branche der erneuerbaren Energie in zehn Jahren diejenige in den Traditionsbranchen Automobil- und Werkzeugbau überholen werde. Bis 2030 dürfte sich hier der Anteil der Umwelttechnologien auf 16 Prozent der gesamten Industrieproduktion vervierfachen.

Der Report führt zahlreiche weitere Beispiele in aller Welt für die erfolgreiche Schaffung "grüner Jobs" an: In China etwa sind 600.000 Menschen in der Herstellung thermischer Solaranlagen beschäftigt; in Nigeria könnte die Produktion von Biotreibstoff aus Maniok und Zuckerrohr zur langfristigen Beschäftigung von 200.000 Menschen führen; und in Südafrika sind 25.000 zuvor arbeitslose Menschen für Umweltprojekte im Rahmen der "Working for Water"-Initiative eingestellt worden.

Grüne Märkte haben sich dem Report zufolge vor allem da entwickelt, wo es eine starken und dauerhaften politische Unterstützung auf oberster Ebene dafür gab. Dies schließt die Setzung konkreter Ziele, Sanktionen und Anreize ein, wie beispielsweise die Einspeisvergütung für alternativ erzeugten Strom und Energieeffizienzstandards für Gebäude und Geräte, sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung.

Weitere Details der Studie:

  • Der weltweite Markt för ökologische Produkte und Dienstleistungen dürfte von derzeit jährlich 1,37 Billionen US-Dollar auf 2,74 Billionen Dollar im Jahr 2020 anwachsen. Die Hälfte davon entfällt auf Energieerzeugung und -effizienz und die andere Hälfte auf Transport, Wasser- und Abfallwirtschaft.
  • 2,3 Millionen Menschen haben in den vergangenen Jahren neue Jobs im Bereich erneuerbare Energien gefunden. Es wird erwartet, dass 2030 die Zahl der Stellen in der Solarenergie auf 6,3 Millionen und in der Windenergiebranche auf 2,1 Millionen anwächst. Damit entsteht mehr Beschäftigung in der alternativen als in der konventionellen Energieerzeugung.
  • Investitionen in energieeffiziente Gebäude könnten allein in Europa und den USA 2 bis 3,5 Millionen zusätzliche "grüne Jobs" schaffen.
  • Im Recyling und in der Abfallwirtschaft arbeiten schon in heute in China 10 Millionen Menschen und 500.000 in Brasilien. Diese Branche dürfte in vielen Ländern rapide expandieren, nicht zuletzt aufgrund steigender Rohstoffpreise.
  • Umweltfreundliche Technologien sind heute schon der drittwichtigste Sektor für Risikokapitalgeber in den USA, nach Informations- und Biotechnologie

* Green Jobs: Towards Decent Work in a Sustainable Low-Carbon World. Der Bericht wurde im Auftrag des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) erstellt vom Worldwatch Institute mit Unterstützung des Instituts für globale Arbeitsstudien der Cornell University

Weitere Informationen

 
Last update:29.01.2009 ^ top