ILO will Vorschlag eines internationalen Standards über HIV/AIDS am Arbeitplatz vorstellen
5. August 2008 - Anlässlich der 17. Internationalen AIDS-Konferenz in Mexiko vom 3. bis 8. August weist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) auf die wachsende Bedeutung des Arbeitsplatzes bei der Bekämpfung der AIDS-Pandemie hin.
Die ILO wird daher die Konferenz nutzen, um einen neuen internationalen Standard über HIV/AIDS am Arbeitsplatz vorzustellen. Voraussichtlich 2010 soll eine entsprechende Empfehlung verabschiedet werden, die den ILO-Leitfaden zu HIV/AIDS in der Welt der Arbeit von 2001 verstärken und erweitern soll. Insbesondere sollen gemeinsame Maßnahmen der Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen und anderer Partner gefördert werden, um den Zugang zu Prävention, Behandlung, Pflege und sozialer Unterstützung sicherzustellen. Anders als ILO-Übereinkommen sind Empfehlungen nicht rechtlich bindend, aber die Mitgliedsstaaten müssen über ihre Umsetzung Bericht erstatten, wodurch ein wichtiger Beitrag zum Monitoring geleistet wird.
Die Auswirkungen von HIV/AIDS auf die Arbeitswelt sind verheerend. Mehr als 30 der schätzungsweise 33 Millionen HIV-infizierten Menschen auf der Welt sind im arbeitsfähigen Alter. Gerade die Altersgruppe, in der die Produktivität am höchsten ist, trägt das höchste Risiko und ist am stärksten betroffen von HIV/AIDS.
"Arbeitsplätze sind außerordentlich wichtig für Informationen über HIV/AIDS, für Präventionsmaßnahmen, für den Zugang zu Behandlung und für die Bekämpfung von Diskriminierung", erklärte die Direktorin des AIDS-Programms der ILO, Sophia Kisting. Es gebe immer mehr Belege dafür, dass die Verbindung von ILO-Standards und praktischen Maßnahmen direkt am Arbeitsplatz zu nachhaltigen Erfolgen bei der AIDS-Prävention und -Behandlung führe. Mehr als 1000 Betriebsstätten weltweit arbeiten inzwischen mit der ILO zusammen. Kisting verwies auf eine Studie in mehreren Ländern, wonach die am Arbeitsplatz verbreiteten Informationen zu positiven Veränderungen geführt haben, etwa weniger Diskriminierung von Infizierten und sichereres Verhalten.
Auf der Konferenz in Mexiko werden sich darüber hinaus die ILO und die Internationale Organisation für Migration (IOM) zusammentun, da sich die Frage der Arbeitsmigration und der wachsenden Mobilität von Arbeitnehmern als entscheidend für die Formulierung von Strategien zur HIV/AIDS-Bekämpfung erwiesen hat. UNAIDS hat bereits gemeinsam mit ILO und IOM ein Strategiepapier für die Konferenz zum Thema "HIV und internationale Arbeitsmigration" erstellt.
HIV and international Labour Migration - (pdf, 208Kb)
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