Schwerpunkte der 95. Arbeitskonferenz sind Arbeitsschutz und Bekämpfung der Kinderarbeit
31. Mai 2006 - Rund 3000 Regierungs-, Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter sind in Genf zur jährlichen Internationalen Arbeitskonferenz zusammengekommen. Bis zum 16. Juni befassen sich die Delegierten aus 178 Mitgliedsländern der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mit Veränderungen in der Welt der Arbeit, mit Problemen wie Kinderarbeit, Arbeitssicherheit und Arbeitsinspektionen.
Die zentrale Aufgabe der Internationalen Arbeitskonferenz ist es, internationale Arbeitsstandards zu verabschieden und ihre Einhaltung zu überwachen, den ILO-Haushalt vorzulegen und die Mitglieder des Verwaltungsrates zu wählen. Seit der ILO-Gründung 1919 ist die Konferenz ein wichtiges internationales Forum, um Fragen der Sozial- und Arbeitspolitik zu behandeln.
Die Schwerpunktthemen der 95. Internationalen Arbeitskonferenz sind:
- Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz: Die Delegierten werden neue Instrumente zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz besprechen. Ziel ist es, die Zahl der Unfälle und Erkrankungen am Arbeitsplatz zu reduzieren, die derzeit zu etwa zwei Millionen Todesfällen im Jahr führen. Am Ende des Prozesses soll die Verabschiedung eines neuen ILO-Übereinkommens und einer entsprechenden Empfehlung zu diesem Thema stehen.
- Bekämpfung der Kinderarbeit: Am 9. Juni wird das Plenum den kürzlich vorgelegten ILO-Bericht über Kinderarbeit diskutieren und dabei die ermutigenden Erfolge hervorheben. Dem Bericht mit dem Titel "Das Ende der Kinderarbeit - Zum Greifen nah" zufolge ließ sich zwischen 2000 und 2004 ein Rückgang der Kinderarbeit um elf Prozent erzielen.
- Probleme beim Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses: Immer häufiger sind Situationen zu beobachten, in denen es Probleme gibt, reguläre Arbeitsverhältnisse abzuschließen. Die Delegierten erwägen die Ausarbeitung einer entsprechenden Empfehlung mit dem Ziel, effektiven Schutz für Arbeitnehmer zu garantieren.
- Arbeitsinspektionen und technische Zusammenarbeit: Der Ausschuss für Rechtsfragen und internationale Arbeitsnormen wird die Anwendung und die Wirkung der ILO-Übereinkommen über Arbeitsinspektionen überprüfen. Die Delegierten werden darüber hinaus die Programme zur technischen Zusammenarbeit diskutieren, insbesondere die Länderprogramme für menschenwürdige Arbeit und die Partnerbeziehungen mit anderen UN-Organisationen.
- Myanmar u.a.: Die Konferenz wird sich erneut mit dem Problem der Zwangsarbeit in Myanmar befassen und mögliche Maßnahmen besprechen, um die Einhaltung der Empfehlungen der 1997 eingerichteten ILO-Untersuchungskommission sicherzustellen. Das Plenum wird sich außerdem mit dem aktuellen ILO-Bericht über die Lage der Arbeitnehmer in den von Israel besetzten Gebieten beschäftigen.
Aktuelle Informationen und Hintergrundspapiere zu der Konferenz:
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