Entwicklungszusammenarbeit

Die internationale Gemeinschaft und die ILO sind sich bewusst, dass die Ratifikation und Anwendung der Kernarbeitsnormen in vielen Ländern nicht am guten Willen der Regierungen und der Sozialpartner scheitern. Entscheidend sind häufig die tatsächlichen Probleme - ökonomische, institutionelle oder auch kulturelle - deren Überwindung oft mühsam und langwierig ist.

Hilfe dabei bietet die ILO im Rahmen der technischen Zusammenarbeit an. So unterstützt sie beispielsweise Regierungen und Sozialpartner bei der Ausarbeitung von rechtlichen Rahmenbedingungen sowie konkreten Programmen zur Verbesserung der beruflichen Bildung, des sozialen Schutzes oder der Arbeitssicherheit.

Einen besonderen Stellenwert nehmen die fünf „Flagship“-Programme der ILO ein. Sie sind das Aushängeschild der ILO, werden kontinuierlich weiterentwickelt und bieten vielen Akteuren die Möglichkeit, sich in den Projekten direkt zu engagieren.

Das ILO-Programm zur Abschaffung der Kinderarbeit (IPEC) umfasst Aktivitäten in über 115 Ländern. Aktuell wurde das Programm mit den Maßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsarbeit neu konzipiert. Deutschland hat das Programm substantiell gefördert von der ersten Stunde an bis heute.

Better Work, ein Programm für die Verbesserung von Arbeitsstandards in der Textilindustrie, hat ebenfalls einen großen Stellenwert für die ILO, denn es arbeitet direkt mit Unternehmen zusammen: sowohl in der Finanzierung als auch in der Umsetzung vor Ort. In sieben Ländern werden so über eine Million Menschen erreicht.

Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (Occupational Safety and Health at Work) ist ein weiterer Schwerpunkt, der in viele Programme eingebettet ist.

Darüber hinaus gibt es die Social Protection Floor Initiative und das Programm „Jobs for Peace and Resillience“. Ersteres übernimmt seit einiger Zeit in Pilotprojekten die Aufgabe, umfassende Sozialsicherungssysteme in Entwicklungsländern zu implementieren, auch für Menschen die informell arbeiten. Letzteres fokussiert sich auf die Arbeitsbedingungen von Menschen in Konfliktsituationen, insbesondere durch Infrastrukturprojekte.

Ziel aller Programme ist es, den Dialog zwischen Regierung, Arbeitgebervertretungen und Gewerkschaften zu verbessern, um in der Implementierung der Programme einen breiten Konsens zwischen den betroffenen Interessengruppen zu finden. Nur so kann nachhaltig gewirtschaftet werden.