IV. Globale Konferenz zur nachhaltigen Abschaffung von Kinderarbeit

Wirtschaft, Zivilgesellschaft und hochrangige Regierungsvertreterinnen und -vertreter haben auf der von der ILO organisierten globalen Konferenz nach Lösungen zur Beseitigung der Kinderarbeit gesucht. In einer gemeinsamen Deklaration sowie zahlreichen Selbstverpflichtungen haben Regierungen und Sozialpartner konkrete Schritte zugesagt.

Auf Einladung von Argentinien und der ILO trafen sich Mitte November 2017 über 3.800 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Buenos Aires, um auf der IV. Globalen Konferenz zur nachhaltigen Abschaffung von Kinderarbeit über Strategien der Beseitigung von Kinder- und Zwangsarbeit weltweit zu beraten. Allein 45 Ministerinnen und Minister waren anwesend. Auch Deutschland war hochrangig vertreten.

Bereits seit 1997 organisiert die ILO die Globalen Konferenzen gegen Kinderarbeit, zuletzt 2013 in Brasilien. Zwar wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt, aber die Zahlen sind nach wie vor erschreckend. So gibt es heute immer noch 152 Millionen Kinderarbeiterinnen und Kinderarbeiter. Etwa die Hälfte von ihnen (73 Millionen) sind in den schlimmsten Formen der Kinderarbeit wie Prostitution, Kindersoldaten oder Drogenanbau beschäftigt.

Die Buenos-Aires-Deklaration verpflichtet Regierungen und Sozialpartner, Maßnahmen zu ergreifen, mit dem Ziel ausbeuterische Kinderarbeit bis 2025 vollständig zu beseitigen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf dem besonders stark betroffenen Agrarsektor. Zudem sollen die Datenlage verbessert und Kooperationen intensiviert werden, insbesondere durch die Allianz 8.7 zur Erreichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

In ihrem jüngsten Bericht formulierte die ILO zentrale Bereiche, um das Ziel der Abschaffung von ausbeuterischer Kinderarbeit bis 2025 erfolgreich umsetzen zu können. Danach müssen vor allem die nationalen Gesetzgebungen gestärkt werden, um die menschenrechtlichen Grundprinzipien der ILO-Kernarbeitsnormen in nationales Recht zu übertragen. Ihre Durchsetzung muss durch gut funktionierende Inspektorensysteme überwacht werden.
Da Kinderarbeit immer auch aus der Not heraus entsteht, ist es zudem notwendig, den betroffenen Familien alternative Einkommensperspektiven und sozialen Basisschutz zu gewähren. Nur so können minderjährige Mädchen und Jungen in Zukunft effektiv vor Kinderarbeit geschützt werden.

Die große Anzahl von mehr als 90 Selbstverpflichtungen der beteiligten Regierungen und Sozialpartner zur Umsetzung konkreter Instrumente und Projekte, die auf der Konferenz zugesagt wurden, zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert die ILO-Mitgliedstaaten der Beseitigung von Kinder- und Zwangsarbeit weltweit beimessen.