Welttag gegen Kinderarbeit

Am 12. Juni jährte sich der Welttag gegen Kinderarbeit. Die Staatengemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, alle Formen der Kinderarbeit bis 2025 zu beseitigen, festgeschrieben im Entwicklungsziel 8.7 der Nachhaltigen Entwicklungsagenda 2030 der Vereinten Nationen. Die diesjährige ILO-Kampagne konzentrierte sich auf die Auswirkungen von Konflikten und Katastrophen auf Kinderarbeit.

Weltweit leben über 1,5 Milliarden Menschen in Ländern, die von Konflikten und Gewalt betroffen sind. Gleichzeitig leiden rund 200 Millionen Menschen jedes Jahr unter den Folgen von Naturkatastrophen. Ein Drittel davon sind Kinder. Zum Welttag gegen Kinderarbeit richtete die ILO den Fokus besonders auf die Notlage der Kinder, die in Konfliktgebieten leben und unter den Folgen von Naturkatastrophen leiden, denn: Sie sind einem hohen Risiko für Kinderarbeit ausgesetzt.

Der Generaldirektor Guy Ryder betonte, dass wir uns nicht von dieser düsteren Realität abwenden könnten. Alle Kinder haben das Recht, vor Kinderarbeit geschützt zu werden. Dennoch gibt es weltweit noch immer 168 Millionen Kinderarbeiter 85 Millionen von ihnen verrichten gefährliche Arbeit.

Die Kernarbeitsnormen der ILO, die den Charakter von universellen Menschenrechten haben, umfassen zwei Übereinkommen über Kinderarbeit, die mittlerweile von 169 bzw. 180 ILO-Mitgliedsstaaten ratifiziert wurden.

- Das Übereinkommen 138 von 1973 setzt das Mindestalter für die Aufnahme einer Arbeit bei 15 Jahren an, in Ausnahmefällen können Entwicklungsländer für eine Übergangzeit die Grenze bei 14 Jahren setzen.

- Das Übereinkommen 182 von 1999 beinhaltet das Verbot der schlimmsten Formen der Kinderarbeit – und zwar für Kinder bis einschließlich des 17 Lebensjahres – und verpflichtet die Staaten dazu, umgehend Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu ergreifen.

Gemeinsam mit der nahezu universalen Ratifizierung des Kinderrechtsübereinkommens der Vereinten Nationen bilden diese Übereinkommen unüberhörbare Appelle gemeinsamer Verpflichtungen und Standards zum Schutz der Menschenrechte von Kindern.

Ratifizierung allein reicht allerdings nicht aus – die Normen müssen durch entsprechendes Handeln umgesetzt werden. Im September 2016 brachte die ILO gemeinsam mit ihren Partnern die Allianz 8.7 auf den Weg, eine globale Initiative zur Abschaffung von Kinder- und Zwangsarbeit, moderner Sklaverei und Menschenhandel, um das Ziel 8.7 der Entwicklungsagenda 2030 zu erreichen. Im Rahmen dieser Allianz hat die ILO es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Arbeit zusammen mit Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zur Unterstützung dieses Ziels fortzusetzen.