ILO auf dem Labour20 Summit

Vom 15. bis 17. Mai fand der Labour20-Dialogprozess in Berlin statt. Unter dem Motto „Eine vernetzte Welt gestalten“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitnehmerverbänden und Internationalen Organisationen der G20-Mitgliedsstaaten über Wachstum und Beschäftigung, faire Einkommensverteilung und die Verantwortung der Unternehmen entlang der Lieferketten

Der Zusammenschluss von Gewerkschaften Labour 20 (L20) vertritt die Interessen der ArbeitnehmerInnen auf der Ebene der G20. Er setzt sich zusammen aus Gewerkschaften der G20-Länder sowie den internationalen Branchengewerkschaftsverbänden (GUF), dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) und dem Gewerkschaftlichen Beratungsausschuss (TUAC – Trade Union Advisory Committee). Guy Ryder, Generaldirektor der ILO, gab einen zentralen Impuls zur Zukunft der Arbeit und dem Spannungsverhältnis zwischen Globalisierung, technologischem Wandel und der Gestaltung von guter, sicherer und auskömmlicher Arbeit.

Erstmals wurden Fragen der Frauenerwerbstätigkeit und damit Themen des Women20 gemeinsam mit den Labour20 diskutiert. Unter dem Titel „Verbesserung der Qualität von Frauenerwerbstätigkeit sowie der finanziellen und digitalen Inklusion“ erläuterte Mona Küppers, Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, die entscheidenden Ergebnisse des Women20. Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO-Vertretung in Deutschland, gab einen Überblick über die Arbeitssituation von Frauen in den G20-Staaten. Dabei ging es nicht nur um quantitative Aspekte wie die geringere Erwerbsquote von Frauen, sondern auch um qualitative Aspekte wie geringere Bezahlung, mangelhaftere soziale Absicherung und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Gerade Frauen sind im Kontext der Produktions- und Lieferketten oft am Ende der Absicherungskette. Deshalb ist es nötig, Frauen in globalen Wertschöpfungsketten gezielt zu unterstützen. Hier geht es um gute Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzsicherheit, Lohngleichheit, aber auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und den Schutz vor sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz. Sie rief die Delegierten dazu auf, konkrete Maßnahmen für Frauen weltweit zu entwickeln.