G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs

Globalisierung inklusiv gestalten: Eines der zentralen Anliegen des G20-Gipfels in Hamburg

Die Abschlusserklärung des G20-Gipfels enthält eine klares Bekenntnis: Für menschenwürdige Arbeit und gegen soziale und ökonomische Ungleichheit.

Nachricht | 8. Juli 2017
© Bundesregierung/Güngör

Hamburg (ILO-News) – „Es ist wichtig, dass die Diskussion um die inklusive Gestaltung der Globalisierung die Staats- und Regierungschefs angesichts brüchig werdender Wachstums- und Beschäftigungsperspektiven intensiv beschäftigt“, so ILO-Generaldirektor Guy Ryder in der abschliessenden Sitzung des G20-Gipfels in Hamburg.

Die G20-Abschlusserklärung nimmt die zentralen arbeitsmarktpolitischen Themen auf: Schaffung von Beschäftigung, Qualifizierung von Menschen für die Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt, Förderung von Frauen, Integration von Arbeitsmigranten und Flüchtlingen, Klimawandel, Förderung von menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten und Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsagenda 2030.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ermutigte die G20 Staats- und Regierungschefs, die Sorgen der Menschen aufzugreifen, und neues Vertrauen in multilaterale Zusammenarbeit zu stärken, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen und globale Ziele zu erreichen. Kein Staat kann für sich alleine handeln.

„In der G20-Abschlusserklärung bekennen sich die Staats- und Regierungschefs zu der Herausforderung, menschenwürdige Arbeit für alle zu schaffen und den Trend zu steigender Ungleichheit umzukehren. Denn die Mehrzahl der G20 Themen können nur zufriedenstellend bewältigt werden, wenn Beschäftigung weltweit gefördert wird“, erläuterte Guy Ryder.

Die G20-Abschlusserklärung nimmt Arbeitsschwerpunkte der ILO in mehreren Schlüsselbereichen auf: Die Bedeutung von gut funktionierenden Arbeitsmärkten für inklusive Gesellschaften und krisenfeste Wirtschaften.

Angesichts der Auswirkungen von neuen Technologien, demographischen Veränderungen, Globalisierung und sich wandelnden Arbeitsbeziehungen auf den Arbeitsmärkten, haben sich die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel für die Förderung von menschenwürdiger Arbeit im Zuge des Wandels der Arbeitsmärkte ausgesprochen.

Die Staats- und Regierungschefs verpflichten sich außerdem zur Umsetzung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards sowie die Einhaltung der  Menschenrechte entlang  globaler Lieferketten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sofortigen und wirksamen Maßnahmen zur Abschaffung  von Kinderarbeit bis 2025, von Zwangsarbeit, Menschenhandel und allen Formen moderner Sklaverei.

Die Abschlusserklärung unterstützt den von der ILO verwalteten Vision Zero Fund, um Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz effizient zu fördern, tödliche Arbeitsunfälle zu vermeiden und eine Null-Toleranz für Unsicherheit am Arbeitsplatz weltweit aufzubauen. Zudem wurde eine neue G20-Initiative ins Leben gerufen für die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen im ländlichen Raum, mit Schwerpunkt auf Aufrika.

Die Staats- und Regierungschefs waren sich einig, dass die Anstrengungen für die Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben verstärkt werden müssen, wenn das Ziel der G20 Staaten von 2014 erreicht werden soll, die Lücke der Erwerbstätigkeit zwischen Frauen und Männern bis 2025 um 25 Prozent zu reduzieren. Deshalb wurden neue Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Arbeitsbedingungen für Frauen zu verbessern, geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz abzuschaffen, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen und Schutz vor allen Formen der Gewalt zu gewährleisten.

Im Mai dieses Jahres verabschiedeten die G20 Arbeitsminister eine Erklärung „Towards an Inclusive Future. Shaping the World of Work“. „Es ist gut und wichtig, dass viele dieser Vorschläge in der G20-Abschlusserklärung bekäftigt werden“, betonte Guy Ryder. 

Es ist besonders positiv hervorzuheben, dass Deutschland im Vorfeld des G20 Gipfels eine breite Einbindung gesellschaftlicher Gruppen und der Zivilgesellschaft organisiert hat. So brachte Business 20 and Labour 20  Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften der G20-Länder zusammen. Women 20 und Youth 20 verstärkten den Blick auf jungen Menschen und Frauen.

„Die Gestaltung einer fairen Globalisierung kann nicht von Regierungen allein erreicht werden“, betonte Guy Ryder.  „Wirtschaft und Gewerkschaften müssen eine aktive Rolle übernehmen, um die Arbeitswelt inklusiv, nachhaltig und gerecht zu gestalten“.