Bangladesch

Bangladesch: Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie - Fortschritt und Ergebnisse

Der Verlust von 1.136 Menschenleben durch den Zusammenbruch des Rana Plaza Fabrikgebäudes am 24. April 2013 schockierte die Welt. Nur wenige Monate nach dem tödlichen Feuer in der Tazreen Mode Fabrik, bei dem 112 Menschen ihr Leben verloren, war klar, dass die Textilindustrie in Bangladesch einen kritischen Punkt erreicht hatte. Welche Fortschritte wurden seitdem erzielt?

Nachricht | 24. April 2015

Ein Schlüsselsektor für Bangladesch



Die Bekleidungsindustrie in Bangladesch ist in wenigen Jahrzehnten zur zweitgrößten der Welt gewachsen. Der Textilsektor wurde damit zum wichtigsten Industriezweig in Bangladesch und ein Schlüsselfaktor für die nationale Entwicklung mit Exporten von insgesamt 24,5 Milliarden US-Dollar (2013-14). Das entspricht mehr als 80 Prozent der Einnahmen aus dem Export. Der Industriezweig beschäftigt ungefähr 4,2 Millionen Arbeiter, davon sind 80 Prozent Frauen.

Nie mehr „business as usual“


Der Verlust von 1.136 Menschenleben durch den Zusammenbruch des Rana Plaza Fabrikgebäudes am 24. April 2013 schockierte die Welt. Nur wenige Monate nach dem tödlichen Feuer in der Tazreen Mode Fabrik, bei dem 112 Menschen ihr Leben verloren, war klar, dass die Textilindustrie in Bangladesch einen kritischen Punkt erreicht hatte. So konnte der Industriezweig nicht weitergeführt werden. Fundamentale Veränderungen für mehr Sicherheit, Arbeitsinspektionen und deren Einhaltung mussten auf den Weg gebracht werden, um das Leben von mehr als vier Millionen Arbeitern und Arbeiterinnen abzusichern und das Vertrauen der weltweiten Käufer zu erhalten.


Die Antwort der ILO

Die ILO reagierte schnell auf die Rana Plaza Tragödie und entsandte Anfang Mai 2013 eine hochrangige Delegation nach Dhaka, die sich auf sofortige und mittelfristige Maßnahmen mit Regierungsvertretern und Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen einigte. Diese wurden in den „National Tripartite Plan of Action on fire safety and structural integrity“ (NTPA) aufgenommen, der bereits in Folge des Feuers in der Tazreen Mode Fabrik im November 2012 entwickelt wurde. Die ILO startete ein dreieinhalbjähriges Programm zur Unterstützung der Umsetzung des NTPA und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie im Umfang von 27,8 Millionen US-Dollar, das von Kanada, den Niederlanden und Großbritannien finanziert wird. Zentrale Elemente wurden bereits umgesetzt, einschließlich Maßnahmen zu Gebäudesicherheit und Feuerschutz, Reformen der Arbeitsinspektion, des Arbeitsschutz- und der Gesundheit bei der Arbeit, der Rehabilitation und Weiterbildung. Außerdem wurde das „Better Work Programmes in Bangladesch“ auf den Weg gebracht.

Textilfabriken sicher machen


Als Teil ihres „Ready Made Garment“-Programms (RMG) unterstützt die ILO die nationale Initiative der Regierung von Bangladesch, in ungefähr 1.800 Textilfabriken Inspektionen zur Erhöhung der Gebäudesicherheit und des Feuerschutzes sowie der Sicherheit elektrischer Anlagen und zum Feuerschutz durchzuführen.

Zwei Initiativen werden von internationalen Händlern und Marken vertreten: der „Bangladesch Accord on Fire and Building Safety“ und die „Alliance for Bangladesh Worker Safety“. Diese Initiativen nahmen Inspektionen in 1.687 Fabriken vor, die von ihren Mitgliedsfirmen bezahlt wurden.

Im Rahmen der nationaler Initiative nahm die „Bangladesh University of Engineering and Technology“ (BUET) im Jahr 2014 Inspektionen in 471 Textilfabriken vor. Im Januar 2015 wurden zwei private Firmen, TUV-SUD Bangladesh Pvt Ltd. und Veritas Engineering & Consultant mit der Durchführung von Gebäudeinspektionen sowie Überprüfungen von Feuerschutz und Sicherheit der Stromversorgung beauftragt. Die Firmen begannen ihre Arbeit am 22. Januar 2015. Die ILO hilft, die Inspektionen zu koordinieren und stellt technische Unterstützung inklusive Logistik und Trainings zur Verfügung.

Stärkung der Arbeitsinspektionen


Die Katastrophe der Tazreen Mode Fabrik und der Einsturz des Rana Plaza Gebäudes deckten die völlig unzureichenden Kapazitäten aller verantwortlicher Ebenen auf, für Sicherheit und akzeptable Arbeitsbedingungen im Textilsektor zu sorgen. Es wurde klar, dass der gesamte Bereich der Arbeitsinspektion einer gründlichen Überprüfung bedurfte. Die Regierung ging darauf eine Reihe von wichtigen Verpflichtungen ein, wie die Erneuerung des „Department of Inspections of Factories and Establishments“ (DIFE). Im Januar 2014 wurde der Bereich Arbeitsinspektion als eigenständige Abteilung etabliert und qualifiziertes Führungspersonal eingestellt. Stellen für 392 neue Arbeitsinspekteure wurden geschaffen und der Haushalt von 900.000 US-Dollar in 2013-2014 auf 3 Millionen US-Dollar für 2014-2015 erhöht. Bis Februar 2015 wurden 178 neue Inspekteure eingestellt, davon 34 Frauen. Insgesamt werden nun von der Behörde 270 Arbeitsinspekteure beschäftigt.

Obwohl die Einstellung der Arbeitsinspekteure eine positive Entwicklung ist, benötigen sowohl die neuen als auch die bereits vorhandenen Kolleginnen und Kollegen intensive Schulung. Die ILO setzt zum Training von Arbeitsinspektoren und zur gesamten Verbesserung des Systems der Arbeitsinspektion ein umfassendes Programm um. Die ILO und das Arbeitsministerium von Bangladesch einigten sich auf einen gemeinsamen Fahrplan zur Erneuerung der Arbeitsinspektion, das die Grundlage für die ILO-Unterstützung in diesem Reformprozess bildet. Zusätzlich wurde notwendige Ausrüstung, wie Motorräder, Büros dem DIFE zur Verfügung gestellt, so dass die Abteilung effektiv arbeiten kann.

Die geplante Einrichtung einer verantwortlichen Abteilung innerhalb des DIFE und der Start einer öffentlichen Website mit Datenbanken, in den Inspekteure ihre Berichte veröffentlichen, sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Offenheit der Arbeitsinspektion.

Stärkung der Feuerwehr


In Anerkennung der wichtigen Rolle der Feuerwehr und des „Civil Defence Department“ (FSCD), wurde deren Kapazitäten zur Durchführung von Einsätzen und Inspektionen optimiert. Die Regierung von Bangladesch erhöhte die Anzahl der Feuerwehrleute, die als Inspekteure arbeiten, von 55 auf 265.
Mit Unterstützung des amerikanischen Arbeitsministeriums fördert die ILO diesen Prozess durch umfassende Weiterbildungsmaßnahmen. Ein Kern von „Master Trainern“ wurde innerhalb des FSCD geschaffen, um landesweit die Qualifikation der Kolleginnen und Kollegen aufzubauen. Feuerwehleute können jetzt eine Fabrikinspektion wirksamer durchführen sowie Notfallpläne und Evakuierungsmaßnahmen erstellen, um eine sichere Räumung der Gebäude im Fall eines Alarms sicherzustellen.

Mehr als Arbeitsinspektionen ist notwendig


Die Reform der Arbeitsinspektion in Textilfabriken ist ein wichtiger Schritt in Richtung für mehr Sicherheit in diesem Sektor. Dies ist jedoch nur Teil eines umfassenden Prozesses. Erhebliche Anstrengungen werden unternommen, um die Leistungsfähigkeit und Kooperation zwischen den regulierenden Behörden, die für Gebäudesicherheit und Arbeitnehmerschutz zuständig sind, zu verbessern, die Sanierungsarbeiten umzusetzen und wirksam zu kontrollieren. Für die Zukunft besteht die Herausforderung darin, den Schwung des bisher Erreichten fortzusetzen. Bangladesch muss seine institutionellen, regulatorischen und Überwachungsmechanismen zur Gebäudesicherheit und zum Feuerschutz bereithalten, damit sichere Arbeitsplätze nach Beendigung der externen Unterstützung gewährleistet sind.

Verbesserung von Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit


Die Schaffung einer Kultur des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit und deren Umsetzung in die Praxis ist eine große Herausforderung für den Textilsektor. Die ILO unterstützt die Anstrengungen z.B. durch verstärkte Qualifikation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und des Aufsichts- und Führungspersonals. Aus-und Weiterbildung sowie Aufklärungskampagnen zur menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen tragen zur Arbeitssicherheit bei. Davon profitieren Arbeitnehmer und Unternehmer gleichermaßen und ermöglicht es, die Ziele des „National Action Plan on Fire and Building Safety“ zu erreichen.

Eine Ende 2014 gestartete ILO-Initiative sieht Weiterbildungsmaßnahmen für 100 Führungskräfte der „Bangladesh Garment Manufactureres Export Association (BGMEA), der Bangladesh Knitwear Manufacturers Export Association (BKMEA), der Bangladesh Employers Federation (BEF) und dem Privatsektor vor. Sie werden ihr Wissen an 7.500 Vorarbeiter weitergeben, die wiederum 750.000 Arbeiternehmerinnen und Arbeiternehmer weiterbilden.

Unter der Schirmherrschaft des „National Council for the Coordination of Workers‘ Education“ (NCCWE – ein Dachverband, der 13 Gewerkschaften umfasst) haben sich Fortbildungsbeauftragte und Frauen aus den Gewerkschaften zusammen gefunden, mit dem Ziel, die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sicherheitsausschüssen und besonders die Beteiligung von Frauen bei Aktionen zur Arbeitssicherheit in den Fabriken zu erhöhen. Ein ähnliches Projekt wird mit IndustrieALL Bangladesh Council (IBC –Dachverband mit neun Gewerkschaften) entwickelt.

Start des „Better Work Programm für Bangladesch“


Better Work ist eine Zusammenarbeit der ILO und der „International Finance Corporation, IFC, letzteres Mitglied der Weltbankgruppe. Die Ziele sind verbesserte Arbeitsbedingungen und Förderung der Konkurrenzfähigkeit im globalen Textilsektor. Grundlage zum Aufbau sozial verantwortlicher Exportstrategien ist die Förderung der Einhaltung internationaler Arbeitsstandards und nationaler Gesetzgebung in globalen Lieferketten. Die wirtschaftliche und soziale Verantwortung auf Unternehmensebene soll verbessert werden.

Better work Bangladesch hat die Einführungsphase beendet und bietet interessierten Fabriken und Einkäufern Fortbildungsseminare an. In dieser Phase wird Wert auf Selbsteinschätzung und den Beratungsprozesse gelegt, um dem verantwortlichen Management dabei zu helfen, ihr Arbeitsschutzmanagementsystem zu überarbeiten und entsprechende Handlungspläne zu entwickeln. Im Jahr 2015 werden schätzungsweise 100 Fabriken durch das Programm erreicht. Das Gesamtziel liegt bei 300 Fabriken zum Ende der ersten Programmphase.

Unterstützung von Rehabilitation für Überlebende von Rana Plaza


Nach dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes arbeitete die ILO mit der „Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“, GIZ und „Action Aid Bangladesch“ zusammen. Als Ergebnis konnte ein Reintegrations- und Rehabilitationsprogramm für die Betroffenen entwickelt werden. Aktive Partner wurden gewonnen, die die erforderlichen Dienste zur Verfügung stellten. Insgesamt hat die ILO 300 verletzte Arbeiter unterstützt, die Beratung und Fortbildung für die Schaffung neuer Lebensgrundlagen erhielten. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisationen Action Aid und BRAC (BRAC: weltweit größte nichtstaatlichen Entwicklungsorganisation mit Sitz in Bangladesch).

Entschädigung für die Überlebenden von Rana Plaza


Nach dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes war eine koordinierte und systematische Vorgehensweise notwendig, um den Opfern und ihren Angehörigen Einkommen und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Im September 2013 kamen Vertreter der Regierung, der internationalen und nationalen Textilindustrie, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um das Rana Plaza Coordination Committe (RPCC) zu bilden.

Ziel war es, mit der ILO als neutralen Sitz, einen umfassenden und unabhängigen Prozess in Gang zu setzen, der den Opfern, ihren Familien und Schutzbefohlenen finanzielle und medizinische Unterstützung ermöglicht. Dies erfolgte in Übereinstimmung mit Internationalen Arbeitsstandards, wie dem ILO-Übereinkommen 121 über Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.

Die ILO übernahm die Koordination dieser Aufgaben und erarbeitete technische Expertise zur Gestaltung und Durchführung eines Entschädigungsplans. Die ILO ist Treuhänder des Rana Plaza Trust Fund, der als Spendenfund eingeführt wurde.

Ende 2014 erreichten mehr als 2.800 Anträge den Fund, die sich auf mehr als 5.000 verletzte Arbeiter und Familienangehörige der Opfer beziehen. Insgesamt sind 21 Millionen US-Dollar von Markenherstellern, Händlern und einer Vielzahl anderer Spender für Entschädigungen bereitgestellt worden. Fast allen Anträgen konnte in Form von Teilzahlungen auf Ratenbasis, nach den Möglichkeiten des Funds entsprochen werden.

Zusätzlich zum erwähnten Entschädigungsplan zahlte der irische Textil-Discounter Primark direkt Entschädigungen an ungefähr 630 Betroffene der New Wave Bottoms-Fabrik, die im Rana Plaza Gebäude für den Discounter produzierten. Sobald die Zahlungen erfolgt waren, unterstützte die ILO bedürftige Empfänger dabei, die erhaltenen Mittel für Weiterbildungsmaßnahmen und andere förderliche Dienste zu nutzen.

Schaffung einer Unfallversicherung


Die ILO fördert aktive Strategien und stellt Expertise zur Verfügung, um Ländern zu helfen, ein angemessenes Niveau der sozialen Sicherheit für alle Mitglieder der Gesellschaft zu gewährleisten. Die Erfahrungen zur Entschädigung der Betroffenen in Folge des Rana Plaza Unglücks, betonten einmal mehr die Notwendigkeit zur Schaffung einer Unfallversicherung. Von einer Unfallversicherung profitieren alle Arbeitnehmer, sie verteilt das finanzielle Risiko auf alle Arbeitgeber und würde das Image und die Reputation des Textilsektors in Bangladesch verbessern.

Im Januar wurde auf einer Veranstaltung in Dhaka über die Funktionsweise einer Unfallversicherung mit Interessenvertretern der Regierung, Arbeitgebern, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft diskutiert. Die ILO schlug vor, dass als nächster Schritt eine ausführliche Machbarkeitsstudie erstellt wird, um genauer herauszufinden, welche Kosten anfallen und auch herauszuarbeiten, welcher Nutzen eine Unfallversicherung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt.

Koordination und Zusammenarbeit


Bei der Koordination der erforderlichen Maßnahmen nach dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes übernahm die ILO eine führende Rolle. Die Regierung von Bangladesch bat die ILO offiziell, bei der Umsetzung und Koordination des NTPA zu helfen. Die ILO arbeitet mit dem nationalen dreigliedrigen Ausschuss (Regierung, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen), mit Accord und Allicance, um die Koordination sicherzustellen.

Die ILO dient als neutraler Sitz beim Accord, der mehr als 150 internationale Marken und Händler, mit Zulieferern in Bangladesch zusammenführt. Hinzukommen zwei global agierende Gewerkschaften (IndustriALL, UNI Global). Die ILO kooperiert eng mit der Alliance bei Fabrikinspektionen und -sanierung. Sie dient als neutraler Sitz im Rana Plaza Coordination Committee, das den Entschädigungsprozess betreut und ist Treuhänder des Rana Plaza Trust Fund, der Spenden verwaltet.

Darüber hinaus ist die ILO Teil der „3+5+1“-Gruppe. Sie vereinigt drei Sekretariate: (Arbeit, Handel und Außenbeziehungen), fünf Botschaften (US, EU, Niederlande, Kanada und ein fünfter, routierende Sitz eines EU-Staates) und die ILO, um Fortschritte unter dem „National Tripartite Plan of Action" und dem EU Compact zu begleiten.

Verbesserung der Rechte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Die ILO arbeitet mit der Regierung von Bangladesch sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen zusammen, um den sozialen Dialog zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu stärken. Finanziert durch das amerikanische Arbeitsministerium und der Königlichen Norwegischen Regierung, richten sich zwei Projekte an die besonderen Herausforderungen, denen sich Arbeitergeberorganisationen und Gewerkschaften gegenübersehen, um lokale Kapazitäten in Hinblick auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen aufzubauen. Diese Initiativen wenden sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Textilsektor und in andere exportorientierte Bereiche, wie der Shrimp- und Lederindustrie.

Die Handlungsoptionen von mehr als 2.500 Arbeitnehmervertretern, Gewerkschaftsfunktionären, Managern im mittleren Management und Mitgliedern von Arbeitgeberorganisationen sind durch verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen verbessert worden. Da die meisten Textilarbeiter Frauen sind, liegt der Schwerpunkt der gewerkschaftlichen Weiterbildung bei Frauen und der Beachtung der grundlegenden Arbeitsrechte. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen werden praxisorientiertes Wissen und notwendige Qualifikationen angeboten, um es Frauen in Führungspositionen zu ermöglichen, Arbeiterinnen und Arbeiter in Fabriken zu schulen und zu organisieren.

Vertreter von Regierungen, Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften sowie das Institute für Arbeitsbeziehungen wurden im Gebrauch von Techniken der „Interest Based Negotiation (IBN) weitergebildet, um gegenseitiges Vertrauen und Zusammenarbeit zu entwickeln. Fortschritte sind auch bei der Entwicklung von Konfliktbearbeitung und Mediationssystemen des Arbeitsministeriums zu verzeichnen. Dies soll dabei helfen, diskriminierende Aktivitäten gegen Gewerkschaften und ungerechtfertigte Kündigungen zu vermeiden. Zusätzlich wurde eine öffentliche Kampagne auf den Weg gebracht, die über 100.000 Arbeiterinnen und Arbeiter und Interessenvertreter über Rechte und Zusammenarbeit am Arbeitsplatz aufklärt. Ziel ist die Förderung eines besseren Dialogs mit der Öffentlichkeit.