ILO at work: Junge Menschen in Ägypten in gute Arbeit bringen

Jugendarbeitslosigkeit ist ein weltweites Problem, auch in Ägypten. Gemeinsam mit Partnern arbeitet die ILO in dem Land daran, jungen Menschen einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und zu menschenwürdiger Arbeit zu ermöglichen. Hierzu schult sie nicht nur junge Frauen und Männer, sondern unterstützt auch Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber bei der Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen.

Artikel | 2. Mai 2018
Auch wenn die Tendenz leicht rückläufig ist: Noch immer ist jeder vierte junge Mensch zwischen 15 und 29 Jahren in Ägypten arbeitslos. Besonders betroffen: junge Frauen und Mädchen. Zusammen mit Global Affairs Canada (GAC) führt die ILO deshalb das Projekt „Decent Jobs for Egypt’s Young People: Tackling the Challenge Together”  durch. Durch einen nachhaltigen Kompetenz- und Kapazitätsaufbau soll das Land seine Jugendarbeitslosigkeit in den Griff bekommen. Das Projekt setzt in Kairo und vier Gouvernoraten an, die jeweils von verschiedenen Sektoren dominiert werden: die Landwirtschaft in Al-Minya und Luxor, die Industriebranche in Port-Said und der Tourismus am Roten Meer.

Nationale und lokale Unterstützung

Die Unterstützung findet einerseits auf nationaler Ebene statt – durch die Stärkung der Kapazitäten und Kompetenzen des ägyptischen Arbeitsministeriums und anderer relevanter Ministerien, von Nichtregierungsorganisationen und nationalen Partnern. Ziel ist es, dass die Politik Strategien im Kampf gegen Arbeitslosigkeit entwickelt und Jugendbeschäftigungsprogramme umsetzt. So sollen die Unternehmensentwicklung und berufliche Selbständigkeit im Land gefördert und nachhaltige Strukturen geschaffen werden. Dazu gehören auch Programme, die unternehmerische Fähigkeiten an Hochschulabsolventinnen und -absolventen vermitteln. Besonders gefördert werden Menschen mit Behinderungen und Mädchen und Frauen in ländlichen Gebieten.

Auf der anderen Seite hilft die ILO bei der Schaffung eines lokalen Arbeitsmarktes und einer Arbeitsvermittlungsstruktur, in der Dienstleistungen für junge Menschen und Unternehmen von lokalen Partnern erbracht werden. Zum Beispiel werden Ausbildungseinrichtungen darin unterstützt, Fachkräfte für Förderprogramme auszubilden, die besonders Jugendliche im informellen Sektor ansprechen. Durch Trainings für Jugendorganisationen, die mit jungen Menschen arbeiten, soll erreicht werden, dass in den Trainingsprogrammen Fähigkeiten entwickelt werden, die möglichst nah an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes liegen.

Die Vielfältigkeit der Aktivitäten zeigt sich in der Themenpalette der konkreten Maßnahmen: Neben ökologischen Ansätzen für die Abfallwirtschaft und die Diversifizierung von Energieressourcen setzt das Programm auf die Ausbildung von Unternehmerinnen aus ärmeren Gebieten sowie Trainings und Beratung für langzeitarbeitslose junge Menschen.

„Know About Business“: Junge Menschen unternehmerisch ausbilden

Das Teilprojekt „Know About Business“ (KAB) zielt darauf, junge Menschen für unternehmerisches Denken und Handeln zu sensibilisieren. Es wird in Schulen, Partneruniversitäten und technischen Berufsschulen durchgeführt und hat bisher über 115.300 junge Menschen in Ägypten ausgebildet. Aufgrund des großen Erfolgs wird das Projekt mittlerweile in Zusammenarbeit mit dem ägyptischen Ministerium für Bildung und Technische Ausbildung umgesetzt. Heute ist es in den Lehrplan von 2.000 technischen Sekundarstufen integriert, wodurch es bis zu 1,6 Millionen junge Menschen pro Jahr erreichen kann. Bisher haben 36.000 junge Menschen allein innerhalb der Abteilung für Berufsausbildung des Ministeriums für Handel und Industrie am KAB-Projekt teilgenommen.